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Wie der Hahn auf den Kirchturm kam

Wächter, Wetterprophet, Symbol für Fruchtbarkeit - dem Hahn werden viele Rollen zugeschrieben.
Henrike Berkefeld

«Der Hahn auf dem Kirchturm ist zunächst einmal ein Wetterhahn, der sich nach dem Wind dreht und somit ein ganz altes Messinstrument darstellt», berichtet Daniel Meier, Kirchenrat der Evangelischen Landeskirche Baden. Aber warum lassen einige Kirchenerbauer schon seit dem ­ 9. Jahrhundert die Kirchturmspitzen speziell durch Hähne krönen? Eine Erklärung ist der Verweis auf die Passionsgeschichte: Bevor am Morgen des Kreuzigungs­tages der Hahn krähte, hatte der Jünger Petrus Jesus verleugnet. Meier sagt:

«Damit erinnert der Hahn an die Wankelmütigkeit des Menschen und ermahnt zu Standhaftigkeit und Mut.»

Weil Hähnen aber von Alters her eine Vielzahl an Eigenschaften zugewiesen wird, kommen für den Kunsthistoriker der westfälischen Landeskirche, Ulrich Althöfer, noch weitere Erklärungen in Frage: Der Hahn werde als Wächter und Künder des Tagesanbruchs beschrieben. Ihm werde nachgesagt, streit- und fruchtbar zu sein und Wetter prophezeiende Fähigkeiten zu haben. «Aufgrund dieser Eigenschaften spielt er allgemein in der christlichen Symbolik eine grosse Rolle und wurde als Bekrönung für Türme und Dächer als weithin sichtbarer Anzeiger geschätzt.»

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