Was hat das Lamm mit Ostern zu tun?

Herbert Huber
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Je nachdem, wen man fragt, kriegt man leicht voneinander abweichende Erklärungen, weshalb zu Ostern Lamm gegessen wird.

Vage erinnern kann ich mich, wie mir schon meine sehr katholische Grossmutter einst zu erklären versuchte, dass das Lamm mit dem lieben Gott etwas gemeinsam habe. Das Lamm sei das Symbol für Reinheit, Unschuld und Frömmigkeit. Ich kapierte wenig bis nichts, nickte aber lammfromm zu ihren Ausführungen.

«Lamm Gottes»

Später im Religionsunterricht lernte ich, dass das Lamm auch zum Osterfest gehört. Und das Gebet Agnus Dei («Lamm Gottes») wurde so lange geübt, bis es ohne Stolperer sass.

Mit dem «Lamm Gottes» ist Jesus gemeint, das «Opferlamm Gottes, das die Sünde der ganzen Welt wegnimmt» (Johannes).

Das Lamm war zu Zeiten von Jesus und bereits davor das übliche Opfertier. Die christliche Tradition, an Ostern Lamm zu essen, entstand aber nicht im Anschluss an eine Opferung, sondern zur Erinnerung an Jesus Christus.

Auch praktische Gründe

Das Lamm oder auch ein Gitzi (junge Ziege) ist sowohl Symbol für Wehrlosigkeit als auch für neues Leben (Wiederauferstehung). Die heute etwas in Vergessenheit geratene Tradition, an Ostern Lamm zu essen, hatte aber auch noch praktische Gründe: Es gab gar nicht viel anderes als Schaffleisch, zudem ist Lamm zart und bekömmlich, ideal für den nach der Fastenzeit leicht reizbaren Magen.

Lamm – mmmh!

Schaffleisch ist mit Vorurteilen behaftet. Das Fleisch böckele, ist häufig zu hören. Das stimmt aber nur sehr bedingt und beim Lamm gar nicht. Machen Sie die Probe aufs Exempel. Wir sagen, wie es geht.
Herbert Huber