Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Zitronenduft und Weisswein-Sorbet im Restaurant Urwaldhaus in Rehetobel

Das Restaurant Urwaldhaus in Rehetobel hat bewegte Zeiten hinter sich: Nach dem Tod von Küchenchef Dieter Ukatz zog erst eine Innerrhoder Wirtin, dann ein italienisches Wirtepaar ins 500-jährige Holzhaus im Weiler Robach ein. Ohne Glück.
Melissa Müller
Michèle Müller und Fredy Lüscher verwirklichen ihren «Traum vom eigenen Beizli». (Bild: Benjamin Manser)

Michèle Müller und Fredy Lüscher verwirklichen ihren «Traum vom eigenen Beizli». (Bild: Benjamin Manser)

Seit Dezember sind neue Pächter am Werk: Michèle Müller kocht, ihr Partner Fredy Lüscher kümmert sich in der Gaststube mit dem getigerten Kachelofen und den Baumnusstischen um die Gäste. Die Karte ist klein, aber fein und kreativ. So gibt’s etwa rässen «Appenzeller Käsesalat für Hartgesottene» mit Äpfeln, Birnen und gerösteten Baumnüssen, ein «Fondue 1001 Nacht» oder einen Rindfleischvogel an Rotweinsauce mit Pilzen.

Mit Ziegenkäse und Granatapfel

Bei unserem anonymen Testbesuch sind wir schon beim Saisonsalat angetan. Der ist nicht nur knackig, sondern zauberhaft bunt. Und üppig bestückt mit Randensprossen, Gurken, Kartoffeln, Rüebli, Granatapfelkernen, crèmigen Ziegenkäse-Kügelchen und caramelisierten Nüssen. Da scheint uns der Preis (Fr.14.–) äusserst günstig. Der Hauptgang wird auf einem runden Holzbrett serviert: knusprig gebratene Schweizer Eglifilets aus dem Tropenhaus Frutigen (Fr. 30.–) auf einem zitronigen Fenchelbeet. In einer Schale dampfen goldbraune Rosmarin-Bratkartoffeln. Zum Dippen gibt’s Sauercrème mit frischem Bärlauch – ein würzig-scharfer Frühlingsgruss.

Bald sollen auch Appenzeller Bachforellen auf der Karte stehen, sagt Gastgeber Fredy Lüscher, der in einem Aarauer Taxiunternehmen und in einem Weingeschäft tätig war. Seine Partnerin Michèle Müller hat manche Rezepte selbst ausgetüftelt, etwa die sehr empfehlenswerten Ricotta-Taschen mit Parmesan, frischen Kräutern, Sonnenblumenkernen und einem Hauch Zitronenschale (20.–). Dazu trinken wir einen Blauburgunder aus dem Thaler Buechberg (1 dl Fr. 5.–) und schwelgen im Genuss. Auch die hausgemachten Glacés sollte man probieren: Wir teilen uns eine Kugel erfrischendes Weisswein-Sorbet.

Schlafen im Sitzen

Das alte Haus steckt voller Kuriositäten und Geheimnisse. Wir bestaunen einen Bauernschrank mit eingebautem Bett. «Früher schliefen die Menschen im Sitzen. Sie glaubten, dass einen der Tod holt, wenn man im Liegen schläft», erzählt Fredy Lüscher. An der Wand hängt ein Foto der «Bären-Frida», der Wirtin, die behauptete, das Haus sei aus Urwaldbäumen gebaut. Vielleicht hatte sie recht: Vor 500 Jahren war die Ostschweiz vermutlich vom Alpstein bis zum Bodensee mit dichtem Wald bewachsen. Nun probieren wir noch das dunkle Urwaldhuusbier. Es schmeckt wiederum zitronig-süss. Was drin ist? «Das bleibt unser Geheimnis», sagt Lüscher. Fazit: Eine kulinarische Entdeckung und ein Wanderausflugsziel mit geschichtsträchtigem Ambiente.

Urwaldhaus Wirtschaft zum Bären

Robach 25, 9038 Rehetobel 071 877 13 13

Appenzeller Spezialitäten, Urwaldhauswurst mit geheimer Gewürzmischung. Hauptgerichte ab 20.-

www.urwaldhaus.ch

Öffnungszeiten: Mi–So 10 bis 22 Uhr. Es gibt auch Gästezimmer.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.