Leserbeitrag
Kunstwanderung 2011

"Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?"

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Am 25. Juni machte sich wieder eine interessierte Gruppe unter der Leitung von Elisabeth Heuberger auf den Weg. Der Aussichtsturm auf der Baldegg bot gleich zu Beginn einen guten Überblick über die geschichtsträchtige Region, das Reusstal, das von 1415-1798 die Staatsgrenze zwischen der katholischen Grafschaft Baden und dem reformierten Berner Aargau war.

Nach einer ersten Kaffeepause und der aussichtsreichen Wanderung wurde in Birmenstorf klar, dass diese Grenze doch nicht so eindeutig war, denn die Berner hatten ihre Arme immer wieder über geografische Grenzen ausgestreckt. So musste die damalige Leodegarkirche von beiden Konfessionen genutzt werden, was nicht immer einfach war. Beim Abbruch dieser paritätischen Kirche - die beiden Kirchgemeinden hatten Mitte der 1930er-Jahre ihre eigenen ebenfalls interessanten Kirchen gebaut - kamen unter einem dicken Verputz wertvolle Wandmalereien von 1440 zum Vorschein. Wie durch ein Wunder konnten sie im Chor gerettet werden. Sie folgen einem klaren theologischen Konzept, verbinden die Botschaft des alten und neuen Testaments und weisen uns auf das Zentrum unseres Glaubens.

Danach anerbot sich der Garten des schöngelegenen Restaurants Mühle bereits zur zweiten Einkehr. Sogar die von Bernadette gewünschte, vom Wirt spendierte Aprikosenwähe fehlte nicht; es gab genug für alle.

Bis nach Windisch folgten wir auf romantischem Weg der still dahinfliessenden Reuss. Auch der Rastplatz erinnnerte an Zeiten, in denen am Fluss noch viele Mühlen in Betrieb waren.

In Königsfelden stiessen noch drei weitere Gemeindeglieder zu uns. Da erzählte uns Herr Moser die spannende Gründungsgeschichte dieses einmal bedeutenden Doppelklosters und brachte uns die leuchtenden gotischen Glasfenster nahe, die von internationalem Rang und für die Schweiz einmalig sind. Das geschlossene Bildprogramm von 1325-1330 zeigt Szenen aus dem Leben Christi und der mit dem Kloster verbundenen Heiligen.

Dank der kurzen Reisezeit war es ein gemütlicher Tag mit viel Zeit für Pausen und Gespräche. Wertvoll ist auch die Entdeckung kunstgeschichtlicher Kostbarkeiten in unserer näheren Umgebung.

Text und Bilder: Elisabeth Heuberger

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