Woher die Leuchtkraft der Neonfarben kommt

Bei einer Lampe ist es klar: Sie hat eine extra Energiequelle und leuchtet, weil von ihr mehr Licht ausgeht als von ihrer Umgebung. Aber wie schaffen es Textmarker oder ­Reflektor-Westen zu leuchten?

Henrike Berkefeld
Drucken
Teilen

Eine mit gewöhnlicher Farbe zum Beispiel rot gefärbte Oberfläche wirkt rot, weil nur rot erscheinende Wellenlängen reflektiert ­werden – alle anderen sichtbaren Farben werden geschluckt. Wird hingegen eine «neongrüne» Oberfläche von Tageslicht angestrahlt, wandeln die Farbmoleküle einen Teil des ultravioletten oder blauen Lichtes in grünes Licht um, das sie dann abstrahlen. Sie reflektieren also nicht nur bestimmte Anteile des Lichts, sondern «erzeugen» selbst welche: Physiker nennen das Fluoreszenz. Deshalb scheinen die Farben, besonders in dunklerer Umgebung, selbst zu leuchten.

Frank Stienkemeier von der Abteilung Atom-, Molekül- und Optische Physik der Universität Freiburg berichtet: «Neon-Gasentladungen machen ein sehr kräftiges rotes Licht und wurden viel für selbstleuchtende Schriftzüge vor allem in den USA verwendet. Wissenschaftlich gesehen macht deshalb ein Name wie ‹neongrün› keinen Sinn.»