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Wo Odysseus zu Hause war

Die Ionischen Inseln Kefalonia, Ithaka und Lefkas haben weit mehr zu bieten als traumhafte Badebuchten und lange Strände. Es lohnt sich, auf den Spuren der Vergangenheit zu wandeln.
Rita Kohn
Türkisblaues Wasser und Lichtspiele an den Wänden erwarten die Besucher in der Melissani-Höhle auf Kefalonia. (Bilder: Rita Kohn)
Ein Besuch des Mönchsklosters Faneromeni auf Lefkas lohnt sich.
Diese Gasse in Assos (Kefalonia) ist Heimat zahlreicher Katzen.
Stolz auf seinen Fang: Fischer in Vathy (Ithaka).
Im Hafen von Argostoli (Kefalonia) tafelt man direkt am Wasser.
Dimitros Kotopodis betreut in Lefkada (Lefkas) ein Museum.
6 Bilder

Ionische Inseln

Sie hatte Heimweh nach dem Meer. ­ Seit zwei Jahren begleitet Reiseleiterin Theodora deutsch sprechende Gruppen zu den schönsten Stellen auf Kefalonia und Ithaka. Jahrelang lebte sie in Mannheim. «Mir fehlte aber das Meer. Ich habe überlegt, nach Norddeutschland zu ziehen. Als ich aber hörte, dass das Meer dort grau ist, bin ich nach Griechenland zurückgekehrt.» Hier ist das Meer tiefblau, manchmal türkis. «Es ist mit unser grösstes Kapital», sagt Theodora. Die Bevölkerung der Ionischen Inseln lebt zum grossen Teil vom Tourismus. Fischfang, Olivenöl und Milchprodukte machen einen weiteren Teil des Einkommens aus.

Obwohl der Tourismus einen wichtigen Erwerbszweig darstellt, ist Kefalonia in weiten Teilen ursprünglich geblieben. 40000 Betten stehen in der Hochsaison zur Verfügung. Bei gerade mal 35000 Einwohnern eine stolze Zahl. Viele ­davon finden sich in Appartements, daneben steht eine Palette von Hotels zur Verfügung, die von einfachen Pensionen für ein bescheidenes Budget bis zur ­luxuriösen Ferienanlage reichen.

Unterirdische Seen, Höhlen und antike Stätten

Einst lebten auf Kefalonia um die 100000 Menschen. Bis im Jahr 1953 ein Erdbeben nahezu die ganze Insel zerstörte. Noch heute zeugen in vielen Dörfern pittoreske Mauerresten vom grossen Beben. Verschont blieb einzig der Norden der Insel, unter anderem die Hafenstadt Fiscardo, die sich damit ihr historisches Erscheinungsbild bewahren konnte. Verwinkelte Gassen ohne Autoverkehr laden zum Schlendern ein.

Nebst traumhaften Sand- und Kies­stränden, die zum Sonnentanken und Schwimmen im Mittelmeer einladen, hat Kefalonia Touristen einige Sehenswürdigkeiten zu bieten. So lohnt es sich, die Insel zu erkunden und sich einige Ausflüge zu den Höhepunkten zu gönnen. Dazu gehört die Melissani-Höhle mit ihrem unterirdischen See, der zu einer kurzen Bootstour einlädt. In eine andere Welt entführt auch die Drogarati-Höhle. Wer die zahlreichen Stufen geschafft hat, tritt in eine geheimnisvolle unterirdische Welt mit Stalaktiten und Stalagmiten. Mit Glück kann hier ein Konzert gebucht werden, wobei die einzigartige Akustik und die ungewöhnliche Umgebung einen besonderen Rahmen bieten.

Wer der Höhe den Vorzug gibt, liegt mit einem Besuch des Castle of ­ St. George bei Peratata richtig. Die Ursprünge der Burg stammen aus dem ­ 12. Jahrhundert, die Festung entwickelte sich aber erst im 16. Jahrhundert unter der Herrschaft der Venetier zu einer kleinen Stadt. Bis 1757 war das Castell, von dem aus man einen Rundblick über die Insel hat, Hauptstadt von Kefalonia. Unterhalb der historischen Burg liegt die heutige Hauptstadt Kefalonias, Argostoli. Die Hafenstadt wurde 1953 durch das Erdbeben vollständig zerstört, einzig der Steindamm durch das Hafenbecken und der Obelisk blieben stehen. Heute lädt der Damm zum Spaziergang ein. Mit viel Glück können im Hafenbecken die seltenen Schildkröten «Caretta Caretta» beobachtet werden, die sich in den vergangenen Jahren zur Touristenattraktion entwickelt haben. Das pulsierende Leben in der Hauptstadt bildet einen krassen Kontrast zu den beschaulichen Orten im Umfeld. Zahlreiche Tavernen und Restaurants laden zum Geniessen ein, nebst der landestypischen Küche sind Spezialitäten aus unterschiedlichsten Regionen der Welt zu haben.

Während in Argostoli das moderne Leben den Ton angibt, scheint in der kleinen Stadt Assos im Norden der Insel die Zeit hin und wieder stillzustehen. Beim Gang durch die engen Strassen des an einer wunderschönen Bucht gelegenen Städtchens werden die Besucher von üppiger Blumenpracht begleitet. Assos hat sich sein ursprüngliches Bild bewahrt, obwohl das Städtchen beim ­Erdbeben ebenfalls zerstört wurde. Die Stadt Paris hat den Wiederaufbau finanziert, ein Denkmal erinnert an die Hilfe. Durch seine Nähe zum Traumstrand Myrtos Beach und den eigenen Badestrand gehört Assos zu den begehrten Destinationen auf Kefalonia.

Die Adlerinsel Ithaka und ihre verborgenen Schönheiten

Nur eine knappe Fährstunde von Kefalonia entfernt liegt die Insel Ithaka. Von oben betrachtet gleicht sie einem Adler, der seine Schwingen ausbreitet. Heute wird Ithaka von rund 3000 Einwohnern bewohnt. In einer gut geschützten Bucht Ithakas liegt die Hauptstadt der Insel, Vathy. Die Häuser der Hafenstadt, von der auch schon mal gesagt wird, dass es sich um eine der schönsten in ganz Griechenland handeln soll, schmiegen sich in einem Halbkreis um die Bucht. Vorgelagert zum Hafen ist eine winzige Insel, die einst Auffangstation von Immi­granten war. Wer einreisen wollte, musste tagelang auf dem winzigen Eiland ­ausharren.

Hoch über Vathy thront das Kathara-Kloster, das sich zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt hat. Beim Erdbeben von 1953 stark in Mitleidenschaft gezogen, wird das Kloster derzeit saniert und instand gestellt. Allerdings gehen die Arbeiten nur zögerlich voran, die Gelder für eine umfangreiche Sanierung fehlen. Obwohl noch von Mönchen betrieben, wohnt dort derzeit einzig eine Familie, die mit dem Unterhalt betraut ist. Die ­orthodoxe Klosterkirche lädt zum Innehalten und Durchatmen ein.

Ithaka gilt als Heimat von Odysseus. Wer sich ein Bild des legendären Seefahrers machen möchte, wird in der kleinen Stadt Stavros fündig. Dort finden sich grosse Schautafeln, welche die Irrfahrt von Odysseus veranschaulichen und die in Homers Epos beschriebenen Prüfungen erläutern. Zu sehen ist auch ein ­Modell der Villa, die Odysseus in den Bergen Ithakas bewohnt haben soll. Wer sich nach der Auseinandersetzung mit der Geschichte stärken möchte, kann im nahe gelegenen Café Margarita die Gebäckspezialität Rovani probieren, ein sehr süsser Reiskuchen mit Honig, der mit einer Kugel Vanilleglace genossen werden sollte.

Durch eine Brücke mit dem Festland verbunden

Zwei Fährstunden von Kefalonia entfernt liegt die Insel Lefkas, die sich in den letzten Jahren dank der Brücke, die sie mit dem Festland verbindet, zu einer beliebten Feriendestination von Südeuropäern entwickelt hat. Die Insel wird von knapp 25000 Einwohnern bewohnt, auch hier nahm die Einwohnerzahl nach dem verheerenden Erdbeben von 1953 massiv ab. Einer der Einwohner ist der 78-jährige Dimitros Kotopodis aus der Inselhauptstadt Lefkada. Er gehört zu einer Gruppe von älteren Leuten, die sich zum Ziel gesetzt haben, ihre Kultur zu erhalten und den Touristen die Vergangenheit der Insel näher zu bringen. Ein winziges Museum abseits der Einkaufsstrasse von Lefkada ist Wirkungsort von Dimitros Kotopodis. Geöffnet ist das Museum zu fast jeder Zeit, doch meist nur nach telefonischer Voranmeldung. Im Inneren erwartet die Gäste ein Sammelsurium von Gegenständen. Stolz zeigt Dimitros Kotopdis auf eine alte Fotografie. Das seien seine Eltern, erzählt er, und zeigt auf das Bild einer kleinen Insel mit einem Haus. Dort sei er aufgewachsen.

Ein Besuch wert sind auf Lefkas die Nidri-Wasserfälle. Der Spaziergang durch eine Schlucht ist selbst bei heissen Aussentemperaturen sehr angenehm und das Eintauchen ins kalte Wasser höchst erfrischend. Im Gebirge oberhalb der Wasserfälle liegt das Dorf Karia. Hier lohnt es sich, auf dem Dorfplatz unter der Platane Platz zu nehmen und die Spezialität der Taverne «Pardolo Kotsiki» (Verrückte Ziege) zu geniessen. Namensgerecht handelt es sich dabei um Ziegenfleisch aus dem Ofen.

Direkte Flüge nach Argostoli und Preveza

Kefalonia wird über den Flughafen Argostoli erschlossen, Lefkas über den Flughafen Preveza (griechisches Festland).Das Reiseunternehmen Rhomberg bietet beispielsweise Arrangements auf den Ionischen Inseln mit direkten Flügen zu beiden Destinationen ab Altenrhein an.
Kefalonia ist mit 734 km2 Fläche die grösste der Ionischen Inseln. Sie ist überwiegend gebirgig, die höchste Erhebung ist der Enos mit 1628 Metern. Die Bevölkerungsdichte in Kefalonia konzentriert sich heute stark auf die Inselhauptstadt Argostoli, in der ein Drittel der Menschen auf Kefalonia lebt.
Lefkas ist 354 km2 gross und hat rund 23000 Einwohner. 8000 davon leben in der Hauptstadt Lefkada. Die Insel Lefkas ist mit dem Festland durch eine schwimmende Brücke verbunden. (red)
Hinweis

Diese Reportage entstand im Rahmen einer Pressereise, zu der Rhomberg Reisen eingeladen hat.

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