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Wunderland Slowenien: Wo alle Wünsche erfüllt werden

Slowenien bietet Berge, Meeresküste und Seen. Dafür haben die Einheimischen auch eine Erklärung: Gott hat alles, was er von anderen Ländern übrig hatte, über Slowenien verteilt. Tatsächlich, an Selbstbewusstsein mangelt es ihnen nicht.
Andrea Weibel
Im Bleder See liegt die einzige Insel Sloweniens. Wer in deren Kapelle die Glocke läutet, dem soll ein Wunsch in Erfüllung gehen. Bild: Shutterstock

Im Bleder See liegt die einzige Insel Sloweniens. Wer in deren Kapelle die Glocke läutet, dem soll ein Wunsch in Erfüllung gehen. Bild: Shutterstock

Die Slowenen sagen: «Als Gott die Welt erschuf, hat er Slowenien vergessen.» Und darauf sind sie stolz, denn: «Als er das bemerkte, nahm er alles, was er noch übrig hatte, und verteilte es über das kleine Land. Darum hat Slowenien jetzt Alpen, Meeresküste, Seen, Hügel und alles andere, was man sich vorstellen kann.» So sind sie, die Slowenen: Für alles haben sie eine Geschichte parat – und bei den meisten stehen sie am Ende sehr gut da. Aber sie haben auch allen Grund dazu, denn Slowenien ist ein unterschätztes und touristisch noch wenig bekanntes Land.

Die Slowenen wissen das auch zu feiern. Beispielsweise ihre winzige, 46 Kilometer lange Küste, von deren Klippen aus man rechts bis Italien und links bis Kroatien blicken kann. Aber auf die Grösse kommt es ja bekanntlich nicht an, sondern auf die Qualität, finden sie.

Zwei Geschäftsideen, die an dieser Küste entstanden sind, beweisen das. Eine ist die Fonda Fish Farm nahe dem Küstenstädtchen Piran. Dort werden Seebarsche in grossen runden Netzen gezüchtet, direkt im Meer. Das Spezielle daran ist das äusserst bescheidene Ziel der Familie Fonda: «Wir haben beschlossen, die besten Fischfarmfische der Welt zu züchten.»

Vor Sloweniens Küste werden Seebarsche in grossen, runden Netzen gezüchtet. Bild: Alamy

Vor Sloweniens Küste werden Seebarsche in grossen, runden Netzen gezüchtet.
Bild: Alamy

Die Bucht von Piran ist ein Fischreservat. Das bedeutet, dass hier keinerlei Antibiotika eingesetzt werden dürfen. Ausserdem werden die Fische durch das Klima am nördlichsten Punkt der Adria robust. Das schmecke man auch beim Essen ihres Fleischs. Mittlerweile sind die Fonda-Fische in den gehobeneren Restaurants im ganzen Land bekannt und geschätzt. Übrigens: Es dauert drei bis vier Jahre, bis die Fische bereit sind für den Teller.

Der zweite Betrieb, der sich die kleine Küste Sloweniens und die historischen, geschützten Salzfelder in der Bucht von Piran zunutze macht, ist das Lepa Vida Thalasso Spa. In der Anlage, die aufgrund des Schutzgebiets nicht per Auto, sondern ausschliesslich per Elektrocaddy erreichbar ist, kann man sich mit Meeresschlamm und heilsamem Salzwasser verwöhnen lassen.

Ein Mann gewinnt von Hand Salzblüten. Die Salinen von Piran haben die gleichnamige Küstenstadt berühmt gemacht. Bild: Getty Images

Ein Mann gewinnt von Hand Salzblüten. Die Salinen von Piran haben die gleichnamige Küstenstadt berühmt gemacht. Bild: Getty Images

Lebensziel eines Slowenen: Einmal auf dem Triglav stehen

Für Naturfreunde, die gerne aktiv sind, bietet sich der Triglav-Nationalpark im Nordwesten des Landes an. Der 2864 Meter hohe Triglav ist nicht nur der höchste Berg Sloweniens und der Julischen Alpen. Er ist auch ein wichtiger Ort für die Bewohner Sloweniens.

«Ein echter Slowene hat in seinem Leben drei Dinge getan: Ein Haus gebaut, einen Baum gepflanzt und mindestens einmal den Triglav bestiegen», heisst ein weiteres geflügeltes Wort im kleinen Land. Die für ihre wilde Romantik bekannten Flüsse Soča und Save, aber auch die Wälder und Alpen laden im Nationalpark zum Wandern und Biken ein. Ebenso kommen Naturbeobachter und Freunde von Klettersteigen auf ihre Kosten.

Der Triglav ist der höchste Berg Sloweniens. Seine Bergspitzen zieren auch das Wappen des Landes. Bild: Getty Images

Der Triglav ist der höchste Berg Sloweniens. Seine Bergspitzen zieren auch das Wappen des Landes. Bild: Getty Images

Wer nach den sportlichen Aktivitäten eine besondere Oase sucht, findet sie in Bled. Der Kurort liegt an einem malerischen See, über dessen Wasserspiegel eine hohe Burg thront. Wer hier verweilen möchte, sollte im Voraus buchen, denn das blaue Juwel inmitten Slowenien ist im Sommer begehrt. Es lohnt sich aber auch, die idyllische Landschaft im Frühling oder Herbst zu besuchen.

Wer in Bled ist, sollte unbedingt die mittelalterliche Burg besichtigen: Von dort oben hat man einen atemberaubenden Blick über den See und die Umgebung. Der beste Ansprechpartner vor Ort ist der junge Schmied Blaž. Er übt sein Handwerk in vierter Generation aus und kennt viele Geschichten über seine Heimat. Sein Charme und sein trockener Humor lassen seine Erzählungen noch lange nachklingen. Etwa jene, in der Menschen aus Liebe Drachen geheiratet haben sollen. Die Fabelwesen sind nicht nur seine Lieblingsmotive: «In Slowenien haben wir viele Geschichten über Drachen», sagt Blaž.

Eine Glocke, die Wünsche erfüllt

Ebenfalls sollte man in Bled einen Spaziergang am See unternehmen – oder noch besser: eine kurze Bootsfahrt hinüber zur Insel. Es sind nur fünf Familien, die das Recht besitzen, mit ihren selbst gezimmerten Holzflossen Gäste über den See zu rudern. «Durchschnittlich fahren wir nicht mehr als sechsmal pro Boot und Tag hinüber», sagt einer der Schiffer.

Dort, in der Mitte des Sees, liegt sie, die einzige Insel Sloweniens. Der Sage nach soll dort einst das Heiligtum der altslawischen Liebesgöttin Živa gestanden haben. Heute sind es zwei Gebäude – und beide sind Attraktionen für sich. In der gotischen Kirche hängt eine Glocke, die der Legende nach der Papst persönlich geschickt haben soll.

Sie erinnert an eine trauernde Königin, die zu Ehren ihres verstorbenen Gatten ihr gesamtes Silber und Gold zu einer Glocke hat schmelzen lassen. Dieses sei aber nie auf der Insel angekommen, sondern in einem Sturm samt Bootsbesatzung auf den Grund des Bleder Sees versenkt worden. Voller Trauer habe die Witwe die Burg verlassen und sei in ein Kloster in Rom eingetreten. Als der Papst von ihrer Geschichte erfuhr, habe er eine neue Glocke anfertigen lassen.

Wer heute in der Kapelle auf der Insel an dieser sagenumwobenen Glocke läutet, dem soll ein Wunsch in Erfüllung gehen. Kein Wunder also, dass ihr Ton beinahe durchgehend zu hören ist.

Zu einer Slowenienreise gehören aber auch die pittoresken, geschichtsträchtigen Städtchen. Celje ist etwa bekannt für eine Frau, die schon um die Welt reiste und Bücher darüber schrieb, als Frauen generell noch wenig zu sagen oder zu schreiben hatten: Alma Karlin (1889 bis 1950). Sie war Journalistin und zwischen den Weltkriegen die meistgelesene deutschsprachige Reiseschriftstellerin. Speziell ist: Sie sprach zwölf Sprachen – jedoch kein Slowenisch. Denn vor dem Zerfall von Österreich-Ungarn, wozu früher Celje gehörte, war die Stadt vorwiegend deutschsprachig.

Ljubljana in den Nebelschwaden ist besonders schön

Ein lohnenswerter Abstecher der Slowenienreise ist jener in die Hauptstadt – oder eher das Hauptstädtchen – Ljubljana. Es hat knapp 300 000 Einwohner und ist trotzdem die grösste Stadt des Landes. «Hier dauert kein Arbeitsweg länger als dreissig Minuten. Und in zehn Minuten ist man von jedem Punkt der Stadt aus in der Natur», sagt Reiseleiter Primož Žgajnar über seine Heimatstadt.

Längst kein Geheimtipp mehr, aber immer wieder einen Besuch wert: die Stadt Ljubljana. Bild: Getty Images

Längst kein Geheimtipp mehr, aber immer wieder einen Besuch wert: die Stadt Ljubljana. Bild: Getty Images

Von der Burg aus hat man einen guten Blick auf das Umland. Ein Geheimtipp: Das Café auf dem Nebotičnik, dem «Wolkenkratzer», der mit seinen gut 70 Metern in den 1930er-Jahren tatsächlich das höchste Gebäude des Landes war, bietet ebenfalls einen wunderbaren Ausblick, der auch den Burgberg einschliesst.

Die beste Zeit dafür ist der Morgen, dann steigen die Nebel aus den Flüssen und über dem Moor auf, wo einst ein Drache gelebt haben soll. Mystisch mutet es an, wenn hinter den Nebelschwaden auf einmal die ganze Stadt samt Burg zum Vorschein kommt. Das Café ist übrigens auch ein guter Ort, um nach der Nachtzugfahrt wach zu werden.

Gut zu wissen

Anreise
Ab Zürich fliegt Swiss direkt nach Ljubljana. Zudem fährt täglich ein Nachtzug ab 20.40 Uhr ab Zürich nach Ljubljana (Ankunft: 8.25 Uhr).

Beste Reisezeit
Im Frühling (ab März) und im Herbst. Die Sommermonate sind heiss; die Winter sind kalt und von Niederschlägen geprägt. In der Regel lässt sich bereits ab Mai im Meer baden.

Vor Ort
Slowenien ist nur halb so gross wie die Schweiz. Die Distanzen sind entsprechend kurz. Von Ljubljana aus lassen sich Tagesausflüge zum Baden in der Adria ebenso unternehmen wie zum Skifahren im Gebirge. Das Bus- und Bahnnetz ist verzweigt. Fast alle Orte lassen sich mit dem öffentlichen Verkehr erreichen.

Weitere Infos
www.slovenia.info

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