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Wie sich Pflanzen gegenseitig über Bedrohungen informieren

Amerikanische Forscher haben untersucht, wie Pflanzen auf Schädlingsbefall reagieren – und Erstaunliches entdeckt.
Christoph Bopp
Solidago altissima - die Goldrute.

Solidago altissima - die Goldrute.

Solidago altissima, eine Goldrutenart, erhält hin und wieder Besuch vom Goldrutenblattkäfer. Trirhabda virgata macht allerdings nicht nur Höflichkeitsvisiten, sondern erlabt sich an den Blättern der armen Goldrute. Und das in einem Mass, das die Pflanze nicht mehr nett findet.

Trirhabda virgata - stammt aus der Familie der Blattkäfer. Einen deutschen Trivialnamen habe er nicht, sagt Wikipedia. (Bild: Wikipedia)

Trirhabda virgata - stammt aus der Familie der Blattkäfer. Einen deutschen Trivialnamen habe er nicht, sagt Wikipedia. (Bild: Wikipedia)

Aber was kann sie tun? Ganz wehrlos sind Pflanzen ihren Fressfeinden nicht ausgeliefert. Sie können ihren Stoffwechsel verändern, reagieren also ähnlich wie unser Immunsystem. Sie können zwar keine Antikörper bilden, aber «sie können mit ziemlich fieser Chemie zurückschlagen», sagt André Kessler, Biologieprofessor an der Cornell University US-Bundesstaat New York. Oder sie können – noch raffinierter – Botenstoffe aussenden, welche Fressfeinde der Blattkäfer anlocken oder Parasiten, die ihnen gegen den Befall zur Seite stehen.

Und die Pflanzen können sich auch gegenseitig warnen, wenn Trirhabda virgata kommt. Sie verwenden dafür sogenannte VOCs (volatile organic compounds – flüchtige organische Verbindungen). Der Austausch dieser Botenstoffe über die Luft ist eine ziemlich offene Kommunikation. Jeder Organismus kann «zuhören», vorausgesetzt, er kann mit der Botschaft etwas anfangen.

Kessler untersuchte diesen «Kanal». Und fand heraus, dass die VOCs der Pflanzen, wenn sie attackiert wurden, immer ähnlicher wurden. «Sie einigen sich auf die gleiche Sprache, die gleichen Warnsignale, damit die Botschaft für alle zugänglich wird.» Die alarmierten Pflanzen können so Abwehrmechanismen mobilisieren und sich vor den Fressfeinden schützen.

Durch Insektizide geschützte Pflanzen warnen nur ihre Verwandten

Andere Pflanzen behalten ihre Signale «privat», das heisst, sie warnen nur ihre nahen Verwandten. Im Experiment verhielten sich sogar Exemplare der gleichen Art verschieden. Goldruten aus Populationen, die 12 Jahre regelmässig Käferbefall hatten, warnten alle umliegenden Pflanzen. Durch Insektizide geschützte Pflanzen warnten nur ihre Verwandten. Sie praktizierten «Verwandtenselektion», ihre Art soll profitieren; während die käfererfahrenen Pflanzen die sogenannte Strategie vom «beiderseitigen Nutzen» verfolgten. Gemeinsames Vorgehen vertreibt die Herbivoren zu anderen Futterplätzen.

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