Wandertipp
Wenn Strapazen mit Aussicht belohnt werden: Via St.Anton und Gäbris ins Appenzeller Mittelland

Die Wanderung vom Heidler Dorfzentrum nach Gais führt über zwei beliebte Ausflugsziele im Appenzellerland. Um diese zu erreichen, gilt es insbesondere zu Beginn ordentlich Höhenmeter zu bewältigen. Gut, dass entlang der Strecke zahlreiche Sitzgelegenheiten dazu einladen, für eine kurze Zeit innezuhalten und die Natur auf sich wirken zu lassen.

Arcangelo Balsamo
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Die Wanderung beginnt auf dem Kirchplatz in Heiden.
31 Bilder
Die Wanderung beginnt im Zentrums Heiden.
Auf dem ersten Streckenabschnitt spaziert man durch die Gemeinde Heiden und passiert unter anderem das Schwimm- und Sonnenbad.
Lohnt sich meist: Ein Blick zurück.
Blick auf den Skilift Heiden.
An unserem Wandertag lag zum Teil noch etwas Schnee.
Bis der Skilift wieder in Betrieb genommen wird, werden wohl noch ein paar Monate vergehen.
In diesem Stall tummeln sich offenbar zahlreiche Missen.
Die Pose dieser Kuh lässt zumindest erahnen, dass sie Erfahrung in Sachen Schönheitswettbewerben hat.
Ausblick auf Heiden und den Bodensee.
Kurz nach Bischofberg kommt man zu dieser Grillstelle.
Bereits während des Aufstiegs zum St.Anton lohnt sich ein Blick aufs Bergpanorama.
Hinter den Hügeln blitzen die Gipfel des Alpsteins hervor.
Auf dem St.Anton steht eine Kapelle.
Für die Strapazen wird man mit einem tollen Ausblick auf den St.Anton belohnt.
Links die Vorarlberger Alpen, unten das Rheintal, rechts der Alpstein.
Auf dem St.Anton.
Die Feuerstelle kurz nach dem St.Anton.
Eines der malerischen Bänklein auf dem Weg.
Blick auf das Gasthaus Landmark während der Steigung in Richtung Gäbris.
Typische Appenzeller Hügellandschaft.
Anfang März muss in manchen Bereich mit Schnee gerechnet werden.
Auch die Aussicht beim Gasthaus Unterer Gäbris kann sich sehen lassen.
Auch während des Abstiegs in Richtung Gais werden wir vom Alpsteinmassiv begleitet.
In Gais haben selbst diverse Bänklein Geissenform.
Das Gasthaus Oberer Gäbris.
Blick auf den schneebedeckten Säntis.
Das Ziel in Sicht: Die Gemeinde Gais.
HInter der Kirche der Gemeinde thront der Säntis.
Der Dorfplatz der Gemeinde Gais...
... ist nur wenige Gehminuten von unserem Ziel, dem Gaiser Bahnhof, entfernt.

Die Wanderung beginnt auf dem Kirchplatz in Heiden.

Die Wanderung im Überblick

Start: Heiden Post
Ziel: Bahnhof Gais
Strecke: 15,1 km
Wanderzeit: 4 h 25 min.
Aufstieg: 694 m
Abstieg: 586 m
Ausrüstung: Gutes Schuhwerk, Wanderung ist nicht für Kinderwagen geeignet.
Gaststätten: Einkehrmöglichkeiten gibt es auf der Strecke zuhauf. Coronabedingt sind sie aber geschlossen. Vereinzelte Beizen bieten ein Take-away-Angebot an.
Öffentlicher Verkehr: Haltestellen an Start und Ziel.
Kartenmaterial: 1:25000, 1075 Rorschach, 1095 Gais. (arc)

1 Heiden Post – Die Wanderung beginnt im Zentrum Heidens; auf dem Kirchplatz. Da wir unsere Tour nicht hier beenden werden, macht es Sinn, das Postauto oder den Zug für die Anreise zu verwenden. Der Bahnhof der Appenzeller Bahnen ist nur wenige Gehminuten vom Startpunkt entfernt, der Bus hält direkt auf dem Kirchplatz. Man hat somit die Qual der Wahl.

Der erste Teil der Wanderung verläuft auf Strassen und führt uns zum Skilift. Unter anderem passiert man dabei auch das Schwimmbad der Gemeinde. Der Weg ist leicht zu finden: Bereits am Startpunkt werden wir von zahlreichen gelben Wegweisern in Empfang genommen. Auf einem davon steht «St.Anton». Und da wollen wir vorerst hin.

Am Skilift angelangt, lädt vor dem ersten Waldstück eine Sitzgelegenheit zur ersten Pause ein. Falls man bis zu diesem Zeitpunkt noch kein Frühstück hatte, sollte man sich kurz stärken. Denn in der Folge beginnen wir, fleissig Höhenmeter zu meistern. Der Weg verläuft zu Beginn in einem Waldstück. Wer sich ruhig verhält und etwas Glück hat, begegnet eventuell sogar einem Reh, während man sich dem Skilift entlang in die Höhe begibt. Dabei passiert man auch mehrere Höfe. Auf einem davon steht ein veritabler «Missen»-Stall. Darauf deuten zumindest die zahlreichen Plaketten von vergangenen Viehschauen hin, die stolz an der Fassade präsentiert werden.

2 Bischofberg – An diesem Wegpunkt lohnt sich ein Blick zurück: Unter uns präsentiert sich Heiden, dahinter erstreckt sich der Bodensee. Bei guten Wetterverhältnissen sieht man das deutsche Ufer. Auch wenn man erst vor dem Aufstieg eine Pause eingelegt hat, ist man versucht, sich auf das Bänklein beim Bischofberg zu setzen. Obwohl es in unmittelbarer Strassennähe liegt, lohnt sich die Aussicht allemal.

Kurz nach dem zweiten Wegpunkt erreichen wir eine Grillstelle und daraufhin passieren wir weitere Bauernhöfe. Es geht zum Teil über Wiesen und Kieswege und weiter stetig aufwärts. Hinter den Hügeln des Appenzellerlandes ragen mehr und mehr die Gipfel des Alpsteins empor. Und schon bald erblicken wir die Kapelle auf dem St.Anton. Kurz bevor wir dort eintreffen, entdecken wir auf einem Wegweiser bereits unser nächstes Etappenziel: den Gäbris. Wir sehen jedoch davon ab, diesem zu folgen. Nicht bis zur Kapelle zu stapfen und sich mit der Aussicht auf die Vorarlberger sowie Bündner Alpen, das Alpsteinmassiv und das Rheintal zu belohnen, wäre schlicht nicht nachvollziehbar.

3. St.Anton – Zu Nicht-Coronazeiten locken auf dem Aussichtsberg ein Restaurant und das Kafi Anton. Es hat zudem ausgewählte Sitzmöglichkeiten gegenüber der Kapelle. Von diesen lässt sich die Aussicht herrlich geniessen. Eine Tafel informiert Neugierige zudem, welche Gipfel sie gerade bestaunen. Und wer möchte, kann die Szenerie mit einem stationären Aussichtsfernrohr begutachten.

Wer sich keinen Platz auf einem der Bänklein bei der Kapelle sichern kann, muss kein Trübsal blasen. Bereits kurz nachdem wir uns in Richtung Gäbris aufgemacht haben – in diesem Bereich folgen wir der Strasse, entsprechend ist Vorsicht geboten –, präsentiert sich uns am rechten Strassenrand die nächste Möglichkeit für einen Boxenstopp inklusive Aussicht.

Am Tag der Wandertour lag in gewissen Bereichen noch Schnee. Deshalb folgt dieser Wandertipp hier meist der Strasse. Man kommt an einer weiteren Grillstelle vorbei und auch die nächsten Einkehrmöglichkeiten sind nicht weit. In diesem Bereich verläuft die Strecke meist eben. Die nächste erwähnenswerte Steigung steht nach dem Gasthaus Landmark bevor. Auch hier können die Wanderer entscheiden, ob sie dem betonierten Weg folgen möchten oder einem Waldweg. Auch wenn man sich an die Strasse haltet, kann man im Verlauf des Anstiegs ab und an auf Schnee treffen. Mit der nötigen Vorsicht sind mit ordentlichem Schuhwerk aber auch jene Stellen gut zu meistern.

4. Unterer Gäbris – An diesem Punkt befindet man sich auf den letzten Metern des Aufstiegs. Auch in diesem Bereich sind die Strassen meist geteert. Auf den letzten Metern hinauf besteht die Möglichkeit, sich nochmals zu stärken. Das Restaurant Unterer Gäbris bietet ein Take-away-Angebot an, was am Tag der beschriebenen Tour auch rege genutzt wurde. Der Gäbris ist ein beliebtes Ausflugsziel. Davon zeugt auch, dass nur wenige Meter entfernt das nächste Gasthaus – das «Obere Gäbris» – steht. Und in der Region gibt's – zwar nicht direkt an unserem Weg – diverse Grillstellen. Kurz nach dem «Obere Gäbris» beginnt der Abstieg. Dieser verläuft mehrheitlich auf einem Kiesweg. Ein Indiz über die geografische Lage liefern derweil die Sitzmöglichkeiten am Wegrand. Die Holzbänkli haben Geissenform. Zudem kommt man an den Lieblingsplätzen der Geiss Laura vorbei.

5. Bahnhof Gais – Während des Abstiegs lohnt es sich, nochmals das herrliche Panorama aufzusaugen. Der Weg nach Gais ist wahrlich malerisch. Je nach Winkel thront hinter der Mittelländer Gemeinde der Säntis oder der Hohe Kasten. Der Weg hinab nach Gais ist nicht zu verfehlen. Wer noch frische Beine hat, kann sich während des Abstiegs aber auch in Richtung Trogen oder Bühler aufmachen.

Im Vergleich zum Aufstieg ist der Abstieg am Ende der Wanderung rasch vorbei und man erreicht den Gaiser Dorfplatz. Auch hier bietet eines der Gasthäuser ein Take-away-Angebot an. Und am Bahnhof, den wir kurz darauf erreichen, gibt's im Kiosk ebenfalls etwas zur Stärkung, ehe man mit dem Zug die Heimreise in Richtung Altstätten oder St.Gallen antritt.