Wie sage ich's meinem Chef?

Für Lohngespräche benötigen Mitarbeitende gute Argumente, Beharrlichkeit und eine gewisse Schlagfertigkeit. Eine gewissenhafte Vorbereitung zahlt sich aus.

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Nur nicht die Ruhe verlieren. (Bild: ky/Gaetan Bally)

Nur nicht die Ruhe verlieren. (Bild: ky/Gaetan Bally)

Es ist Herbst und damit wieder Zeit für Lohngespräche mit den Vorgesetzten. Um diese erfolgreich zu führen, braucht es neben Argumenten auch den Nachweis, dass andere mit ähnlicher Erfahrung mehr verdienen. Dabei sind die jüngst erschienenen Salärempfehlungen 2011 des Kaufmännischen Verbands Ost in St. Gallen eine solide Grundlage.

Minimum und Maximum

In der Broschüre sind viele Tabellen mit Minimal- und Maximallöhnen in den Bereichen Büro und Verkauf aufgeführt, gegliedert nach Funktion, Ausbildung und Alter.

Auch die regionalen Unterschiede werden berücksichtigt. Nebst den Lohntabellen enthält die Infoschrift wichtige juristische Hinweise zu Teilzeitarbeit sowie eine Umrechnungstabelle von Monatslohn zu Stundenlohn.

Die fiesen Fragen

Wer keine bösen Überraschungen erleben will, bereitet sich umfassend auf das Gespräch vor, am besten anhand einer Checkliste. Der KV Schweiz gibt auf seiner Homepage nützliche Ratschläge.

Und wer sich auf heikle Fragen von Chefin oder Chef gefasst macht, lässt sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Einige Beispiele:

Chefin: Glauben Sie, dass Sie diesen Betrag auch wert sind?

Mitarbeitender: Ja, ich halte das angesichts meiner Leistung und Resultate für angemessen. Gerade beim Projekt X habe ich viele Ideen eingebracht.

Sie haben beim Gehalt Y zugesagt. Weshalb sollte ich für Sie nun mehr bezahlen?

Mitarbeitender: Ich habe in den letzten Jahren durch Aus- und Weiterbildungen das Know-how in meinem Fachgebiet kontinuierlich vergrössert und Erfahrung gesammelt. Schliesslich arbeite ich bereits neue Leute ein.

Sind Sie derart auf Geld bedacht?

Geld ist wichtig und drückt auch die Wertschätzung aus, die ein Unternehmen seinen Mitarbeitenden entgegenbringt.

(Tip: Gegenteilige Beteuerungen sind hier unnötig; diese werden unter Umständen genutzt, um die Forderungen zu drücken.)

Wir liegen mit unseren Gehältern im oberen Drittel der Branche.

Gerade deshalb möchte ich in meiner Funktion auch dorthin gelangen.

Wir übernehmen einen Grossteil der Pensionskassenbeiträge und bezahlen überdies die Nichtbetriebsunfall-Prämie.

Überdurchschnittliche Sozialleistungen gehören zum Plus Ihrer Firma. Ich biete dafür auch einiges. Zudem kann das Unternehmen die Aufwendungen von der Steuer abziehen.

Wir sind in einer Randregion angesiedelt. Da liegen die Lebenskosten tiefer.

Richtig. Jetzt geht es allerdings um meinen Marktwert, und der ist unabhängig vom Firmensitz.

Eine Gehaltserhöhung bringt Unruhe in die Abteilung.

Unterschiedliche Qualifikationen und Qualitäten werden unterschiedlich honoriert. Die meisten Unternehmen tun dies.

Im Internet gibt's übrigens auch einen kostenlosen Simulator für Lohnverhandlungen, der von Fall zu Fall vor Augen führt, wie man auf Chef-Fragen souverän antwortet. (sj.)

www.kvost.ch / www.kvschweiz.ch Simulator: www.karriere.ch

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