Steyler Missionare sehen Zusammenhalt als grosse Chance

Die mitteleuropäische Provinz der weltweit tätigen Steyler Missionare wird weiterhin von Provinzial Stephan Dähler geleitet. Der Schweizer sieht einige Herausforderungen beim Blick in die Zukunft.

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Pater Stephan Dähler SVD wird auch vom 1. Mai 2019 bis 20. April 2023 die mitteleuropäische Provinz der Steyler Missionare als Provinzial leiten. Das Generalat in Rom hat die Ernennung für diesen Zeitraum zugestellt. (Bild: PD)

Pater Stephan Dähler SVD wird auch vom 1. Mai 2019 bis 20. April 2023 die mitteleuropäische Provinz der Steyler Missionare als Provinzial leiten. Das Generalat in Rom hat die Ernennung für diesen Zeitraum zugestellt. (Bild: PD)

Der aus dem appenzellischen Gais stammende Schweizer Pater Stephan Dähler leitet die mitteleuropäische Provinz der Steyler Missionare (siehe Box) seit ihrer Gründung im Jahre 2016 von der Schweizer Niederlassung in Thal SG aus. Nun ist Provinzial Dähler für weitere vier Jahre als Vorsteher der Provinz gewählt worden – seine laufende Amtszeit endet am 30. April, am 1. Mai beginnt seine neue, die bis Ende April 2023 dauern wird. Dann werden die Steyler Missionare wieder Wahlkarten einsenden, und das Generalat in Rom wird aufgrund dessen einen neuen Provinzial ernennen.

Bevor die mitteleuropäische Provinz gegründet und Dähler zu deren Oberhaupt ernannt wurde, waren die vormals getrennten Provinzen Österreich (mit einer zusätzlichen Niederlassung in Kroatien) und Schweiz (mit einer Niederlassung bei Paris) getrennte Wege gegangen.

Die Frage der Interkulturalität

Das Zusammenwachsen der Provinzteile ist für den Orden ebenso ein Thema wie das Zusammenwachsen der Steyler Missionare aus unterschiedlichen Kontinenten und Ländern, die in Mitteleuropa zusammenleben und zusammenarbeiten. «Wie läuft es mit der Interkultu­ralität? Diese Frage ist für uns ganz entscheidend, sie macht mir als Provinzial auch hin und wieder Bauchweh», räumt Stephan Dähler unumwunden ein, zumal die 120 Provinzmitglieder aus nicht weniger als 20 verschiedenen Ländern kommen. Dähler: «Wie wir den Zusammenhalt leben, das ist nicht nur ordensintern enorm wichtig, sondern auch unsere grosse Chance, in den nach rechts driftenden Gesellschaften Europas zu wirken. Von Kroatien bis Frankreich – überall ist Fremdenfeindlichkeit ein Trend und Gemeinsamkeit ein Wert.»

Eine Provinz im Zeichen des Wandels

Wie das grosse Gebilde der mitteleuropäischen Provinz der Steyler Missionare sinnvoll in die Zukunft geführt werden kann, hängt aus Sicht von Dähler auch damit zusammen, wie sehr die einzelnen Niederlassungen ihre Eigenverantwortung wahrnehmen. Ausser im niederöster­reichischen Missionshaus St. Ga­briel, wo über 40 grossteils ältere Missionare zusammenleben, gibt es in der ganzen Provinz verstreute kleine Niederlassungen: In der Schweiz im zugerischen Steinhausen und im bereits erwähnten St. Gallischen Thal. Die Steyler Missionare arbeiten in Mitteleuropa unter anderem in der Pfarrseelsorge, in der fremdsprachigen Seelsorge und in anderen Seelsorgebereichen. Der Einsatz für die Weltkirche ist ihnen ein Herzensanliegen. Die mitteleuro­päische Provinz der Steyler Missionare ist in einem Wandlungsprozess, ebenso wie die Gesellschaft und die Kirche. (fae/pd)

Die Steyler Missionare

Die im Jahre 1875 im niederländischen Steyl von Arnold Janssen (1837-1909) gegründete Ordensgemeinschaft ist in über 70 Ländern tätig. In der Schweiz haben die Steyler zwei Niederlassungen – in Thal SG und Steinhausen ZG. Die Missionen der Steyler sind neben der Verkündigung von Gottes Wort insbesondere der Einsatz für den Dialog zwischen den Kulturen sowie der Einsatz für arme und benachteiligte Menschen. (pd)