Leserbeitrag
Hammermässige Kombination

Opernsängerin Emma Stirnimann trifft auf Michi Hammer Trio – Klassik liiert sich mit Jazz...

Marcel Siegrist
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Kann man klassischen Gesang mit Jazz verbinden?
Ja, man kann - und wie man kann!
Dies bewiesen die Konzert- und Opernsängerin Emma Stirnimann
(dramatischer Sopran) und das Michi Hammer Trio (Michael Hammer, Drums/Percussion; Rafael Mariaca, E-Guitar; Jonas Lüscher, E-Bass)
am Samstag, 24. Juli 2010, im City-Tower Memberclub an der Delfterstrasse Süd 12 in Aarau.

Ein unerwarteter, bahnbrechender Erfolg war die Belohnung für das mutige Experiment, klassischen, unverstärkten Gesang mit Jazz zu kombinieren. Diese miteinander verbundenen Stilrichtungen liessen ein höchst reizvolles Spannungsfeld entstehen. Ein neues Hörerlebnis - eine unbekannte Klangdimension.
Das Publikum war ausser sich vor Begeisterung und gab dieser in euphorischem Applaus Ausdruck. Zugaben über Zugaben wurden verlangt.

Der erste Teil des Konzertes bestritt das Michi Hammer Trio alleine. Michael Hammer (Drums/Percussion), Rafael Mariaca (E-Guitar) und Jonas Lüscher (E-Bass) bewiesen professionelles Spiel und Eigenständigkeit. Die Gruppe bot einen spannenden Mix von Latin, Swing und Blues mit den Stücken „St. Thomas", „How deep ist the Ocean", „Freddie Freeloader" und „Wave".

Der zweite Teil stand dann unter einem ganz anderen Vorzeichen. Die Konzert- und Opernsängerin Emma Stirnimann (dramatischer Sopran) verlieh den gewählten Jazz Standards und Swing Evergreens mit ihrer klassisch ausgebildeten, unverstärkten Sopranstimme ein gänzlich eigenes Gepräge. Ein unbekanntes Klanggefüge ergriff die Zuhörenden, und es herrschte eine nervenkitzelnde, leidenschaftliche Spannung.
Ihr Gesang war reich an Facetten und in allen Lagen sehr klangvoll und von gleichbleibender, hochstehender Qualität.
Glenn Millers „Moonlight Serenade" wurde an den Anfang gestellt. Es folgten „I love you" und „I love Paris" von Cole Porter.
Das Quartett ging mustergültig aufeinander ein und setzte gekonnt wohldosierte dynamische Akzente. Eine auffallend gute Zusammenarbeit war spürbar und nicht zu überhören. Das Konzert stand unter einem gut geführten Gesamtbogen und war in sich schlüssig.
Der Schlusspunkt wurde mit „Hello Dolly" (Louis Armstrong) so prachtvoll gesetzt, dass eine Wiederholung unumgänglich war. Als absoluter Höhepunkt dann eine nochmalige Steigerung, indem das „Nobody knows" mit dem Beginn des Titels „Eye of the tiger" aus dem Film „Rocky" eingeleitet wurde. Eine so treffende Wahl und gekonnte Verbindung, dass man davon ausgehen kann, dass diese Kombination vermehrt als Überraschungsmoment eingesetzt werden wird! (est)

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