Wandertipp
Wallabys, alte Brücken und Militäranlagen: Der Sitter entlang von Bernhardzell nach St.Pelagiberg

Diese Wanderung hält für alle etwas bereit: Sie führt an einem Känguruhof vorbei, über eine alte Brücke und durch eine Militärübungsanlage. Das alles entlang der Sitter und durch den kühlen Wald – perfekt für heisse Tage.

Judith Schönenberger
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Diese Wanderung ist perfekt für heisse Sommertage: Sie führt durch Wälder an der Sitter entlang.
24 Bilder
Startpunkt der Wanderung ist beim Landgasthof Adler im Dorfkern von Bernhardzell.
Dorfauswärts in Richtung Wittenbach peilen wir den Känguruhof auf der rechten Strassenseite an.
Vor dem Känguruhof biegen wir links auf einen Kiesweg ein und sehen von weitem die katholische Kirche von Bernhardzell. Beim gelben Haus biegen wir rechts ab.
Dann führt der Kiesweg leicht abschüssig an Kuhweiden vorbei in den Wald.
Wir folgen den gelben Wanderwegpfeilen in Richtung Wannenbrücke.
Der Weg ist teilweise leicht abschüssig, dazwischen eröffnet sich uns der Blick auf die Sitter.
Nach rund einer Stunde nach dem Start der Wanderung stehen wir vor der historischen Wannenbrücke, die seit über 200 Jahren über die Sitter führt.
Im Innern der Brücke haben Zimmermänner beeindruckende Arbeit geleistet.
Auch ein Blick aus dem Fenster lohnt sich.
Wir lassen die Brücke hinter uns...
...und folgen dem Wegweiser in Richtung Sitterstrandweg.
Jetzt führt der Weg hauptsächlich durch den Wald, die Bäume spenden Schatten.
Wir gehen über eine Holzbrücke und überqueren so einen Seitenarm der Sitter.
Der Weg führt weiter der Sitter entlang und ist an einigen Stellen sehr schmal.
Bei diesem Wegweiser verlassen wir den Sitterstrandweg wieder und wandern Richtung Waldkirch weiter.
Von weitem ist die Stahlbrücke zu sehen, die uns wieder auf die andere Seite der Sitter führt.
Nach der Brücke lädt ein grosszügiger Grillplatz zur Pause ein.
Weiter geht es über zwei weitere Brücken durch eine Truppenübungsanlage des Militärs.
In und um die Betonbauten herum übt jeweils das Militär. Achtung: Betreten verboten.
Nach der zweiten Brücke steigt der Weg leicht an und führt nach links von der Sitter weg.
Beim Drehkreuz biegen wir nach rechts ab und folgen dem schmaleren Weg durch den Wald. Am Bauernhof Buech vorbei gehen wir in Richtung Hauptstrasse.
An der Hauptstrasse kommt das leicht erhöht liegende Dorf St.Pelagiberg in Sicht, auf das wir zusteuern.
Ziel erreicht: Bei der Wallfahrtskirche St.Pelagiberg endet die Wanderung. Die Bushaltestelle St.Pelagiberg, Kurhaus, befindet sich gleich daneben.

Diese Wanderung ist perfekt für heisse Sommertage: Sie führt durch Wälder an der Sitter entlang.

Bild: Judith Schönenberger

Infos zur Wanderung

Start: Bernhardzell, Dorf
Ziel: Kirche St.Pelagiberg
Strecke: 8 km
Wanderzeit: 2 h 30 min
Aufstieg: 205 m
Abstieg: 210 m
Ausrüstung: bei gutem Wetter reichen Turnschuhe aus, Wanderung nicht für Kinderwagen geeignet.
Gaststätten: Landgasthof Adler, Bernhardzell
Öffentlicher Verkehr: mit der Buslinie 154 bis zur Haltestelle Bernhardzell, Dorf.
Parkplätze: beim Schützenhaus Bernhardzell oder direkt gegenüber dem Landgasthof Adler.
Kartenmaterial: Landkarte: 1:25’000, Blatt: 1074 Bischofszell, 1075 Rorschach.

1 Bernhardzell, Dorf

Start dieser Wanderung ist beim grossen Wegweiser bei der Bushaltestelle Bernhardzell Dorf. Dort steht man auch direkt vor dem Landgasthof Adler, falls vor dem Loswandern noch eine Stärkung nötig ist. Vom Wegweiser geht es erst einmal der Hauptstrasse entlang dorfauswärts in Richtung Wittenbach bis der Känguruhof in Sicht kommt.

2 Känguruhof, Bernhardzell

Vom Dorfkern bis zum Känguruhof spaziert man gute zehn Minuten. Auf dem Hof werden unter anderem Wallabys und Straussen gehalten. So erhält die Wanderung durch das Grenzland zwischen den Kantonen Thurgau und St.Gallen einen Hauch Exotik. Souvenirs gibt es im Hofladen, der am Montagnachmittag und Samstagvormittag geöffnet ist.

Danach folgt man dem Kiesweg, der von der Hauptstrasse links vor dem Känguruhof abzweigt. Bald kommt die stattliche katholische Kirche von Bernhardzell in Sicht. Beim ersten Haus, bei dem man ankommt– einem gelben -, biegt man nach rechts ab und folgt dem teils abschüssigen Kiesweg und den gelben Pfeilen durch den Wald zur Wannenbrücke. Dort kommt man nach rund einer Dreiviertelstunde an.

Auf dem Weg durch den Wald zur Wannenbrücke gibt der Wald zwischendurch einen Blick auf die Sitter frei.

Auf dem Weg durch den Wald zur Wannenbrücke gibt der Wald zwischendurch einen Blick auf die Sitter frei.

Bild: Judith Schönenberger

3 Wannenbrücke

Die Wannenbrücke ist ein Stück Vergangenheit zum Anfassen. Um das Jahr 1800 wurde sie für 6000 Gulden (das sind laut Onlinewährungsrechnern heute gut 136’000 Franken) von den Gemeinden Häggenschwil, Bernhardzell, Wittenbach und Berg erbaut. Eine Tafel an der Brücke listet mögliche Bussen auf: Wer sein Ross auf der Brücke stehen lässt oder sonstige «Unreinigkeiten treibt», zahlt zwei Franken. Das gilt heute zum Glück nicht mehr, dem historischen Denkmal sollten Wanderinnen und Wanderer trotzdem Sorge tragen. Das verzweigte Gebälk und zwei Fenster laden zu einer Pause und einem Blick auf die Sitter ein.

Wer die möglichen Vergehen und die angedrohten Bussen auf der Tafel an der Brücke entziffern kann, hat etwas zu schmunzeln.

Wer die möglichen Vergehen und die angedrohten Bussen auf der Tafel an der Brücke entziffern kann, hat etwas zu schmunzeln.

Bild: Judith Schönenberger

4 Sitterweg

Nach der Wannenbrücke folgt man dem Kiesweg nach links der Sitter entlang. Wasserrauschen begleitet Wanderinnen und Wanderer auf dem angenehm kühlen Waldweg. Besonders an heissen Tagen ist das eine Wohltat, und die Füsse können ab und zu in die Sitter gestreckt werden.

Immer wieder führen Trampfelpfade direkt an die Sitter.

Immer wieder führen Trampfelpfade direkt an die Sitter.

Bild: Judith Schönenberger

Der Weg führt dann aus dem Wald, durch Wiesen und an abgelegenen Höfen vorbei. Er ist teilweise holprig und so schmal, dass man nicht zu zweit nebeneinander gehen kann. Für Kinderwagen ist er also eher ungeeignet.

Schliesslich weist der Weg zuerst über eine Holzbrücke, die über einen Nebenarm der Sitter führt, und einen schmalen Kiesweg entlang, der nach gut einer Dreiviertelstunde Wanderung bei einer Stahlbrücke endet. Beim letzten Wegweiser vor der Stahlbrücke geht man in Richtung Waldkirch.

Wer die Wanderung noch historischer gestalten möchte, nimmt hier den Abzweiger in Richtung Ruine Ramschwag, wo es auch eine Feuerstelle gibt.

5 Stahlbrücke

Nach dem Überqueren der Stahlbrücke lädt nach wenigen Metern ein grosser Grillplatz auf der rechten Seite zum Verweilen ein. Es gibt einen grossen, verstellbaren Grillrost, Feuerholz und Tische mit Bänken. Der Platz eignet sich also auch für grössere Gruppen oder Schulklassen für eine Pause.

Sitzmöglichkeiten, Feuerholz, Grillrost: Hier hat es alles, was es für einen Zmittagshalt braucht.

Sitzmöglichkeiten, Feuerholz, Grillrost: Hier hat es alles, was es für einen Zmittagshalt braucht.

Bild: Judith Schönenberger

6 Truppenübungsanlage

Nach einer Stärkung beim Grillplatz führt der Weg über zwei Brücken durch eine Truppenübungsanlage des Schweizer Militärs. In mehreren Betonhäusern finden hier jeweils Übungen und Häuserkämpfe statt.

Die Häuser interessiert zu betrachten, ist erlaubt. Sie zu betreten, nicht.

Die Häuser interessiert zu betrachten, ist erlaubt. Sie zu betreten, nicht.

Bild: Judith Schönenberger

Nach der zweiten Brücke ragt auf der anderen Seite der Sitter die Ruine Ramschwag aus den Baumwipfeln. Der Weg macht eine Kurve von der Sitter weg nach links, es geht bergauf bis zum Bauernhof Buech.

Der schnellste Weg führt geradeaus bis zur Hauptstrasse, an dieser entlang – Achtung, kein Trottoir – ins Dorf St.Pelagiberg. Wer lieber auf Feldwegen bleibt, biegt beim Bauernhof Buech rechts in Richtung Thürlewang ab und nähert sich St.Pelagiberg über Ergeten. Im Dorf angekommen, folgt man der St.Pelagiberg-Strasse zur katholischen Kirche.

7 Kirche St.Pelagiberg

Die Wanderung endet bei der Wallfahrtskirche St.Pelagiberg. Wer sich für historische Bauten im romanischen Stil interessiert, dem sei eine Besichtigung des Innenraums der Kirche empfohlen. Auch bietet sich ein Besuch im Gastgarten des Exerzitienhauses an.

Gleich bei der Kirche befindet sich die Bushaltestelle St.Pelagiberg Kurhaus, von der aus jeweils stündlich – am Sonntag alle zwei Stunden – Busse zum Bahnhof Bischofszell fahren. Wer sein Auto in Bernhardzell abgestellt hat, geht über Treppen durch das Dorf St.Pelagiberg, biegt nach dem Reifengeschäft Pneu Forrer rechts auf den Feldweg ab und kehrt über die Weiler Wolfetswis, Vögeliberg und Loo nach Bernhardzell zurück. Dafür sollte zusätzlich mindestens noch einmal eine Stunde eingerechnet werden.

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