Leserbeitrag

Beliebter Mittagstisch des Seniorenrates Dietikon

Elisabeth Preisig
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„Dietikon hatte immer ein verkrampftes Verhältnis zur Bremgarten-Dietikon-Bahn (BDWM)“, offenbarte Hans Peter Trutmann den Seniorinnen und Senioren beim Kaffee im Anschluss an das gesellige Mittagessen im Restaurant Ochsen.

Ein gutes Dutzend Personen geniessen jeden zweiten Mittwoch im Monat ein feines und kostengünstiges Essen, zum Beispiel „Kalbsbratwurst mit Kartoffelsalat“ für nur 14.50 Franken. Halbe Portionen sind 20% günstiger. Ausserdem werden 3 Vegi-Menus angeboten.

Trutmann, der über einzigartige Ortskenntnisse verfügt, erzählt zur Abrundung Anekdoten aus dem Grossraum Dietikon, etwa, wie sich die BDWM seit 1902 entwickelt hat und wie es 1912 zum umstrittenen Bau der 156 Meter langen hohen Brücke in Bremgarten kam. Im 2. Weltkrieg war geplant, sämtliche Triebwagen im Falle eines Angriffes der Deutschen ab der Brücke in die Reuss stürzen zu lassen. Schülern, die in Dietikon Steine in die Weichen der Bahn klemmten oder auf die Schiene legten, sei hinter vorgehaltener Hand mit Wohlwollen begegnet worden. „Die Bahn war für Dietikon immer ein störendes Hindernis.“ Das auch deshalb, weil die BD-Bahn keine Steuern bezahlt hat und für die Bevölkerung von Dietikon keine Bedeutung hatte. In der anschliessenden regen Diskussion wurde bestätigt, dass die Bahn mit ihrem Gepfeife empfindlich störe, dass man sich ihr hilflos ausgeliefert fühle, dass sie ein ärgerlicher Gefahrenherd sei.

„Ab 2018 wird an der Bremgartnerstrasse doppelspurig gefahren“, beendete Trutman seine fachkundigen Ausführungen.

Peter M.Wettler