Weihnachten ohne Guezli

ADVENT IN DER WELT

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ADVENT IN DER WELT

In Frankreich spielt das Essen an Weihnachten eine grosse Rolle. Die Franzosen feiern den «réveillon», was so viel heisst wie Mitternachtsschmaus. Im Südwesten, wo ich aufgewachsen bin, gab es «foie gras», Truthahn, Ente oder gefüllte Gans, dazu viel Wein. Und zum Dessert die «bûche de Noël», eine Roulade mit viel Buttercrème. Eine ziemlich deftige Sache für Leber und Magen, weshalb denn auch von der «crise de foie» gesprochen wird. Weihnachtsguezli übrigens haben wir nie gebacken, das kennt oder kannte man damals in Frankreich nicht.

Bei uns ging es nicht so üppig zu. Der 24. Dezember war auf dem Bauernhof ein normaler Arbeitstag, ein feierlicheres Essen gab es am Weihnachtstag. Das Menu wechselte, aber Austern als Vorspeise gehörten immer dazu.

In Erinnerung geblieben ist mir vor allem das Warten. Wir durften die Geschenke erst nach Mitternacht auspacken. Bis dann sass man um den Christbaum (es war meist eine recht grosse Pinie), sang Lieder und machte Spiele. In Frankreich beschenkt man sich allerdings eher an Neujahr. Es gibt zwar Weihnachtsgeschenke, aber traditionell besucht man an Neujahr die Verwandtschaft und bringt Geschenke mit.

Eine Weihnachtsbeleuchtung gab es im Dorf nicht. Und ich erinnere mich auch nicht daran, dass man eine Krippe aufgestellt hätte. Und dann war noch ein Unterschied, als ich mit zwanzig in die Schweiz kam: Ich erlebte die ersten Weihnachten mit Schnee. (Notiert: Hn.)

Monique Riedener, Untereggen

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