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Gartenzeit: Maulbeere und Felsenbirne sind wilde Früchtchen

Hühner mögen Wildobst. Die besonderen Früchte schmecken aber auch den Menschen und bezaubern im Frühling mit rosa schimmernden Blüten.
Nicole Häflinger
Der Maulbeerbaum mit reifen Früchten. (Bild: Getty)

Der Maulbeerbaum mit reifen Früchten. (Bild: Getty)

Manches im Garten pflanze ich nur für meine freilaufenden Hennen. Wer nebst Eiern auch noch besten Dünger produziert, den Garten schädlingsfrei hält, mich immer wieder zum Lachen bringt und dabei auch noch so dekorativ aussieht, gehört verwöhnt. Und da Liebe auch bei Hühnern durch den Magen geht, steht Wildobst ganz oben auf meiner Verwöhnliste.

Süss wie kleine Brombeeren

Der Maulbeerbaum war das erste Gewächs überhaupt, das ich meinen Mädels darbot. Bewusst hatte ich mich für «Morus alba Pendula», die Hängemaulbeere, entschieden. Ihre Wuchsform bietet willkommenen Unterschlupf und Schatten für meine Federtiere, und sie wird nie viel höher als der Stamm, auf den sie veredelt wurde. Für kleinere Gärten ist sie also die perfekte Wahl. Ein weiterer Vorteil dieser Sorte ist die Qualität der Früchte. Während man bei «Morus alba» nie sicher sein kann, ob man eine Pflanze mit faden Beeren erwischt, trägt «Pendula» stets tiefschwarze und wohlschmeckende Früchte, die an süsse, kleine Brombeeren erinnern.

Ja, ich gebe es zu: seit ich die allerersten Früchte vorgekostet habe, kann ich auch nicht mehr davon lassen. Doch Futterneid muss nicht aufkommen, denn das Bäumchen trägt erstaunlich gut und sorgt über Wochen für Nachschub. Es ist auch immer genug da, um Besucher probieren zu lassen und damit in entzücktes Erstaunen zu versetzen. Einigen ist zwar bekannt, dass die Weisse Maulbeere früher im Tessin für die Seidenraupenzucht angepflanzt wurde, doch dass sie auch in nördlicheren Gefilden winterhart ist und mit ihren grossen, glänzenden Blättern ein attraktives Gehölz ist, wissen nur wenige.

Heidelbeerähnliche Frucht für die Feinschmeckerhenne

Eigenartigerweise sind auch die Felsenbirnen mitsamt deren Vorteilen nicht weitläufig bekannt, obwohl es sogar eine einheimische Art gibt, die «Amelanchier ovalis». Da ich damals noch nicht wusste, dass es von dieser Einheimischen auch eine kleinwüchsige Sorte namens «Helvetica» gibt, entschied ich mich für die ertragreiche und ebenfalls kleinere «Prince William».Vögel würden sich zehn Federn ausreissen, um an die klitzekleinen Äpfelchen zu kommen, und Hühner bilden da keine Ausnahme.

So jedenfalls habe ich es überall gelesen. Bis jetzt aber will nur eine meiner vier Luxushennen in den erwarteten Freudentaumel geraten. Und ich. Seit neuestem jedenfalls. Da Phoebe, die Feinschmeckerhenne, den diesjährigen Fruchtbehang nicht alleine bewältigen konnte, half ich ihr dabei und stellte verwundert fest, wie gut diese heidelbeerähnlichen Früchte doch schmecken.

So gut, dass ich mir gleich ein proppevolles Schüsselchen davon sicherte und mich schon jetzt aufs nächste Jahr freue, wenn der Strauch grösser ist und dementsprechend mehr trägt. Für uns Menschen hat die Felsenbirne aber noch mehr zu bieten. Der rosa schimmernde Austrieb im Frühling verzaubert auch die nüchternsten Zeitgenossen, die weissen Sternblüten lassen an eine Diva aus den 50er-Jahren denken, es folgen die erst roten, dann schwarzen gereiften Früchte, und im Herbst verfärben sich die Blätter leuchtend rot-orange. Unglücklich ist einzig ihr wenig schmeichelnder deutscher Name. So musste ich mir doch tatsächlich erst Hühner zulegen, um herauszufinden, dass das «Äpfelchen» (so die Übersetzung von Amelanchier) nicht das Geringste mit einer steinharten Birne zu tun hat.

Falls Sie nun mit dem Gedanken spielen, sich eines oder beide Früchtchen in den Garten zu holen – Hühner braucht man dazu nicht unbedingt.

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