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Warum zeigt antike Kunst oft nackte Menschen?

Hatten die Menschen damals einen ausgeprägteren Hang zur Freikörperkultur? Vor allem Götter und Helden wurden nackt dargestellt.
Claudia Füssler

Antike Statuen sind häufig nackt. Kunst- und Kulturwissenschafter sowie Archäologen können nur mutmassen. Schriftliche Zeugnisse, warum im antiken Griechenland Menschen – hauptsächlich Männer – gerne nackt dargestellt worden sind, gibt es nicht. «Weder Männer noch Frauen sind im Alltag so aufgetreten wie auf den Bildern, Statuen und Reliefs», sagt Jens-Arne Dickmann, Archäologe an der Universität Freiburg.

Nackt beim Sport und beim Baden

Auch die gezeigten Gewänder hätten oft nichts mit Alltagskleidung zu tun. Am leichtesten wird das Phänomen verständlich, wenn man sich die gezeigte Nacktheit als Bekleidung vorstellt. «In Nacktheit gehüllt, führte der Gezeigte einen Körper vor, der als Zeichen fungierte.»

Körpertraining für junge Männer war nur der Elite möglich, ein sportlicher Körper erlaubte einen Rückschluss auf die soziale Herkunft.

«Nacktheit war ein mit den Normen der Aristokratie zu verbindendes Zeichen in der Bildsprache», weiss Dickmann. Es ist also kein Zufall, dass vor allem auch Götter und Helden nackt gezeigt wurden. Davon abgesehen allerdings, waren die Männer im antiken Griechenland tatsächlich häufiger nackt als ihre modernen Nachfolger:

Beim Sport und in den Badehäusern trugen sie keinerlei Kleidung, auch keinen Lendenschurz.

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