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„Allegra enviern“ - Winterlager der Stiftung Sonderschule Walde

Bernhard Imboden
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B. Imboden

Vom 9.-13. März fand das Winterlager unter dem Motto „Allegra enviern“ (Grüezi Schnee) statt. Es besammelten sich 14 Kinder zwischen 7 und 13 Jahren mit ihren Betreuungspersonen der Stiftung Sonderschule Walde auf dem Schulhausplatz im Schiltwald. Voller Spannung und Vorfreude wurde der Reisecar beladen und nach Verabschiedung bei den Eltern ging die Fahrt los. Auf der Autobahn bis nach St. Gallen, via das Fürstentum Lichtenstein und mit einem Abstecher über Österreich, erreichte die Gruppe nach einer langen Fahrt das schöne Dorf Scuol im Unterengadin. Das Küchenteam, welches uns die ganze Woche mit feinem Essen verwöhnte, war bereits vor Ort und hielt ein stärkendes Mittagessen bereit. Nach dem Einquartieren im alten Dorfkern gelegenen Lagerhaus „Casa Ajüz“ wurde der Ort erkundet und bereits das erste Mal das tolle Wetter draussen genossen. Doch, wo war eigentlich der Schnee? Schliesslich führte die SSW zum ersten Mal ein Winterlager durch. Hatte da das sonst bestens vorbereitete Organisationskomitee etwas Entscheidendes vergessen?

Bereits am Dienstagmorgen zeigte sich, dass doch noch genügend Schnee für herrliche Schneewanderungen vorhanden war. In zwei Gruppen aufgeteilt ging es am Vormittag entweder auf den Weg in Schellenurslis Heimatort Guarda oder mit der Gondelbahn auf den Motta Naluns und dann zu Fuss zum Bergrestaurant Alpetta mitten im Skigebiet von Scuol. Auf den Spuren von Schellenursli konnte unterwegs die Geschichte, wie er zur grossen Glocke kam, nachgelesen bzw. nachgelaufen werden. Die andere Gruppe durfte sich auf dem Weg zur Alpetta mit Schneeschuhen üben, was einigen Kindern ganz gut gelang. Schlussendlich waren beide Gruppen zum Mittagessen wieder beim Lagerhaus und die Fitness der Kinder war bereits ein erstes Mal gefordert. Für einige der Kinder ging es nach dem Mittag schnurstracks weiter im Programm, denn sie durften ihre Skier packen und im Skigebiet von Scuol dem Motta Naluns ihr Können unter Beweis stellen. Dabei wurde die Skigruppe mit der Talabfahrt am Schluss auf eine harte Probe gestellt. Die restliche Gruppe nahm es etwas gemütlicher und entspannte im Bad Engadin oder verbrachte den Nachmittag auf dem Spielplatz und im Dorf von Scuol.

Voller Einsatz war dann am Mittwochvormittag gefragt, als die Kinder vor der Aufgabe standen, aus dem noch vorhandenen Schnee Türme zu bauen. Die Jury bewertete dabei die Höhe, die Kreativität und das Teamwork jeder der drei Gruppen. Dass gerade letzteres gar nicht so einfach ist, merkten die Gruppen schnell. Bei einigen werkelte einfach jeder etwas für sich, bei anderen wurde mehr gegeneinander als miteinander gearbeitet und manchmal wusste keiner so recht, was er machen soll. Die Herausforderung der Erwachsenen war, die Kinder gemäss deren Anweisungen als „Handlanger“ zu unterstützen, jedoch sonst die Arbeit mit dem Schnee nicht gross zu beeinflussen. Auch wenn zwischenzeitlich aufgrund der schlechten Schneequalität und unterschiedlicher Motivation der Kinder an den Resultaten gezweifelt wurde, konnten sich nach 90 Minuten drei unterschiedliche kreative und einzigartige Türme bzw. Burgen sehen lassen. Eindrücklich, was mit Teamarbeit doch alles erreicht werden kann. Am Nachmittag ging es dann für alle mit der Gondelbahn wieder hinauf zum Motta Naluns ins Skigebiet, wo es mit einer schönen und gemütlichen Wanderung dem Flurinaweg entlang ging. Unterwegs wurden im Schnee spielerisch die Kräfte gemessen, so dass einige Kinder und Erwachsene mit einem kurzen Flug auch mal im Schnee landeten. Der Höhepunkt war dann die Schlittenfahrt vom Prui hinunter nach Ftan. Mehr oder weniger rasant, aber mit viel Spass, schlittelten Gross und Klein entweder alleine oder im Zweiergespann die kurvige Schlittelbahn hinunter. Mit dem Bus zurück in Scuol, genossen alle das reichhaltige Nachtessen, bevor das Rangverlesen des Schneewettbewerbs allen Kindern einen Bündner Steinbock bescherte.

Die vier skifahrende Kinder und ihre Begleiter machten sich am Donnerstag nach dem Morgenessen wieder bereit, den ganzen Tag die tollen Pisten auf dem Motta Naluns nochmal in vollen Zügen zu geniessen. Bereits wurden die Pisten rassig abgefahren, schliesslich kannte man diese bereits vom Dienstag. Für Einzelne war im Funpark schnell eine zusätzliche Herausforderung gefunden. Bei wiederum herrlichstem Wetter wurde der letzte Schnee nochmal richtig ausgekostet. Die restliche Gruppe machte sich am Vormittag auf einen Foto-OL durch Scuol. Anhand von Fotos mussten die Kinder Häuser, Brunnen, etc. finden, bei welchen Fragen auf Steintafeln versteckt waren. Eine anspruchsvolle Aufgabe, wie zum Beispiel: Welche Zutaten gehören in eine Engadiner Nusstorte? Was heisst Guten Tag auf Rätoromanisch? Wann wurde der Vereinatunnel eröffnet? Doch die Kinder, wie auch ihre Begleiter waren mit viel Elan dabei und freuten sich, am Nachmittag beim Tourismusbüro das Diplom für „Scuol-Experten“ abholen zu können. Als Belohnung für den tollen Tag gab es dann noch für jeden eine feine Glace. Das letzte feine Abendessen inklusive Dessert bildete den kulinarischen Höhepunkt, bevor man sich zufrieden in die Betten zurückzog.

Viel zu schnell wurde es Freitag und die Koffer mussten bereits wieder gepackt werden. Nach dem Morgenessen wurde das Gepäck vor dem Haus aufgetürmt und die Kinder durften ein nochmals einen Spaziergang durch Scuol unter die Füsse nehmen. Letzte Eindrücke der schönen Bündner Häuser und Einkäufe von Souvenirs wurden so möglich. Eine Putzcrew der Erwachsenen machte sich an die Reinigung des Lagerhauses, bevor dann der Car zur Abreise bereit stand. Die Rückreise nach Walde ging wieder über Österreich, Liechtenstein in die Schweiz. Unterhalb des Schloss Werdenberg genossen wir am kleinen See unser Mittagslunch und danach ging es auf direktem Wege zurück nach Walde. Bei der SSW angekommen, wurden die Kinder von den Eltern freudig empfangen und eine Woche in Scuol bei herrlichstem Frühlingswetter, welche alle sehr genossen haben, ging zu Ende. Die Kinder haben bei den verschiedenen Aktivitäten alles gegeben und so freuten sich alle, nun ein ruhiges Wochenende zu geniessen.

Dank der guten Vorbereitung und Planung des Lager-OK, dank der feinen Küche und dank der guten Zusammenarbeit im Team wurde das Lager ein toller Erfolg, welches sicher noch lange in schöner Erinnerung bleiben wird.

M. Widmer & B. Imboden