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Wirre Spekulationen über das teuerste Gemälde von Leonardo da Vinci

Von Leonardo da Vinci oder nicht? Der «Salvator Mundi», Christus als Weltenherrscher.
Sabine Altdorfer
Von Leonardo da Vinci oder nicht? Der «Salvator Mundi», Christus als Weltenherrscher. (Bild: Getty)

Von Leonardo da Vinci oder nicht? Der «Salvator Mundi», Christus als Weltenherrscher. (Bild: Getty)

Es war der beste Aprilscherz des Jahres. «Abu Dhabi und Katar tauschen ‹Salvator Mundi› gegen Fussballer Neymar», titelte das Kunstmagazin «Monopol» vor einem Monat. Was hat der Fussballstar mit dem angeblich von da Vinci gemalten Christusbild zu tun? Beide sind Trophäen. Die teuersten ihrer Art – und gehören Scheichs. Der «Salvator Mundi» (450,3 Millionen Dollar) gehört Abu Dhabi. Neymar (222 Millionen) spielt bei Paris Saint-Germain, er gehört also Katar. Würde getauscht, käme er zu Manchester City, zu Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan von Abu Dhabi.

Der Scherz wurde schnell enttarnt, aber er ist typisch für das Rätselraten um den «Salvator Mundi». Am 15. November 2017 wurde er zum Fabel-Rekordpreis von 450,3 Millionen Dollar von Christie’s in New York versteigert. Trotz Zweifeln, ob Christus als Weltenherrscher wirklich von Leonardo da Vinci, nur von seinen Schülern oder gar von Nachahmern gemalt worden war. Der Käufer wurde enttarnt: Prinz Bader bin Abdullah bin Mohammed bin Farhan ­al-Saud, ein Vertrauter des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Einen Monat später gab aber das Kulturministerium von Abu Dhabi bekannt, es sei im Besitz des «Salvator Mundi». Es wurde gemunkelt, der saudische Prinz habe das Bild gegen eine Jacht getauscht, weil er wegen des christlichen Motivs ­Ärger bekommen habe.

Funkstille in Abu Dhabi

Der Louvre in Abu Dhabi kündigte an, man werde das Bild im September 2018 im dortigen Louvre zeigen. Die Präsentation wurde ohne Begründung abgesagt, seither herrscht Funkstille – was Gerüchte umso mehr anheizt. Einmal hiess es, das Gemälde komme nach Zürich, um von einer Versicherung abgeklärt zu werden. Andrerseits sagten Angestellte des Louvre Abu Dhabi gegenüber der «New York Times», sie wüssten nicht, wo sich das Bild aktuell befindet. Auch im Louvre Paris, Lizenzgeber des Museums in Abu Dhabi, schweigt man. Hofft aber offenbar, das Werk für die grosse Da-Vinci-Ausstellung im Herbst zu bekommen.

Weiterhin gestritten wird über die Echtheit des Gemäldes: Das Auktionshaus Christie’s hatte eine Schar bekannter Experten aufgeboten und erklärte das Werk, das es 1905 selber noch nicht als da Vinci erkannt hatte, nun als eigenhändigen Leonardo. Dem widersprechen prominente Experten, unter anderem Frank Zöllner in seinem eben neu herausgekommenen Standardwerk. Kritisiert wird, dass kein Zeitgenosse je von diesem Werk berichtet habe und dass es zwischen 2005 und 2017 so stark restauriert, teilweise fast neu gemalt worden sei, dass eine Expertise kaum mehr möglich sei. Nun ist man gespannt, ob, wann und wo der «Salvator» wieder auftaucht. Und wo Neymar künftig spielt.

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