Leserbeitrag
GV der Vereinigung für erträglichen Fluglärm (VeFeF) Sektion Baden-Wettingen

Marcel Siegrist
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Seit Jahren herrscht Ungewissheit über die weitere Entwicklung des Flugverkehrs. Die Bevölkerung rund um den Flughafen Zürich wehrt sich gegen ein unbeschränktes Wachstum des Flugverkehrs, hat doch Recht auf Leben und Gesundheit einen höheren Stellenwert.

Der schweizerische Geschäftsreiseverkehr beträgt gerade einmal 11% der Passagiere am Flughafen Zürich. Nur dieser geringe Teil der Passagiere ist im Hinblick auf die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Schweiz von Bedeutung. Hingegen ist der enorme Umsteigeverkehr masslos und geht zu Lasten unserer Lebensqualität. Daher wehren sich diverse Fluglärmschutzorganisationen gegen einen masslosen Ausbau des Flughafens und vor allem streben sie an, dass eine gerechte Verteilung der An- und Abflüge in alle Himmelsrichtungen durchgesetzt wird.

Der politisch neutrale VeFeF engagiert sich für eine vernünftige Entwicklung des Flugverkehrs; in den vergangenen Jahren hat sich auch eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem Aargauer Regierungsrat entwickelt. Angeschlossen ist der VeFeF dem Dachverband für Fluglärmschutz; dessen Präsidentin ist Priska Seiler Graf, Kantonsrätin und Gemeinderatsmitglied der Stadt Kloten. Für den VeFeF ist die gute Zusammenarbeit mit dem Dachverband von grosser Bedeutung und so nimmt denn ein Mitglied der Sektion Baden-Wettingen immer an den Delegiertenversammlungen teil, die vierteljährlich stattfinden.

Anlässlich der GV des VeFeF führte Präsident Damir BratolJic aus, dass Bundesrätin Leuthard und die Fluglotsen sich aus Sicherheits- und Kapazitätsgründen für den Südstart aussprechen. Die Stadt Zürich und die Region südlich des Flughafens sind dagegen und setzen sich für die Verlängerung der West-Piste ein. Die Folgen für den westlichen Teil des Kantons Aargau wären beträchtlich; bei einer wesentlichen Zunahme des Flugverkehrs in unserer Region müsste mit Liegenschaftsentwertungen gerechnet werden.

Der VeFeF-Präsident erläuterte auch den Staatsvertrag mit Deutschland, der bekanntlich nur von Schweizer Seite auf Zustimmung stiess; dieser Zustand blockiert den SIL (Sachplan für Infrastruktur Luftfahrt)- Prozess und laufende Beschwerden.

Die Versammlung musste zur Kenntnis nehmen, dass der ZFI (Zürcher Fluglärmindex) auch Ende 2012 immer noch deutlich überschritten ist. Nach hartem Ringen obsiegte der SBFZ (regionaler Schutzverband) am 5. November 2013 vor Bundesgericht und der Flughafen muss die Lärmgebühren lenkungswirksam für die Nacht- und Randstunden erhöhen.

Nach den Rücktritten von Patricia Schibli und Rolf Hilpert, die beide seit Gründung des Vereins im Vorstand mitgewirkt hatten, konnte Philippe Rey als neues Exekutivmitglied gewonnen werden. Unter grossem Applaus der Versammlung wurde Rey begrüsst; dem langjährigen Vorstandsmitglied Patricia Schibli dankte Präsident Bratoljic für ihren grossartigen Einsatz mit einem Präsent.

Armin Zimmermann, Wettingen

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