Wandertipp
Vom Bodensee hinauf ins ehemalige Landsgemeindedorf Trogen

Die gut fünfeinhalbstündige Wanderung führt durch die hügelige Landschaft des Appenzeller Vorderlands. Wanderer kommen immer wieder in den Genuss einer herrlichen Aussicht. Zu Beginn ist diese vor allem vom Bodensee geprägt. Personen, die ihre Beine schonen wollen, können den Aufstieg von Rorschach nach Heiden entweder ganz oder zum Teil mit der Zahnradbahn zurücklegen.

Arcangelo Balsamo
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Die Wanderung beginnt beim Hafenbahnhof in Rorschach und führt zunächst dem Seeufer entlang.
27 Bilder
Blick auf das Würth-Haus in Rorschach.
Während des ersten Aufstiegs passiert man das Schloss Wiggen.
Im Verlauf des Aufstiegs lohnt sich ein Blick zurück auf den Bodensee.
Das Schloss Wartensee ist zugleich ein Restaurant und ein beliebter Ort für Hochzeiten.
Zwischen Rorschach und Heiden verkehrt eine Zahnradbahn. Wanderer, die ihre Beine schonen wollen, können dank ihr den ersten Aufstieg abkürzen.
Ziegen geniessen die Frühlingssonne.
Der Bahnhof Schwendi bei Heiden eignet sich für eine kurze Rast. Es hat ein Bänklein und Wanderer finden eine Gratis-Toilette vor.
Auf dem Weg nach Heiden begegnet man unter anderem einer Schafherde.
Der Turm der evangelischen Kirche Heiden ist schon von weitem zu erkennen.
Das Heidler Bahnhofsgebäude wurde erst vor kurzem renoviert.
Der Kirchplatz Heiden.
Während des Aufstiegs in Richtung Kaien lohnt sich ein Blick zurück aufs Biedermeierdorf.
Blick auf die Gemeinde Wald vom Oberkaien aus.
Während des Abstiegs nach Rehetobel wird der Kirchturm grösser und grösser.
Der Dorfbrunnen in Rehetobel: Vorsicht, kein Trinkwasser!
Die Wanderroute führt direkt an der Kirche vorbei.
Das Dorfhaus Gupf im Zentrum Rehetobels ist ein Hotel und Restaurant. Es wurde im vergangenen Jahr eröffnet.
Falls die Schützen ihrem Hobby nachgehen, muss man spätestens bei diesem Bauernhof auf eine Alternativroute ausweichen.
Die Gemeinde Wald von der Alternativroute aus gesehen.
Ein typisches Appenzeller Bauernhaus.
Das Ziel der Wanderung sichtet man bereits früh. Ehe man es erreicht, muss man aber weiter hinab ins Tobel und im Anschluss nochmals einen Aufstieg bewältigen.
Im Chastenloch überquert man die Goldach.
Gegen Ende des Aufstiegs nach Trogen lädt ein Bänklein zum Verschnaufen ein.
Der kürzlich sanierte Landsgemeindeplatz in Trogen.
Blick auf die Gemeinde Speicher vom Bahnhof Trogen aus.
Der Wandertipp endet am Trogner Bahnhof.

Die Wanderung beginnt beim Hafenbahnhof in Rorschach und führt zunächst dem Seeufer entlang.

Die Wanderung im

Start: Rorschach Hafen
Ziel: Bahnhof Trogen
Strecke: 18,1 km
Wanderzeit: 5 h, 35 Minuten
Aufstieg: 1040 m
Abstieg: 523 m
Ausrüstung: Gutes Schuhwerk, Wanderung ist nicht für Kinderwagen geeignet.
Gaststätten: Einkehrmöglichkeiten gibt es auf der Strecke zuhauf. Wegen der Coronasituation Öffnungszeiten direkt bei den Gaststätten abklären.
Öffentlicher Verkehr: Haltestellen an Start und Ziel. Weitere Bahnhöfe und Zughaltestellen liegen entlang der Strecke.
Kartenmaterial: 1:25000, 1075 Rorschach, 1095 Gais. (arc)

1. Rorschach Hafen: Die Wanderung beginnt am Rorschacher Seeufer und verläuft zu Beginn diesem entlang bis zum Hauptbahnhof. Bei der hier beschriebenen Strecke handelt es sich um die Startetappe des Alpenpanoramawegs, der von Rorschach nach Genf führt. Die Wegweiser sind mit der Zahl 3 markiert. Den ersten findet man direkt beim Hafenbahnhof und auch im weiteren Verlauf sind sie meist gut zu erkennen.

Wer sich den ersten Aufstieg nach Heiden schenken möchte, kann am Hafen in die Zahnradbahn einsteigen und gelangt direkt an den dritten Wegpunkt. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, in Wienacht-Tobel auszusteigen oder in Schwendi bei Heiden (Wegpunkt 2). Je nach Fitnesslevel oder Zeitbudget stehen den Wanderern somit verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die Strecke abzukürzen.

Zu Fuss führt der Weg zu Beginn am Seeufer entlang an den Hauptbahnhof. Via Unterführung gelangt man auf dessen «Rückseite», wo die Route nach links der geteerten Strasse entlang führt. Kurz darauf beginnt der Aufstieg in Richtung Appenzellerland. Während dieses kommt man an den Schlössern Wiggen und Wartensee vorbei. Auf der Strecke zwischen den beiden Prachtbauten lohnt es sich, sich ab und an umzudrehen und die Sicht auf den Bodensee zu geniessen.

Beim Schloss Wartensee verlässt man die geteerte Strasse und biegt nach rechts ab. Nach einem kurzen Abschnitt über eine Wiese führt die Route in ein kleines Waldstück. Der Aufstieg ins Appenzeller Vorderland ist nicht besonders steil, dafür stetig. Nach einigen Minuten erreicht man den Bahnhof Wienacht-Tobel, wo es wieder ein Stück weit einer Strasse entlang geht, ehe es auf Wanderpfaden weitergeht. Die Strecke verläuft in diesem Bereich oft entlang der Bahnlinie.

2. Schwendi bei Heiden: Das Bänklein am Bahnhof an diesem Wegpunkt eignet sich für eine kurze Rast. Wer bereits seine Beine spürt, kann hier auch auf die Zahnradbahn warten und die Strecke bis nach Heiden mit der Bahn zurücklegen. Das Billett kann jedoch nicht am Bahnhof gelöst werden, da es vor Ort keinen Automaten mehr gibt. Wie man dennoch zu einem gültigen Fahrausweis kommt, ist am Bahnhof vermerkt. Vor Ort befinden sich ausserdem Gratistoiletten.

Nach der kurzen Rast geht es weiter in Richtung Biedermeierdorf. Zunächst führt die Strecke nach dem Bahnhof leicht bergab, ehe der Aufstieg fortgesetzt wird. Während dieses erblickt man den Kirchturm des Heidens, dem man sich nach und nach nähert. Der Weg führt entlang von Weiden. Auf diesen entdeckt man Alpakas und vor allem diverse Schafherden. Der Weg wird im Verlauf zu einer betonierten Strasse, die zum Bahnhof der Appenzeller Bahnen führt. Kurz darauf erreicht man das Dorfzentrum Heidens.

3. Heiden Kirchplatz: An diesem Wegpunkt trifft man auf einen wahren Schilderwald. Auf einem der zahlreichen Wanderwegweiser ist auch die Zahl Drei vermerkt, dem es zu folgen gilt. Die Strecke führt nun in Richtung Spital, nach welchem man kurz darauf nach rechts abbiegt. Hier geht es relativ steil hinauf durch ein Wohnquartier. Umso höher der Standort, desto lohnenswerter ist der Blick zurück auf Heiden und den Bodensee. Vermutlich auch wegen der grossartigen Aussicht kam der Autor während seiner Wanderung hier vom Alpenpanoramaweg ab und verpasste die Abzweigung in Richtung Kaienspitz, welches die eindeutig attraktivere Streckenführung ist. Wem dies ebenfalls passiert, findet sich stattdessen kurz darauf auf der Hauptstrasse und passiert das Appenzeller Heilbad Unterrechstein.

Um Zurück auf die Originalstrecke zu gelangen, kann man bei der Bushaltestelle Ausserkaien nach rechts abbiegen und direkt dem ersten Kiesweg, der auf der linken Seite liegt, folgen. Nach einem kurzen, relativ steilen Abschnitt ist man danach aber wieder auf Kurs.

4. Oberkaien: Der vierte Wegpunkt kommt dem höchsten Punkt der Wanderung gleich. Auf der linken Seite ragt die Gemeinde Wald auf einem Hügel empor. Nach einem ersten Stück über Wiesen gelangt man in einen kleinen Abschnitt, der von Bäumen gesäumt wird. Es beginnt der Abstieg in Richtung Rehetobel. Die Kirche im Dorfzentrum ist bereits von weitem zu erkennen. Der Weg führt am Altersheim Krone und dem Dorfbrunnen vorbei, ehe man die Kirche mit dem markanten Kirchturm erreicht.

5. Kirche Rehetobel: In Rehetobel angekommen, gibt es ganz in der Nähe der Kirche die Möglichkeit, sich mit Verpflegung einzudecken. Unweit des Gotteshauses befindet sich ein Volg, der von Montag bis Samstag bis 19.30 Uhr geöffnet hat. Um ihn zu erreichen, biegt man bei der Kirche nach rechts ab und spaziert am Dorfhaus Gupf vorbei. Das Restaurant und Hotel im Zentrum der Gemeinde wurden im vergangenen Jahr eröffnet. Beim Volg befinden sich übrigens auch Toiletten. Nachdem man sich entweder im Restaurant gestärkt oder die Einkäufe erledigt hat, geht es zurück zur Kirche, wo der Abstieg fortgesetzt werden kann.

6. Wisli: Wer während des Abstiegs von Rehetobel in Richtung Chastenloch Schüsse vernimmt, der muss sich in Acht nehmen. Die Originalroute führt quer über die Schusslinie des Schiessplatzes der Gemeinde. Auf Tafeln ist aufgeführt, an welchen Tagen die Schützen ihrem Hobby nachgehen und es wird auf eine Alternativroute verwiesen. Spätestens wenn man ein prächtiges hellbraunes Bauernhaus erreicht, sollte man nach links abbiegen. An dieser Stelle geht ein herzliches Dankeschön an die Bewohnerin des Bauernhauses, die den Autor davor bewahrt hat, ins Visier der Schützen zu geraten.

Die alternative Strecke führt einer Strasse entlang an der ARA der Gemeinde Rehetobel vorbei. In der Folge geht es einer geteerten Strasse entlang, bis man auf Wanderwegweiser trifft. Links sieht man bereits das Ziel der Wanderung: die Gemeinde Trogen. Sobald man auf die Wegweiser trifft, befindet man sich wieder auf dem Alpenpanoramaweg und kann den Abstieg in Richtung Chastenloch auf der Originalstrecke fortsetzen.

7. Chastenloch: Unten im Tobel angekommen, überquert man die Goldach. Bereits bevor man ganz unten angelangt ist, sieht man den Aufstieg, den es zum Abschluss der Wanderung zu bewältigen gilt. Er ist eine Art Dessert. Der Aufstieg dauert zwar nicht allzu lange, aber innert kürzester Zeit müssen die Wanderer nochmal mehrere hundert Höhenmeter zurücklegen. Mehr oder weniger am Ende des Aufstiegs lädt ein Bänklein dazu ein, eine Verschnaufpause einzulegen. Dass das Ziel beinahe erreicht ist, verrät eine Plakette an der Sitzmöglichkeit. Auf dieser wird darauf verwiesen, dass man sich mittlerweile definitiv auf Trogener Boden befindet.

8. Trogen Bahnhof: Nach der kurzen Rast auf dem Bänklein geht es nur noch leicht aufwärts. Die Route verläuft hier auf einem Kiesweg und führt am Sportplatz vorbei direkt auf den Landsgemeindeplatz. Dieser wurde erst kürzlich saniert. Besonders auffällig ist die neue Pflästerung. Nach einer kurzen Inspektion des historischen Platzes geht es dann von ihm aus rechts gesehen der Speicherstrasse entlang in Richtung Bahnhof, wo dieser Wandertipp endet, beziehungsweise von welchem man die zweite Etappe des Alpenpanoramawegs in Angriff nehmen kann. Den Wandertipp dazu gibt es übrigens hier.