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Warum Frauen länger leben

Experimente an Taufliegen weisen auf die Rolle des Erbguts hin – und auf jene der Mitochondrien. Sabine Kurz
Seniorin im Garten 5 (Bild: (35424486))

Seniorin im Garten 5 (Bild: (35424486))

Vor zwei Jahren geborene Mädchen haben eine Lebenserwartung von 82 Jahren und 6 Monaten, die der Jungen ist im Vergleich um etwa fünf Jahre geringer. Der Trend – Frauen leben länger als Männer – ist seit langem bekannt und statistisch über die Jahre hinweg bewiesen. Nicht nur beim Menschen, auch bei vielen Tierarten leben die weiblichen Geschöpfe länger. Warum das so ist, glauben Wissenschafter jetzt zu wissen – nach Untersuchungen der Erbsubstanz von Taufliegen.

Die Kraftwerke der Zelle

Das Geheimnis liegt demnach in den Mitochondrien. Diese Zellbestandteile sind die Kraftwerke der Zelle, sie erzeugen die Energie, die der Körper braucht. Sie sind zudem die einzigen Bestandteile der Zelle, die über eigenes Erbgut verfügen. Diese mitochondriale DNA haben sich die Wissenschafter von der australischen Monash University nun bei Taufliegen genauer angeschaut.

Dabei stellten sie fest, dass sich anhand der Anzahl und Art der Mutationen voraussagen lässt, wie lange eine männliche Fliege noch zu leben hat und wie schnell sie altert. Der Zusammenhang an sich sei nicht überraschend, sagen die Forscher. Sie zeigten sich allerdings sehr verwundert, dass dies nur auf männliche und nicht auf weibliche Fruchtfliegen zutraf.

Alles kommt von der Mutter

Zwar gibt es auch bei letzteren Mutationen im Erbgut, aber diese scheinen keinen Effekt auf den Alterungsprozess zu haben. Die Erklärung ist vermutlich in der ungewöhnlichen Art und Weise zu suchen, in der Mitochondrien und damit auch ihre DNA vererbt werden. «Obwohl Kinder sonst je eine Kopie der Gene von Mutter und Vater bekommen, wird das mitochondriale Erbgut ausschliesslich von der Mutter weitergegeben», erläutert Damian Dowling, einer der Autoren der Studie.

Kontrolle reagiert nicht

Das bedeutet, dass die Qualitätskontrolle der Evolution, die natürliche Selektion, die mitochondrialen Gene und deren Mutationen nur darauf überprüft, ob sie dem weiblichen Organismus Schaden zufügen, und sie auch nur dann aussortiert. Ob es negative Folgen für den männlichen Körper gibt, wird dagegen nicht erfasst.

Deswegen, so die Erklärung der Forscher, konnten sich über Tausende von Generationen Veränderungen der mitochondrialen DNA ansammeln, die für die Weibchen keine oder nur geringfügige Konsequenzen haben, bei den Männchen aber beträchtliche Schäden anrichten. Alle zusammen bewirken sie, dass Taufliegen-Männer eine geringere Lebenserwartung haben als -Frauen.

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