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Wie Käfer die Welt erobert haben

Gott scheint «eine ausserordentliche Vorliebe für Käfer zu haben», hat ein englischer Philosoph einmal gesagt. In der Tat: Käfer finden sich in fast allen Lebensräumen bestens zurecht.
Text: Rolf App, Illustration: Martina Regli

1 Gut zum Riechen: die Fühler

Mit den mehrgliedrigen und von Art zu Art anders geformten Fühlern kann der Käfer nicht nur seine nächste Nähe erkunden. Vor allem aber sind darin eingebettet winzige Geruchsorgane, mit deren Hilfe ein Käfer zielgerichtet die passende Nahrung findet oder den geeigneten Ort zur Ablage der Eier. Auch dank der Fühler gelingt die Paarsuche. Das Männchen riecht das vom Weibchen verbreitete Parfum.

2 Alles fressen: Mundwerkzeuge

Das Wort «Käfer» leitet sich ab vom althochdeutschen chevar, Kiefer. Es gibt Käfer, die alles Mögliche fressen; der Brotkäfer bohrt sich sogar durch Blei. Viele aber haben sich spezialisiert – auf Leckerbissen wie der Trüffelkäfer oder auf Kot, Aas oder zerfallendes pflanzliches Material wie der Mistkäfer. Fleischfresser wie der Marienkäfer haben kräftigere Mundwerkzeuge.

3 Bestens geschützt: der Panzer

Wie haben es die Käfer geschafft, zur artenreichsten Tiergruppe überhaupt zu werden? Ein Teil der Antwort findet sich im Panzer, der sie schützt. Er besteht – wie die Flügel – aus Chitin, eine harte, faserige, mit Fiberglas vergleichbare und der ­Zellulose und dem Zucker ähnlichen Substanz. Chitin kann in dickeren oder dünneren Schichten verwendet werden.

4 Anders atmen: die Tracheen

Ein Käfer atmet anders als der Mensch. Er hat aussen viele kleine Atemöffnungen, die sich in immer feiner werdenden Röhren nach innen fortsetzen. Der Sauerstoff wird durch diese Tracheen zu jeder Zelle gebracht. Käfer leben auf dem Land, einige Arten aber haben das Wasser besiedelt. Sie nutzen den Raum zwischen Hinterleib und Deckflügeln als Luftreservoir, oder sie umgeben sich mit einer Lufthülle, die fixiert wird von Tausenden feiner Härchen.

5 Exzellent klettern: die Beine

Käfer können zwar fliegen, aber sie sind vor allem passionierte Fussgänger. Und exzellente Kletterer. Manche sind auch in der Lage, dank kräftiger Hinterbeine zu springen. Wie ihre anderen Insektenverwandten haben die Käfer sechs gegliederte Beine, deren Form sich der Bewegungsweise einer Art angepasst hat. Unten am Fuss findet sich die Erklärung für die Kletterkünste: Zwei kräftige Krallen und oft auch feine Hautlappen ermöglichen es dem Käfer, sich an rauen oder glatten Oberflächen festzuhalten.

6 Gut geschützt: die Flügel

Käfer sind keine ausgesprochenen Wanderinsekten, manche haben sogar ihre Fähigkeit, zu fliegen, ganz verloren. Aber Marienkäfer und auch die Maikäfer können grössere, viele andere mindestens kurze Strecken zurücklegen. Käfer haben zwei Flügelpaare. Die dicken, manchmal auch farbigen Deckflügel dienen dabei dem Schutz der darunter liegenden, meist durchsichtigen Hinterflügel, der eigentlichen Flugorgane.

Vom Ei zum Käfer: der Entwicklungskreislauf

Zur Ausbreitung der Käfer über fast alle Lebensräume hat ihre Entwicklungsart beigetragen. Aus dem Ei schlüpfen nach Tagen oder Wochen Larven, deren einzige Aufgabe das Fressen ist. Dann verpuppen sie sich, werden im Innern umgebaut – und erwachen als Käfer neu. Lebenszweck nun: die Fortpflanzung.

In der Regel ein Jahr: das Alter

Viele Käfer haben nur eine Generation pro Jahr, von dem sie den grössten Teil als Larve oder Puppe verbringen. Manche fressen als erwachsene Tiere nicht mehr, viele Arten halten sich zurück. Der Marienkäfer frisst etwas weniger, kommt aber in seinem einjährigen Leben immer noch auf 40000 Blattläuse.

Riesen und Zwerge: die Grösse der Käfer

Die Art der Atmung über Tracheen begrenzt die Grösse eines Käfers. Trotzdem gibt es unter ihnen Riesen und Zwerge. Zu den Riesen gehört sicher der Amazonas-Riesenbockkäfer mit bis zu 18 Zentimetern Länge, zu den Zwergen die Ptiliidae mit nur gerade 0,2 Millimetern.

Enorm erfolgreich: die Zahl der Käferarten

Die Zahlen schwanken, weil niemand die Vielfalt der Tiere auf dieser Erde überblickt. Unbestritten aber ist: Mit zwischen 350000 und 380000 Arten sind die Käfer die artenreichste Tiergruppe. Zum Vergleich: Es gibt gerade einmal 10 000 Vogel- und gut 6000 Säugetierarten.

Wahre Allesfresser: die Nahrung

Jeder Käfer hat seine Nische, auch punkto Ernährung. Zu unserem Vorteil. Denn gäbe es die Käfer nicht, die Erde würde anders aussehen. Überall lägen Dunghaufen, die sonst von Käfern umgehend vertilgt werden. Auch auf verwesende Kadaver würde man wesentlich häufiger stossen.

Helfer des Menschen: die Nützlinge

Sie gelten als die Glückskäfer: Marienkäfer werden mit dem Göttlichen, Schönen, Liebenswerten in Verbindung gebracht. Durchaus mit Grund: Denn im Unterschied zu andern Arten, die Vorräte wegfressen, helfen die Marienkäfer mit ihrer Vorliebe für Blattläuse kräftig mit bei der Schädlingsbekämpfung.

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