Leserbeitrag
Exkursion ins Burgund

Volkshochschule Bremgarten

Marcel Siegrist
Drucken
4 Bilder

Am Freitag, 8. April besammelten sich die erwartungsvollen Reiseteilnehmer pünktlich auf dem Isenlaufparkplatz. Auch dieses Jahr lenkte Jakob Vögeli mit sicherer Hand den grossen Car und während der Fahrt durch die frühlingshafte Landschaft verwöhnte uns Eva Altherr mit frischem Zopf und aufmunterndem Kaffee. Um die Mittagszeit erreichten wir Troyes und freuten uns hier auf das vorzügliche Mittagessen. Anschliessend führte uns Stephan Gottet zur gotischen Kirche Sainte Madeleine, hier bestaunten wir den Lettner aus den Jahren 1508-1516. Im Mittelalter und in der frühen Renaissance war Troyes ein bedeutendes Zentrum der Bildhauerkunst, bekannte Meister wirkten hier. Im weiteren bewunderten wir die farbenprächtigen Glasfenster, durch welche die Sonne ihre Strahlen schickte. Im 13. Jahrhundert erreichte die Kunst des Kirchenfensterbaus in Troyes ihren Höhepunkt und berühmte Meister gründeten hier im 16. Jahrhundert eigene Schulen. Zwischen 1480 und 1580 wirkten in Troyes nicht weniger als 29 Glasmaler, welche die Stadt in ein üppiges Bilderbuch verwandelten. Das Departement Aube hat den umfangreichsten Bestand an Kirchenfenstern aus 6. Jahrhunderten von ganz Frankreich aufzuweisen. Hanspeter Ernst und Stephan Gottet legten dieses Jahr einen Schwerpunkt auf die Glaskunst und ersterer erklärte uns einige grossartige Fenster. An weiteren, in der Zeit vom 13. bis 19. Jahrhundert entstandenen Werken, konnten wir uns nach einem kurzen Spaziergang in der Kathedrale Saint-Pierre et Saint-Paul erfreuen. Mit einer Fläche von 1500 Quadratmetern stellen sie ein fantastisches Bilderwerk dar. Die Gewölbehöhe von 28,5 Metern der Kathedrale beeindruckte uns ebenfalls. Beim folgenden Besuch im Musée d'Art moderne betrachteten wir die Sonderausstellung über afrikanische Kunst und Bilder berühmter Maler. Voller neuer Eindrücke machten wir uns auf den Weg nach Sens, um hier im Hotel Paris et Poste unsere Zimmer zu beziehen. Nach einem Bummel durch die lebhafte Altstadt freuten wir uns auf das Diner mit typischen Spezialitäten.
Nach einem reichhaltigen Frühstück reisten wir am Samstag nach Laroche St-Cydroine. Hier besichtigten wir die romanische Kirche mit ihrem imposanten achteckigem Turm. Nachher ging es weiter nach Joigny, welches bereits zur Jungsteinzeit besiedelt war. Ein Brand verheerte 1530 die Stadt und nur wenige Holz- und Fachwerkhäuser überlebten. Die alten Häuser mit einzigartigen Skulpturen bieten den Touristen dankbare Fotomotive. In Saint-Julien-du-Sault genossen wir zuerst von der auf einer Anhöhe gelegenen Kapelle Vauguillain die Aussicht auf das Dorf, beim anschliessenden Schlendern durch die Gassen entdeckten wie verschiedene verträumte Winkel. Weiter ging die Reise nach Villeneuve sur Yonne, hier erwartete uns in der Lucarne aux chouettes, also im Eulennest, direkt am Flusse Yonne ein Mittagessen mit feinsten französischen Köstlichkeiten. Frisch gestärkt reisten wir zurück nach Sens. In der ab etwa 1140 errichteten gotischen Kathedrale bestaunten wir die Riesenfenster und weitere frühgotisch Strukturen, die uns der Architekt Paolo Fuchs eindrücklich näher bringen konnte. Im nahe gelegenen Museum bewunderten wir die neuzeitlichen farbenprächtigen Bilder von Victor Vasarely. Mit einem vorzüglichen Galadiner im Restaurant Paris et Poste endete der zweite Abend.
Am Sonntag reisten wir nach dem „Petit Dejeuner" nach Auxerre zur Kathedrale Saint Etienne, deren Bau 1215 begonnen wurde. Die Fassade stammt aus dem ausgehenden 13. Jahrhundert, am Nordturm wurde bis ins 16. Jahrhundert gebaut. Stephan Gottet und Hanspeter Ernst erklärten uns die Motive am Portal sowie die farbenprächtigen Fenster. Anschliessend gab es im Musée d'Art et d'Histoire verschiedene gallorömische Skulpturen und griechische Vasen zu bestaunen. Beeindruckt hat auch die Sonnenuhr, welche gleichzeitig verschiedene Zeiten anzuzeigen vermag. Als nächstes Ziel besuchten wir Noyers-sur-Serein, eine besondere Attraktion war hier das grosse alte Waschgebäude. Nach einem Spaziergang durch verträumte Gassen erreichten wir das Restaurant Les Millésimes. Beim reichhaltigen Mittagessen mit auserwählten Spezialitäten bot sich nochmals Gelegenheit über die vielen Eindrücke zu plaudern und auch die Freundschaft zu pflegen. Anschliessend stand uns eine mehrstündige Carfahrt bevor. Müde, aber voller glücklicher Eindrücke, erreichten wir wohlbehalten das heimatliche Bremgarten.

An dieser Stelle danken wir auch Stephan Gottet und seiner Frau Jeannette für die Organisation dieser Exkursion. Wie wir es uns gewohnt sind, hat alles bestens geklappt und Stephan Gottet brachte uns mit seinen Führungen Kunst und Architektur näher. Zudem wurden wir auch kulinarisch sehr verwöhnt. Wir hoffen, dass auch nächstes Jahr die Tradition fortgesetzt wird und freuen uns schon jetzt auf die nächste Reise, die uns ins Friaul führen wird. (rke)

Aktuelle Nachrichten