Wandertipp
Von Waldstatt zur Zürchersmühle: Eine Kurzwanderung für jeden ruhigen Sonntag

Auf dieser Wanderung, in kalter Jahreszeit, trifft man auf Ausblicke, welche einen staunen lassen. Die Hänge sind von Tau überzogen, die Bergketten mächtig. Und obwohl die Kühe nicht grasen, sondern im Stall liegen, wirkt die Kulisse typisch appenzellisch.

Elia Fagetti
Drucken
18 Bilder

Bild: Elia Fagetti

Infos zur Wanderung

Start: Bahnhof Waldstatt
Ziel: Haltestelle Zürchersmühle
Strecke: 6,2 km
Wanderzeit: ca. 2 h 
Aufstieg: 254 m
Abstieg: 260 m
Ausrüstung: Gutes Schuhwerk, Wanderung nicht für Kinderwagen geeignet.
Gaststätten: An der Hauptstrasse von Waldstatt gegenüber der Evangelischen Kirche befindet sich die «gädeli bar» 
Öffentlicher Verkehr: Appenzellerbahnen von Gossau/Herisau nach Waldstatt
Parkplätze: Etwas vom Bahnhof Waldstatt in Richtung Süden an der Urnäscherstrasse
Kartenmaterial: Landkarte: 1:25000, Blatt: 1094 Degersheim.

1 Bahnhof Waldstatt

Wir beginnen unsere Wanderung am Bahnhof Waldstatt. Das schöne Dorf im Appenzellerland lädt mit seiner klassischen Bauart zum Verweilen ein. Diesem Drang geben wir nicht nach, wir sind hier, um die Natur zu bestaunen.

2 Seniorenheim Bad Säntisblick

Zuerst wenden wir uns gen Süden und gehen los in Richtung des Tals der Urnäsch. Der Fluss entspringt auf der Schwägalp im Hungbüel am Fusse des Säntis und fliesst von dort zum namensgebenden Dorf. Wir folgen dem ausgeschriebenen Wanderweg in Richtung der ersten Station: der Auerlochsteg. Zuvor kommen wir aber am Seniorenheim Bad Säntisblick vorbei. Hier gibt es in verschiedensten Farben angemalte Pavillons – unter anderem ist einer der Heilpraktikerin Emma Kunz gewidmet – und einen Teich. Gerade an schönen Sonntagen trifft man hier auf die Bewohner, welche die Sonnenstrahlen geniessen. Wer noch schnell etwas zu sich nehmen möchte, kann das hier am besten tun.

Immer wieder öffnet sich der Waldsaum entlang des Weges und eröffnet weite Blicke in die Ferne.

Immer wieder öffnet sich der Waldsaum entlang des Weges und eröffnet weite Blicke in die Ferne.

Bild: Elia Fagetti

3 Auerlochsteg

Bis die schöne Holzbrücke zu sehen ist, geniesst man den weiten Ausblick über das Tal. Der enge Raum des mit Wald besetzten Tals gibt im richtigen Licht eine angenehm ruhige Atmosphäre. Perfekt für einen Sonntagsspaziergang. Das Wasser rauscht mit beruhigender Eintönigkeit im Hintergrund. An der Brücke angekommen, eröffnet sich der Blick auf einen schönen Wasserlauf. Gesäumt mit Steinen ist der Strand nicht gerade einladend. Doch wer gerne mit Steinen Staumauern baut, kommt hier sicher auf seine Kosten. Einfach darauf achten, nicht den natürlichen Fluss des Wassers zu verändern. Wir wenden den Blick in Richtung Hang. Dort sehen wir ein Holzhaus eingebettet in eine Wiese, die vor Tau glitzert. Entlang des Hangs schmiegt sich ein Weg, dem wir folgen.

Schnell kommt man aus dem kleinen Tal auf ein Plateau. Hier erreicht das Appenzellerland eine Schönheit, die kaum sonst wo gefunden wird. Rundherum erstreckt sich die so bezeichnende Hügellandschaft des Appenzeller Hochlandes. Eingerahmt durch die weiss bedeckten Berge liefert diese Aussicht einen der Gründe für den touristischen Erfolg der beiden Halbkantone.

Ab hier steigen wir weiter den Hügel hinauf. Vorbei an vereinzelten Bauernhäusern, die einen mit Baum und Schaukel vor der Haustür, die anderen mit eingezäuntem Garten, der nur so vor Leben strotzt. Die Weite des Blickfelds, eingezäunt durch die massiven Berge, gibt einen guten Kontrast zur Enge des Flusstals. Nicht beirren lassen durch die schlecht sichtbaren Wege. Wer sich die Ecken der Bauernhäuser genau anschaut, der sieht den Wanderweg gelb beschildert.

4 An der Strasse angekommen

Am Schluss des Aufstiegs gelangt man an eine Strasse. Sie ist nicht viel befahren und wir setzen unseren Weg fort, indem wir ihrem Lauf, wie dem eines Flusses, folgen. Die Strassen sind sehr kurvig, deshalb ist es wichtig, auf die Autos zu hören und an den Strassenrand zu stehen, zu warten, und erst weiterzugehen, wenn das Auto passiert ist. Nichts ist schlimmer als eine Wanderung, die vom Krankenwagen beendet wird. Entlang der Strasse nach der ersten Kurve auf der rechten Seite befindet sich eine schöne Bank, auf der man sich bei Bedarf ausruhen kann. Geht man neben der Strasse her, gelangt man relativ geschwind in verschiedenste Weiler. Immer wieder führen Wege hinab oder hinauf zu entlegeneren Häusern. Bis man schliesslich zum nächsten Wegweiser kommt.

5 Weiler Äschen

Dieser Wegweiser befindet sich im Weiler Äschen. Ab da geht es wieder runter an einem Bauernhof vorbei. Nicht erschrecken. Der Weg ist manchmal durch einen kleinen Hag abgesperrt. Einfach darübersteigen. Kleine Kinder sollten sich von ihren Eltern lieber helfen lassen. Wir wollen dem Bauern nicht seine Ausrüstung kaputtmachen. Nach dem Hag geht es ein Stück dem Hang entlang, bis man den nächsten Wegweiser auf der rechten Seite sieht. Hier einfach den Hang hinunter gehen. Auf seinen Tritt sollte man immer achten, doch hier lohnt es sich besonders. Denn der Hang ist sehr feucht und hält viel Wasser. So ist der eh schon unebene Boden schlammig und rutschig. Bevor es in wieder in den Wald geht, ist der Weg wieder angeschrieben. Bitte links halten.

6 Brücke beim Heusonder

Der Abstieg ist steil, aber durch Stufen gesichert. Am Tiefpunkt des Wegs angekommen, geht es über eine Brücke weiter. Fast geschafft. Ab hier geht es über einige Holzplanken, verstärkt mit Tritten, weiter. Über kleinste Rinnsale führen diese nach oben weiter. Achtung, diese Planken bestehen nicht immer aus dem frischesten Holz. Für Seniorinnen und Senioren ist es ratsam, hier sehr vorsichtig zu sein. Und plötzlich steht man auf einer Wiese neben der Hauptstrasse. Wer zur richtigen Zeit dort ist, hört auch das Bimmeln der Schranken für die Appenzeller Bahnen.

7 Zürchersmühle

Auf dem Trottoir neben der Hauptstrasse angekommen, folgen wir dieser bis zum Ende der Wanderung: der Haltestelle Zürchersmühle. Entlang des Wegs kommen wir am Gewerbehaus Saien vorbei. Wer seinen Blick in den Himmel erhebt, sieht auch von hier die allgegenwärtigen, weisslich schimmernden Berge. Ein angenehm grades, letztes Stück für diese angenehm ruhige Wanderung.