Leserbeitrag
Maler und Gipser – die Kreativen am Bau

Aargauischer Maler- und Gipserunternehmerverband tagte in Wölflinswil

Marcel Siegrist
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Der Aargauische Maler- und Gip­serunternehmerverband gehört zu den aktivsten und grössten Berufsverbänden im Kanton. Das zeigte sich erneut an der 119. Generalversammlung im Landgasthof Ochsen in Wölflinswil. Verbandspräsident Claudio Mazzei, Gränichen, konnte am 25. April 2012 viel Prominenz aus dem politischen und kulturellen Leben begrüssen. Regierungsrat und Bildungsdirektor Alex Hürzeler, Nationalrat Hans Killer, die Grossräte Herbert H. Scholl, Geschäftsführer des Aarg. Gewerbeverbandes, und Martin Bhend, Alfons P. Kaufmann, Zentralpräsident des Schweizerischen Dachverbandes SMGV, sowie der Wölflinswiler Gemeindeammann Köbi Brem unterstrichen die Bedeutung des AMGV, der über vorbildliche Verbandsstrukturen verfügt.

Gemeindeammann Köbi Brem stellte die Gemeinde Wölflinswil mit ihren derzeit genau 992 Einwohnern und ihrer guten Verkehrslage als «Tessin im Fricktal» vor. Das ist offensichtlich aufgrund der weitgehend nebelfreien Lage und des durchschnittlich milden Klimas nicht von der Hand zu weisen. Nach den informativen Begrüssungsworten Köbi Brems wandte sich AMGV-Präsident Claudio Mazzei mit seinem Jahresrückblick an die Versammlung. Er sprach von einem spannenden Verbandsjahr, das aber auch durch die sich verschärfende Konkurrenzsituation durch Dumpinglöhne und Scheinselbstständigkeit nachhaltig beeinflusst worden sei. Claudio Mazzei: «Mit der Scheinselbstständigkeit sinkt nicht nur das ohnehin angespannte Preisniveau, sondern wird auch der Gesamtarbeitsvertrag umgangen. Dazu kommt eine äusserst fragwürdige Subunternehmerkultur, die teilweise durch Auftragsvergaben sogar leider auch von der öffentlichen Hand gefördert wird.» Aus diesem Grund appellierte Claudio Mazzei an die Politik, die zunehmend schwierigeren Marktbedingungen durch die vielfältigen Einflüsse hauptsächlich aus dem Ausland mit für alle gültige Rahmenbedingungen so zu verändern, dass vernünftige Lösungen gefunden werden können.

Im weiteren Verlauf der Versammlung engagierte sich Enrico Ercolani aus dem luzernischen Kriens ebenfalls gegen Schwarzarbeit, Dumpinglöhne, Subunternehmer und Scheinselbstständigkeit, die vielen Familienbetrieben enorm zu schaffen machen und oft sogar die Existenzgrundlagen in Frage stellen. Ercolani: «Im Kampf gegen diese Schattenwirtschaft sind die Behörden oft machtlos, denn die Drahtzieher operieren mit Tarnfirmen. Nur wer die Machenschaften begreift, kann erfolgreich dagegen angehen.» Aus diesem Grund erinnerte der engagierte Unternehmer ebenfalls an die politische Verantwortlichkeit, nicht immer die Billigsten zu berücksichtigen, sondern für gleich lange Spiesse in einer fairen Unternehmenskultur zu sorgen.

Lob für den initiativen AMGV
Regierungsrat und Bildungsdirektor Alex Hürzeler lobte mit den Grüssen der Kantonsregierung den AMGV als einen Berufsverband, der in vielen Bereichen Vorbildcharakter besitze. Er bezeichnete das Berufsbildungs­system als eine solide und gute berufliche Grundlage und rief dazu auf, künftig die Weiterbildungsmöglichkeiten auch nach der Lehrzeit intensiv zu nutzen. Alex Hürzeler zeichnete ein positives Bild von der gegenwärtigen Situation, erinnerte aber alle Verantwortlichen auch daran, in ihren Bemühungen um die berufliche Aus- und Weiterbildung nicht nachzulassen. Die Basis zur erfolgreichen Berufsbildung werde bereits in der Primarschule gelegt. «Bei rund 200 verschiedenen Berufsbildern verfügen wir über eine stabile Lehrstellensituation. Allerdings sind die Lehrstellenangebote für Jugendliche mit sozialen oder schulischen Defiziten nach wie vor noch nicht ausreichend», hielt Regierungsrat Alex Hürzeler fest, der dem Industriekanton Aargau mit seinen bereits umgesetzten oder geplanten Hightech-Vorhaben und seiner hohen Leistungsfähigkeit auch auf schweizerischer Ebene eine Vorbildfunktion zusprach. Als Fazit betonte er, dass sich im Aargau Berufsbildung und akademische Studien optimal ergänzen. Es brauche beides. Dieser Meinung schloss sich auch Alfons P. Kaufmann an, der sich im Namen des Schweizerischen Maler- und Gipserunternehmerverbandes an die Anwesenden wandte.

Lehrlingswettbewerb ist beispielhaft
AMGV-Vizepräsident Stefan Farner, Rupperswil, erläuterte kurz den diesjährigen Lehrlingswettbewerb, an dem wiederum rund 80 Prozent aller Lehrlinge teilgenommen haben. «Der grösste Anlass des AMGV zeigt, wie gross das Interesse und die Wertschätzung der Lernenden für diese freiwillige Aufgabe ist», freute sich Stefan Farner. René Bär, Obmann der Gipser, Zofingen, berichtete über die erstmals im Berichtsjahr zentral durchgeführten Lehrabschlussprüfungen in den Züspa-Hallen in Zürich mit über 160 Teilnehmenden.

Neue Malermeister
Mit Mirko Behrend (Berufsbildungszentrum Neuhof, Birr) und Stefan Weber (Furter Malermeister, Lenzburg) verfügt der AMGV über zwei junge neue Malermeister, die ihr Meisterdiplom in der modularen Weiterbildung erreicht haben. Der anwesende Stefan Weber wurde von Regierungsrat Alex Hürzeler, Verbandspräsident Claudio Mazzei und dem anhaltenden Applaus der Versammlungsteilnehmer geehrt.

Bilder: AMGV-Präsident Claudio Mazzei begrüsste die Versammlungsteilnehmer.

AMGV-Vizepräsident Stefan Farner mit Gemeindeammann Köbi Brem und Regierungsrat Alex Hürzeler.

Regierungsrätliche Gratulation für Malermeister Stefan Weber aus Lenzburg.

Unter den Gästen: SMGV-Präsident Alfons P. Kaufmann.