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Zwischen Hitzewallung und Depression: Was steckt hinter den Wechseljahren?

Zwei Zürcher Forscherinnen wollen herausfinden, warum manche Frauen problemlos durch die Menopause kommen, während andere von Depressionen geplagt werden. Dafür suchen sie Probandinnen.
Inge Staub
Die Psychologinnen wollen die Studienteilnehmerinnen ein Jahr lang begleiten. (Bild: Natalie Board/Getty)

Die Psychologinnen wollen die Studienteilnehmerinnen ein Jahr lang begleiten. (Bild: Natalie Board/Getty)

Was passiert im Körper einer Frau, wenn sie in die Wechseljahre kommt? Wie wirkt sich der sinkende Hormonspiegel auf ihr seelisches Wohlbefinden aus? Antworten auf diese Fragen soll eine Studie geben, die derzeit am Psychologischen Institut der Universität Zürich durchgeführt wird.

Die Psychologinnen Jasmine Willi und Hannah Süss möchten im Rahmen ihrer Doktorarbeit Kriterien identifizieren, die für Frauen im Übergang zur Menopause relevant sein können. «Unsere Erkenntnisse können zu einem besseren Verständnis des Klimakteriums beitragen und somit eine Grundlage für eine gezielte Vorsorge schaffen», sagt Jasmine Willi.

These: Nur Hitzewallung sei typisch für Wechseljahre

Die beiden Psychologinnen wagen sich damit an ein Thema, das seit Jahren kontrovers diskutiert wird. Wurde bislang angenommen, die Senkung des Östrogen-Hormonspiegels führe zu Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder depressiven Verstimmungen, stellten Forscher aus Dresden 2015 die These auf, dass lediglich Hitzewallungen typisch für die Wechseljahre seien. Andere Beschwerden seien altersbedingt oder auf belastende Situationen zurückzuführen.

Jasmine Willi und Hannah Süss räumen ein, dass es Alterseffekte gibt, diese jedoch nur ein Teil der umfassenden Veränderungen darstellen. Sie sind sich bewusst, dass in einem Lebensabschnitt, in dem sich das Leben von Frauen auch äusserlich ändert – die Kinder sind beispielsweise aus dem Haus – sich zudem soziale und seelische Aspekte auf die Gesundheit auswirken können. Sie erfassen deshalb auch das private und berufliche Umfeld, Beziehungen und Belastungen der Teilnehmerinnen.

Teilnehmerinnen werden ein Jahr begleitet

Das besondere an der Studie der beiden Forscherinnen ist, dass es sich um eine Längsschnittstudie handelt. Die Teilnehmerinnen werden über ein Jahr lang begleitet. Während dieser Zeit geben die Frauen regelmässig Blut- und Speichelproben ab, mit welchen der Hormonstatus definiert und dessen Veränderung im Laufe der Monate dokumentiert wird. Des Weiteren tragen die Teilnehmerinnen nachts ein Armband, das Parameter wie Körpertemperatur, Schlafphasen oder Herzschlag misst.

Psychologinnen Jasmine Willi und Hannah Süss. (Bild: Inge Staub)

Psychologinnen Jasmine Willi und Hannah Süss. (Bild: Inge Staub)

Jasmine Willi und Hannah Süss beobachten auch die psychischen Veränderungen. Ein Fokus liegt dabei auf Anzeichen von Depressionen. Die Zeit der Perimenopause gilt als kritische Phase für die Entwicklung von Depressionen, ebenso wie die Zeit während und nach Schwangerschaften.

Deshalb interessiert die Forscherinnen, in wie weit es einen Zusammenhang zwischen Hormonen und psychischen Erkrankungen gibt. Jasmine Willi ist überzeugt: «Wenn wir mehr darüber wissen, können Frauen präventiv als auch bei auftretenden Symptomen besser behandelt werden.»

Weshalb bleiben manche Frauen beschwerdefrei?

Da bei vielen Frauen die Wechseljahre ohne Probleme verlaufen, wollen die beiden Psychologinnen auch Erkenntnisse darüber gewinnen, weshalb manche Frauen Beschwerden haben und andere nicht. «Wir fragen uns: Welche Faktoren tragen dazu bei, dass Frauen gut durch die Wechseljahre kommen?», sagt Hannah Süss. Vielleicht werden Sie bald Erkenntnisse dazu haben.

Teilnehmerinnen für Studie gesucht

An der Zürcher Studie «Fokus Lebensmitte» nehmen zur Zeit 130 Frauen teil. Die Studienleiterinnen Jasmine Willi und Hannah Süss suchen noch weitere Teilnehmerinnen. Diese sollten gesund und zwischen 40 und 60 Jahre alt sein. Gesucht werden auch Frauen, die früher bereits einmal an einer Depression erkrankt sind. Ein Online-Screening zeigt, wer für die Studie geeignet ist. Infos unter lebensmitte@psychologie.uzh.ch. (ist)

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