Wohltat für alle Sinne

Abschalten Weshalb in die Ferne schweifen? Auch die nähere Umgebung lohnt eine Erkundung: Mit blossen Füssen durch taunasse Wiesen streifen, Klängen nachspüren oder die Stille eines Natursees geniessen: Wo die Ostschweiz entspannt. Sybil Jacoby

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Schlösser haben ihren besonderen Reiz durch das historische Ambiente. Der Innenhof von Schloss Klingenberg in Homburg bei Müllheim ist im Sommer besonders einladend: Im gepflästerten Hof plätschert sanft ein Brunnen. Ein Aufenthalt lässt sich gut mit einer Wanderung von Schloss zu Schloss verbinden: Schloss Steckborn – Heidenhus – Homburg – Schloss Klingenberg – Müllheim – Wigoltingen. Wandern macht Durst und Gluscht, deshalb werden im Hof auch A-la-Carte- und Vespergerichte serviert, man kann aber auch nur etwas trinken. Oder man nimmt dort den Apéro ein und schreitet zum Dreigänger ins Schlossrestaurant. Wer dann nicht mehr heimfahren mag, ist in einem der liebevoll eingerichteten Schlosszimmer bestens aufgehoben.

www.schloss-klingenberg.ch

Barfusswandern ist eine Wohltat für malträtierte Füsse in engen Schuhen. Wer wieder einmal bewusst barfuss gegangen ist, weiss, wozu der Körper ohne Schuhe in der Lage ist. Jetzt endlich spüren wir wieder den Tastsinn unserer Fusssohlen. Pfützen sind willkommene Kühlung, wir bewegen uns sanft und leichtfüssig. Der Appenzeller Barfusswanderweg (etwa 1¹/2 Stunden) von Jakobsbad nach Gontenbad über Wiesen und Weiden ist ein Vergnügen für die ganze Familie. Er beginnt gleich beim Bahnhof Jakobsbad. Ohne Schuhe folgen Kinder und Eltern dem Wissbach, auf einem speziell angelegten Sinnesparcours stehen sie mal auf stacheligen Tannzapfen, mal auf groben Holzschnitzeln, auf weichem Sand oder glatten Holzbrettern. Bei der Kneippstation im Wissbach können alle Storch spielen. In Gontenbad befindet sich auch das Naturmoorbad, wo man mit dem ganzen Körper ins eisen- und magnesiumhaltige Moorwasser eintauchen kann.

www.appenzellerland.ch www.naturmoorbad.ch

Eine weitere Barfusswanderung in einem Hochmoor, wo sich die Füsse auf weichem Torfmoosboden erholen können, befindet sich im Hochmoor ob Krummenau im Toggenburg. Im rund einstündigen Rundgang entlang des Moorlehrpfads können zudem auch seltene Pflanzen entdeckt werden. Höhepunkt des Ausflugs ist der Moorpfad Rietbach auf der Wolzenalp. Mit der Sesselbahn kann die Wanderzeit übrigens halbiert werden. Der Abstieg nach Ebnat-Kappel ist für gute Wanderer, denn die Bergwege sind recht steil und ruppig, dafür ursprünglich und wild.

www.nesslau-krummenau.ch www.wolzen.ch

Balsam fürs Ohr bietet die Klangwelt im Toggenburg. Der Klangweg ist in der Öffentlichkeit wohl am bekanntesten. In der Klangwellness hingegen wird die positive Wirkung von Klängen auf die Seele in Verbindung mit der ursprünglichen Landschaft in den Mittelpunkt gestellt. Aktivierende und entspannende Elemente gehen eine besondere Verbindung ein. Klänge, Rhythmen und Schwingungen sollen Alltagsgedanken und -sorgen in den Hintergrund treten lassen. Neuartig ist die Integration aktivierender und kreativer Elemente. In den vier Klangwellness-Hotels wird der Gast am Wochenende von ausgebildeten Klangbegleitern betreut.

www.klang-wellness.ch

Eine Einkehr ins Kloster lässt wunderbar abschalten und bietet immer auch etwas fürs Auge. Das Kloster Fischingen liegt direkt am Jakobsweg von Konstanz nach Rapperswil und wird von einer Benediktinergemeinschaft betreut. Die prachtvolle frühklassizistische Kirche mit der Idda-Kapelle – ein Kraftort – kann durch organisierte Führungen erkundet werden, aber auch auf eigene Faust. Vom 12. August bis 4. September ist das Kloster Fischingen übrigens Teil der Genuss11, am 28. August trifft Gaumenfreude auf Kulturgenuss: ein spannendes und genussreiches Programm mit Führungen, einem Orgelkonzert und kulinarischen Köstlichkeiten aus der Region.

www.klosterfischingen.ch

Er wird «die ruhige Ecke von Flims, Laax und Falera» genannt und ist Idylle pur: der naturbelassene Crestasee an der Oberländerstrasse zwischen Flims und Trin. Durchatmen in der frischen Bergluft, kristallklares Wasser, Ruhe, Natur und Erholung. Sich einfach auf den Steg oder ans Ufer setzen und tagträumen. Mitten im Wald liegt das gleichnamige Gasthaus mit vier Doppelzimmern, das 2002 sanft renoviert wurde. Hier vernimmt man noch das Rauschen eines Baches oder blickt auf den verträumten See. Ein Bijou im Jugendstil.

www.cresta-see.ch

Wer es lieber näher mag und nicht ganz so abgeschieden, dem sei der Hüttwilersee empfohlen. Zum mittelgrossen Strandbad pilgern die Sonntagsgäste von weit her, planschen am Kiesstrand oder geniessen den Panoramablick über den ruhigen See. Das Bad befindet sich inmitten eines Naturschutzgebietes, was bestimmte Einschränkungen mit sich zieht; Zelten und das Aufstellen von Wohnwagen ist nicht erlaubt. Das Seebad hat einen Kies-/Sandstrand von rund vierzig Metern Länge, eine Sprunganlage, ein Pontonfloss und einen abgetrennten Nichtschwimmerbereich, einen Spielplatz mit Spielgeräten und verschiedene Grillstellen. Die Besenbeiz Seehalde nördlich des Sees lockt mit einheimischen Produkten (zurzeit Ferien, erst ab 1. August bis 31. Oktober).

www.www.badi-info.ch/zh/huettwilen-strandbad.html