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Woher bekommen die Flüsse ihr Geschlecht?

Claudia Füssler

Der Rhein, die Donau, der Main, die Elbe – die Namen von Flüssen scheinen in Sachen Genus keiner Regel zu folgen. Einheimische Flüsse, sagt die Sprachwissenschaftlerin Damaris Nübling von der Universität Mainz, waren früher maskulin oder feminin – je nach keltischem oder römischem Ursprung, worauf die meisten Flussnamen zurückgehen.

Die Römer haben ihre Fluss­namen ins Maskulinum gesetzt. Nach und nach setzte sich das Femininum durch, oft gegen das alte Maskulinum. So war beispielsweise die Drau früher einmal männlich. «Das Femininum geht wahrscheinlich hervor aus nichtdeutschen Endungen solcher Flussnamen, die sehr oft feminin waren», so Nübling. «Neue oder unbekannte Flüsse setzt man im deutschen Sprachraum automatisch ins Femininum, zum Beispiel die Unstrut, so dass sich nach und nach das Femininum als einziges Genus durchsetzt.»

Anders bei ausländischen Flüssen: Das deutsche Maskulinum von Flüssen etwa in den USA kommt vom häufig mitgesprochenen «River», also «The Hudson River» oder «The Mississippi River» – was im Deutschen zu «dem Hudson» oder «dem Mississippi» wird. Noch heute wird im Englischen deutlich häufiger vom Hudson River als vom Hudson gesprochen. Oder auch im Spanischen: Hier ist von «Rio» die Rede, ebenfalls maskulin.

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