Wandertipp: Via Galgentobel nach Obersteinach

Wer die Schluchten entlang der Steinach erkunden will und Züge sowie Burgen mag, kommt bei dieser Wanderung auf seine Kosten.

Text und Bilder: Denise Eigenmann
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29 Bilder

Die Wanderung im Überblick

Start: Restaurant Falkenburg
Ziel: Obersteinach, Haltestelle Käserei
Strecke: 12,6 km
Wanderzeit: 4 Stunden
Aufstieg: 128 m
Abstieg: 497 m
Ausrüstung: gutes Schuhwerk. Für Kinderwagen ist die Wanderung aufgrund diverser Treppen nicht geeignet.
Gaststätten: Restaurant Falkenburg, St. Gallen, Mo–Sa 11–23 Uhr, Sonntag und Feiertage 11–22 Uhr
Öffentlicher Verkehr: Postauto Nr. 210, Steinach Kirche bis St. Gallen Bahnhof
Kartenmaterial: 1:25000, Blatt 1075 Rorschach

 1 Restaurant Falkenburg Wir starten unsere Wanderung nach einem feinen Mittagessen und einer abschliessenden Tasse Cappuccino auf der Gartenterrasse des Restaurants Falkenburg bei strahlendem Sonnenschein. Von der Falkenburg geht der Weg über Strässchen und Treppen hinunter zur Talstation der Mühleggbahn. Wir geniessen das malerische Klosterviertel und gelangen anschliessend via Lämmlisbrunnen- und Rorschacherstrasse zum Kantonsspital. Den Weg entlang der Rorschacherstrasse nehmen wir gerne in Kauf, da wir bereits ahnen, dass der zweite und grössere Teil der Wanderung abseits vom Strassenlärm erfolgt.

2 Stadion Espenmoos Vom Kantonsspital erreichen wir über die Ost-, Helvetia-, Spinnerei- und Heiligkreuzstrasse das Stadion Espenmoos. Wer diese vielmals lärmigen und verkehrsreichen Strassen meiden möchte, kann die Wanderung auch direkt beim Stadion Espenmoos beginnen und dazu den Bus Nummer sechs ab der Haltestelle St. Georgen/Mühlegg in Richtung Heiligkreuz nehmen und dann bei der Kolosseumstrasse aussteigen.

3 Galgentobelweg Via Lukasstrasse gelangen wir zur Espentobelstrasse, der wir zwischen den Häusern hindurch bis zu den Gleisen folgen. Der Galgentobelweg ist beschildert und führt über eine kurze Lochgitter-Brücke, an deren Ende bereits der nächste Wegweiser die Richtung nach Mörschwil anzeigt. Wer Züge mag, wird dieses Teilstück der Wanderung lieben. Sonnige Abschnitte unmittelbar neben den Gleisen wechseln sich ab mit schattigen Waldwegen. Oft befindet sich der Eisenbahnschotter nur etwas mehr als eine Armlänge vom Wanderweg entfernt – und der Geruch des Eisens der Schienen begleitet einen kilometerweit. Wem die Gegend vertraut ist, erkennt bald zu seiner Linken weit oben die Hochhäuser der Bruggwaldstrasse.

4 Steinach-Fussweg Nach etwa zwei Kilometern folgen wir dem Wegweiser zum Steinach-Fussweg. Immer wieder laden Sitzbänke zu einer kleinen Ruhepause ein. Nach einer solchen Pause passieren wir ein einsames Haus neben den Gleisen, das von drei riesigen Hunden bewacht wird, die ihre Aufgabe offensichtlich sehr ernst nehmen. Das Schild «Hunde bellen nur» und der das Haus umgebende Elektrozaun tragen nur in geringem Masse dazu bei, die bei uns eingetretene Schockstarre angesichts der rasenden Meute zu überwinden.

5 Bahnhof Mörschwil Natürlich lassen wir dieses Haus so schnell wie möglich hinter uns und folgen mit raschen Schritten dem Weg zum Bahnhof Mörschwil, wo wir unsere nächste und wohlverdiente Verschnaufpause einlegen. Beim Automaten hinter dem Bahnhofshäuschen stärken wir uns mit kühlen Getränken und Schokoriegeln.

6 Steinerburg Beim Bahnhof Mörschwil ist der Weg zur Steinerburg gekennzeichnet. Wir passieren die Villa Viktoria und bald führt uns der Weg in den schattigen Wald, wo idyllische Waldwege und unregelmässige, in die Erde geschlagene Treppenstufen zur Steinach hinabführen. Die Tatsache, dass der Fluss nicht viel Wasser führt, verleitet uns dazu, anstatt des Gallusstegs die aus dem Fluss ragenden Steine für die Überquerung zu nutzen. Glücklicherweise gelangen wir trockenen Fusses zu weiteren Treppenstufen, die den Hügel hinauf zur Steinerburg führen, deren Bergfried vor knapp 800 Jahren erbaut wurde.

7 Obersteinach Vorbei an einem Hof mit grasenden Alpakas und weiteren Höfen mit Apfelbaumplantagen gelangen wir schliesslich ans Ziel unserer Wanderung und steigen an der Haltestelle Käserei in Obersteinach müde, aber glücklich in das Postauto nach St. Gallen.

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