Wandertipp: Waghalsiges Panorama auf dem Alvier

Auf dem Alvier bietet sich ein atemberaubender Rundumblick. Der Weg dahin ist jedoch steil und nur für erfahrene Wanderer.

Text und Bilder: Sandro Büchler
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18 Bilder

Die Wanderung im Überblick

Start: Skihütte Gauschla, Palfries
Ziel: Skihütte Gauschla, Palfries
Strecke: 12,6 Kilometer
Wanderzeit: 5 Stunden, 30 Minuten
Aufstieg: 1100 Meter
Abstieg: 1100 Meter
Ausrüstung: Wanderschuhe, Rucksack, Wasser, Sonnencreme.
Gaststätten: Berghaus Palfries; Alvierhütte; Alp Stofel (je nach Wetter variieren die Öffnungszeiten).
Parkplätze: Palfries oder Skihütte Gauschla; Zufahrt via Trübbach/Wartau, Parkgebühr von 10 Franken.
Öffentlicher Verkehr: Seilbahn Palfries (Reservation notwendig). Haltestelle: Heiligkreuz (Mels), Ragnatsch.
Kartenmaterial: 1:25000, Blatt 1135 Buchs und 1155 Sargans.

1 Skihütte Gauschla Das Abenteuer zur Besteigung des Alviers beginnt in einem Steinbruch. Vom Parkplatz aus geht die Wanderung erst durch lockere Tannenwälder und üppige Blumenwiesen. Nach einem kurzen Aufstieg geniesst man einen ersten herrlichen Ausblick. Gegen Westen strecken sich die Churfirsten in die Höhe. Entlang der Höhenkurve geht es flott geradeaus. Hochmoore und Gesteinsbrocken säumen den Weg. Aus diesem Blickwinkel erscheint die Steilwand zum Alvier geradezu übermächtig. Doch genau dieser schroffe Felsvorsprung ist das heutige Ziel.

2 Palfries  Die Alp Palfries, die für ÖV-Benutzer durch eine Seilbahn vom Tal her erschlossen ist, kann ebenfalls Ausgangspunkt der Rundwanderung sein. Oberhalb der Alp liegt die Baumgrenze. So bietet sich nun kein Schatten mehr, die Sonne brennt bereits stark. Nicht nur die Kühe dürstet es deshalb nach Wasser. Auch die Wanderer füllen ihre Flaschen am Brunnen auf, denn nun windet sich der Weg steiler in die Höhe. Das Gebimmel der Kuhglocken wird zwar leiser, begleitet die schwitzenden Bergsteiger aber auf dem Aufstieg. Nahe der Felswand gibt es etwas Schatten, der aufkommende Windzug ist ebenfalls willkommen.

3 Chemmi  Am Wegrand sind Seile angebracht, die die Bewältigung der teils kniffligen Passagen erleichtern. Trittsicherheit ist dennoch gefordert, der Weg nur für geübte Wanderer zu empfehlen. Plötzlich führt nur noch eine Leiter nach oben. Im «Chemmi» fühlt man sich fast wie in einem Schornstein. Am Ende der Leiter blickt man zum ersten Mal auf die andere Seite – zum Rheintal.

4 Alvier  Auf dem Gipfel bietet sich ein atemberaubendes 360-Grad-Panorama. Man blickt aus ungewohnter Richtung zum Alpstein, zu den Glarner und Bündner Alpen sowie auf die Österreicher und Liechtensteiner Berggipfel. Allzu waghalsig darf man beim Ausblick auf den Walensee nicht sein, denn der Fels fällt senkrecht nach unten. In der Alvierhütte empfangen Katrin und Peter ihre Gäste mit Gerstensuppe, Fleisch- und Käseplättchen und ofenwarmem Kuchen. Die Lebensmittel werden mit dem Helikopter auf die 2345 m ü. M. gelegene Hütte gebracht, Frischprodukte werden hochgetragen oder kommen von den Alpen rundherum. Strom produzieren Solarzellen auf dem Dach, Wasser wird in einer Zisterne gewonnen. Die Hütte versprüht Charme und bietet zudem Übernachtungen für bis zu 20 Personen im Massenschlag an.

5 Barbielergrat  Im Zickzack führt der Weg sanft nach unten. Das Rheintal breitet sich in seiner ganzen Schönheit aus. So reicht der Blick vom Bodensee bis zur Bündner Herrschaft und dem Prättigau. Beim Wegkreuz Barbielergrat den Abzweiger zur Alp Stofel einschlagen.

6 Stofel  Nun wird es tierisch: Erst kreuzt eine Horde Schafe den Weg, anschliessend trotten Kühe entgegen und beäugen die Wandervögel neugierig. Kontinuierlich geht es ins Tal. Verspielte Ziegen springen entlang eines Zauns. Wanderer auf der einen Seite, die Ziegen auf der anderen. Bereits etwas im Schatten liegt die Alp Stofel. Doch wer sich mit dem hauseigenen Käse stärken will, braucht Mut. Denn schottische Hochlandrinder versperren den Weg zur Hütte. Die imposanten Hörner machen mächtig Eindruck. Doch die Tiere sind friedvoll und gütig.

7 Türlenweg  Auf dem letzten Abschnitt unbedingt den Türlenweg um den Guggstein begehen. Das ist zwar ein kleiner Schlenker, doch so umläuft man die tückische Felswand. Die letzte Etappe führt durch den Wald, der Weg wird wieder breiter. Am Ende dürften wohl fast allen die Beine etwas schmerzen, doch mit dem grandiosen Panorama im Kopf, denkt man schon an eine Wiederholung.

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