Feiertage
Woher kommt eigentlich die Tradition des Weihnachtsbaums?

Er ist in vielen Haushalten fester Bestandteil der Weihnachtstradtion: der Weihnachtsbaum. Während er in anderen Ländern oftmals in Plastik daherkommt, stehen hierzulande überwiegend echte Nadelbäume in den Stuben. Doch woher kommt der Brauch des geschmückten Baumes überhaupt?

Mona Martin
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Der Christbaum auf dem Times Square in New York gehört zu den berühmtesten. Das EInschalten seiner Lichter ist lockt Tausende Besucher an.

Der Christbaum auf dem Times Square in New York gehört zu den berühmtesten. Das EInschalten seiner Lichter ist lockt Tausende Besucher an.

Keystone

Der Weihnachtsbaum: Er gehört dazu, wie die rote Mütze zum Samichlaus. Zum Fest von Christi Geburt wird ein grüner Nadelbaum aufgestellt, festlich geschmückt und mit Kerzen oder Lichtern ausgestattet. Darunter kommen die Geschenke zu liegen.

Dieser Brauch hat aber in seinen Ursprüngen nichts mit dem Christentum am Hut. Im Gegenteil: Es ist ein heidnischer Brauch, der erst viel später übernommen wurde. Schon vor langer Zeit waren Pflanzen, welche das ganze Jahr lang grün sind bei den Heiden ein Symbol für Fruchtbarkeit und Lebenskraft. Die Germanen beispielsweise platzierten zur Wintersonnenwende Tannenzweige an öffentlichen Orten und vor ihren Häusern. (Die Wintersonnenwende ist der Zeitpunkt im Jahr mit dem kürzesten Tag und der längsten Nacht. 2019 ist das der 22. Dezember.)

Erste schriftliche Hinweise im 16. Jahrhundert

Erste schriftlich dokumentierte Hinweise auf geschmückte Tannenbäume stammen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts im Elsass. Dort brachten Menschen während der garstigen und kargen Jahreszeit immergrüne Zweige und später auch Bäume als Symbole des Lebens in ihre Wohnzimmer und schmückten sie.

Im 17. Jahrhundert brandmarkte die Katholische Kirche den Brauch als heidnisch. Die Leute liessen sich dadurch aber nicht davon abbringen. Der geschmückte Baum erwies sich denn auch als Möglichkeit, den eigenen Wohlstand darzustellen. Während ärmere Familien den Baum mit raren Leckereien wie Nüssen, Äpfeln und Birnen schmückten, leisteten sich die betuchteren Schmuck aus Glas. Dieser war kostspielig und galt als Luxus.

Abbildung aus The Illustrated Londons News (1848): Königin Victoria und Prinz Albert feiern Weihnachten mit ihren Kindern

Abbildung aus The Illustrated Londons News (1848): Königin Victoria und Prinz Albert feiern Weihnachten mit ihren Kindern

The Illustrated Londons News

Die Kirche, welche die Weihnachtskrippe durch den Baum bedroht sah, wehrte sich lange dagegen. Im Laufe des 20. Jahrhunderts akzeptierte sie ihn dann aber schlussendlich. Seit 1982 steht nun gar jedes Jahr ein grosser, mit Lichtern dekorierter Baum auf dem Petersplatz – eine Initiative Johannes Paul II.

Fun Fact

In den USA ist es nicht ungewöhnlich, ein Stück Christbaumschmuck in Form einer Gurke an den Weihnachtsbaum zu hängen. Der- oder diejenige, die die Gurke zuerst entdeckt, bekommt ein Geschenk mehr oder darf die Geschenk als Erster auspacken, währen die anderen warten müssen.

Eine Erklärung für diesen Brauch ist, dass früher Familien nicht genug Geld für ein Geschenk für jedes ihrer Kinder hatten und so auswählten, welches eine kleine Aufmerksamkeit bekam.

Eine verbreitete Sage handelt von einem Soldaten, der im amerikanischen Bürgerkrieg gefangen genommen worden sein soll. IN Gefangenschaft wurde er schwer krank. Kurz vor seinem Tod fragte er nach einer sauren Gurke als letzte Mahlzeit. Nach dem er die Gurke verspiesen hatte, besserte sich sein Gesundheitszustand. Er erlebte seine Freilassung ein paar Jahre später und laut der Sage, soll er Jahr für Jahr eine Gurke an seinen Weihnachtsbaum gehängt haben.

So sieht sie aus, die Weihnachtsgurke. Grün wie der Tannenbaum, ist sie schwierig zu erspähen.

So sieht sie aus, die Weihnachtsgurke. Grün wie der Tannenbaum, ist sie schwierig zu erspähen.

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