Leserbeitrag

Generalversammlung der Vereinigung Aktiver Aargauer Senioren

Referat von Maximilian Reimann

Marcel Siegrist
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Zur ordentlichen Generalversammlung der seit rund 20 Jahren bestehenden Vereinigung konnte der Präsident, Rolf Bechter, Widen, wiederum eine stattliche Anzahl von Mitgliedern begrüssen. Ein spezieller Willkommensgruss ging zudem an den Vizepräsidenten des Aargauischen Rentner und Seniorenverbands, Rolf Eichenberger, sowie an Beatrice Feusi, Leiterin der Informationsstelle Alter der Stadt Aarau. Die statutarischen Geschäfte waren schnell abgewickelt und gaben zu keinerlei weiteren Fragen Anlass. In seinem Jahresbericht verwies der Präsident auf die Aktivitäten im vergangenen Vereinsjahr. Das Wort erteilte er anschliessend Christoph Steinemann, Berikon, der über den neuesten Stand der Pflegegesetzgebung und der damit zusammenhängenden Fragen orientierte.
Ein Höhepunkt war auch die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft der VAAS an Adolf Bucher, Aarau, in Dankbarkeit als eines der Gründungsmitglieder der VAAS und langjähriger Präsident für seinen unermüdlichen Einsatz für die ältere Generation.
Im zweiten Teil der GV erhielt das Vorstandsmitglied der VAAS, Ständerat Maximilian Reimann, das Wort. Sein Referat „ Mehr Nutzen ziehen aus dem Potential älterer Menschen" wusste die Anwesenden von Anfang an in den Bann zu ziehen und war Anlass zu zahlreichen Fragen und Anregungen. Er verweis zunächst auf die, die ältere Generation speziell betreffende Problematik „ Fahren im Alter „in welcher bekanntlich der Kanton Aargau eine nicht unbedingt lobenswerte Vorreiter Rolle spielte .Er berichtete über den aktuellen Stand der Botschaft des Bundesrats „ Via Secura „ an den Ständerat. Nach Ansicht des Referenten gilt es nun, gewisse Absichten des Bundesrats abzudämpfen, die im Rahmen der an sich begrüssenswerten Absicht, die Anzahl der Verkehrsopfer nochmals zu senken, teilweisen über das Ziel hinausschiessen. Im Fadenkreuz dieser Bemühungen sind eben ganz augenscheinlich auch übertriebene Massnahmen gegenüber der Altersgruppe über 70! Als Mitglied des Europarats in Strassburg, woher er eben zur GV der VAAS angereist war, bildete jedoch der Entwurf einer Entschliessung dieses Gremiums über die Förderung des aktiven Alters, namentlich über den Nutzen des Arbeitspotentials älterer Menschen, den Kernpunkt seines Referats . Er verwies darauf, dass die Diskriminierung Älterer- nicht nur im Arbeitsprozess - zunehmend wahrzunehmen sei. Sie verletzte jedoch ältere Menschen, also deren Menschenwürde und Selbstvertrauen, sie stelle zudem eine grosse Talentverschwendung dar. Der Schlussfolgerung von Ständerat Maximilian Reimann wurde voll und ganz zugestimmt. Seine Botschaft war klar und unmissverständlich: Es bildet sich in der Gesellschaft leider unentwegt ein schädliches Vorurteil gegenüber der älteren Generation, das zu einer schlechteren Behandlung dieser Generation führt. Entwürdigende und klischeehafte Bilder in den Medien treiben sie zunehmend vielerorts in den physischen, psychischen und letzten Endes auch in den finanziellen Ruin, der schliesslich auch in einer Verweigerung angemessener medizinischen Versorgung zu enden drohe!
Zum Ende der Veranstaltung dankte der Präsident, Rolf Bechter, dem Referenten für seine treffenden Worte, mit denen er den Anwesenden aus der Seele gesprochen habe , aber auch für sein grosses Engagement für die ältere Generation und überreichte ihm ein Präsent. WW