Bruxismus: Zahnschiene schafft Abhilfe - Kaugummis helfen auch

Wer es nicht schafft seinen Stress anders abzubauen, dem empfehlen Zahnärzte eine Schiene um die Zähne vor dem nächtlichen Kauen zu schützen.

Roland Schäfli
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Der Zahnarzt nennt das nächtliche Mahlen und Pressen eine Parafunktion – eine Fehlfunktion des Kauapparats. Dagegen wird die Zahnschiene empfohlen – auch Relaxierungs – oder Michiganschiene genannt. Sie ist genau das, wonach es sich anhört: eine prothesenähnliche Kunststoffauflage und reine Symptombehandlung. Wie lange sie getragen werden muss? Die Antwort der St.Galler Zahnärztin Blanche Ahrendt-Scheuwy ist wenig ermutigend: «Vielleicht für immer. Das hängt davon ab, wie der Patient mit seinem Stress umzugehen lernt.»

Bruxismus-Fachmann Jens Türp rät zu einem Entspannungsverfahren, will aber keine Wunder versprechen: «Man wird das Knirschen auch damit nicht ganz unter Kontrolle bringen». Aber zumindest Schadensbegrenzung betreiben. Ein einfacher Alltagstipp von Jens Türp: am Arbeitsplatz einen Hinweiszettel anbringen. Und sich, wenn der Blick darauf fällt, vergegenwärtigen, ob die Zähne gerade Kontakt aufweisen, respektive: sich dann fragen, warum man in diesem Moment auf die Zähne beisst.

Als Zukunftslösung wird bereits das muskulaturschwächende Botox gehandelt. Wie lange der Botox-Effekt in diesem Fall anhält, soll noch medizinisch untersucht werden. Dabei hilft gegen den schwer kontrollierbaren Automatismus tagsüber schon ein Kaugummi. Hauptsache, die Zähne haben keinen Kontakt.

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