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Historische Vereinigung tagt auf dem Homberg

Peter Siegrist
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Die Mitglieder der Historischen Vereinigung Wynental tagten für einmal auf dem Reinacher Homberg. Im Zentrum der 87. Generalversammlung des Vereins stand ein Referat des Präsidenten, Raoul Richner. Er zeigte die Ereignisse um das Jahr 1415 nach, als grosse Teile des heutigen Kantons Aargau von eidgenössischen Truppen besetzt wurden. Richner stellte dar, aus welchen Gründen die Eidgenossen auf Geheiss des deutschen Königs Sigismund sich auf einen Feldzug in habsburgische Lande machten.

Ein kurzer Abstecher zum Hombergturm erlaubte einen Blick auf die beiden Täler, Wynental und Seetal und die damalige Grenze zwischen Luzern und dem Berner Aargau. Wichtig war dem Referenten die Feststellung, dass Gebiete des heutigen Aargaus zwar von den Bernern oder von den Eidgenossen als Untertanengebiet verwaltet wurden, dass jedoch die Bevölkerung nicht etwa versklavt wurde. „Einwohner in den Gemeinen Herrschaften hatte gleich viele Rechte wie die Zürcher Landschäftler“, sagt Richner.

Dem Referat folgte ein Gespräch mit Konrad Lienert, Präsident des Vereins „Historia Viva, Sursee“ . Dabei wurde die politisch und nach der Reformation auch konfessionell begründete Grenze zwischen dem luzernischen Michelsamt und dem Wynental zum Thema. Diese ideelle Grenze wirkt sich teils bis heute aus. Der Eingriff von 1415 hat den einst zusammenhängenden Natur- und Lebensraum getrennt in das Obere Wynen- bzw. Seetal und das Michelsamt. Aus Anlass des Gedenkjahres 1415 präsentieren das Museum Schneggli in Reinach und das Schlossmuseum Beromünster vom 5. September bis am 18. Oktober eine Ausstellung.

Die statuarischen Traktanden wurden von der Versammlung rasch abgehandelt, die Rechnung und das Budget 2015/16 wurden mit einem gleichbleibenden Jahresbeitrag von 12 Franken genehmigt. (psi)

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