Wandertipp: Über zwei Hügel vom Landsgemeindeplatz in Trogen in die Hauptgasse nach Appenzell

Die Route von Trogen via Bühler nach Appenzell verläuft über zwei sanfte Hügel und lässt sich auch von ungeübten Wanderern problemlos meistern. Ständiger Begleiter auf der Route ist das Alpsteinmassiv.

Arcangelo Balsamo
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Für die An- und Abreise lohnt es sich, den öffentlichen Verkehr zu nutzen. Im Bild: der Bahnhof Trogen.
20 Bilder
Von Beginn an kommen die Wanderer in den Genuss der coupierten Landschaft des Appenzellerlandes.
Während des ersten Anstiegs kommt man am Kinderdorf Pestalozzi vorbei.
Ein Kalb grüsst die Wanderer oberhalb des Kinderdorfs.
Blick auf das Appenzeller Vorderland.
Auf der Hohen Buche sieht man nicht nur den Bodensee,...
... sondern auch die Appenzeller Alpen.
Typisch Appenzellerland: Hügel so weit das Auge reicht.
Das Restaurant Hohe Buche (rechts im Bild) liegt auf dem ersten Hügel der Wanderroute.
Auf dem Abstieg nach Bühler treffen die Wanderer auf eine Grillstelle.
Blick auf den Säntis auf dem Weg nach Bühler.
Nicht nur Kühen sondern auch Alpakas begegnet man auf der Route nach Appenzell.
Blick auf Bühler.
Im Bereich Saul präsentiert sich den Wanderern das Appenzeller Hinterland.
Kurz vor dem höchsten Punkt der Route erreicht man diese Kapelle.
Von links werden Wanderer vom Hohen Kasten begrüsst.
Über dem Dorf Appenzell thront der Säntis.
Während dem man sich dem Innerrhoder Hauptort nähert, steigt die Zahl der Wanderer, die man auf der Strecke trifft.
Die Pfarrkirche St.Mauritius in Appenzell.
Die Hauptgasse Appenzell ist sowohl bei Einheimischen als auch bei Touristen sehr beliebt und lädt zum Verweilen nach den Strapazen ein.

Für die An- und Abreise lohnt es sich, den öffentlichen Verkehr zu nutzen. Im Bild: der Bahnhof Trogen.

Die Wanderung im Überblick

Start: Landsgemeindeplatz Trogen
Ziel: Hauptgasse Appenzell
Strecke: 12,9 km
Wanderzeit: 3 h 50 min
Aufstieg: 541 m
Abstieg: 667 m
Ausrüstung: Gutes Schuhwerk; die Wanderung ist nicht für Kinderwagen geeignet.
Gaststätten: Restaurant Hohe Buche; diverse Beizen am Ziel in Appenzell
Öffentlicher Verkehr: Der Bahnhof Trogen befindet sich nur wenige Gehminuten vom Startpunkt entfernt. Der Landsgemeindeplatz ist ausserdem mit dem Postauto erreichbar. Die Hauptgasse ist in der Nähe des Bahnhofs Appenzell, von dem Postautos und Züge verkehren.
Kartenmaterial: 1:25000 Blatt 1095 Gais. (arc)

1. Landsgemeindeplatz Trogen: Die Wanderung vom Appenzeller Mittelland in den Hauptort Innerrhodens beginnt im Trogner Dorfzentrum am Landsgemeindeplatz. Der Platz, der bis Juni 2021 neu gestaltet wird, ist nur wenige Gehminuten vom Bahnhof Trogen entfernt. Wer sich den Gang ins Zentrum sparen möchte, kann die Wanderung auch am Bahnhof beginnen. Der Weg zum Kinderdorf Pestalozzi, an dem man auf der ersten Etappe der Wanderung vorbeikommt, ist ausgeschildert. Startpunkt hin oder her, auf den ersten Metern geht es stetig bergauf.

Bei der Wanderung von Trogen via Bühler nach Appenzell handelt es sich um die zweite Etappe des Alpenpanoramawegs, der von Rorschach nach Genf verläuft. Die Route ist mit besonderen Wegweisern gekennzeichnet, die eine weisse 3 auf hellgrünem Grund aufweisen.

Die Strecke zur Hohen Buche verläuft zum Teil auf Kieswegen und durch ein kurzes Waldstück. Nach dem Verlassen des Waldes lohnt es sich, sich kurz umzudrehen und den Blick auf den Bodensee zu richten. Das Panorama lässt sich allerdings auch noch kurz vor dem Erreichen des nächsten Wegpunkts bestaunen.

2. Hohe Buche: Auf der Hohen Buche steht das gleichnamige Restaurant. Von dessen Aussenbereich aus hat man einen herrlichen Blick auf die Appenzeller Alpen und das Hinterland. Zur Orientierung gibt's eine Tafel. Dank dieser finden auch absolute Alpsteinbanausen heraus, welcher Berg nun der Säntis, das Öhrli oder der Hohe Kasten ist. Sollten die Gipfel von Wolken verdeckt sein, ist dies zu diesem Zeitpunkt noch verkraftbar. Die Bergformation ist von nun an ständiger Begleiter auf dem Weg nach Appenzell und die Chancen sind entsprechend gross, im Verlauf des Ausflugs doch noch einen Blick auf die Gipfel zu erhaschen.

Nach dem Aufstieg zur Hohen Buche steht der erste Abstieg des Tages an. Dieser verläuft mehrheitlich über Kuhweiden – allgemein trifft man auf der Route ab hier regelmässig auf freilaufende Kühe. Wer Angst vor den Tieren hat, der sollte es sich deshalb besser zwei- oder dreimal überlegen, ob er die Wanderung bestreiten möchte.

Wer sich nicht im Restaurant ausgeruht hat, der kann dies kurz danach auf einem Bänklein tun. Und eine weitere Möglichkeit zur Erholung bietet die Grillstelle auf dem Weg hinab nach Bühler. Die Feuerstelle hat einen Grillrost und auch Feuerholz und Löschwasser stehen für Ausflügler bereit. Der Abschnitt, der ins Rotbachtal nach Bühler führt, überschneidet sich mit dem Themenwanderweg «Rond om Bühler», auf dem Interessierte Informationen zur Region erhalten. Zudem wird einem während des Abstiegs vor Augen geführt, dass im Appenzellerland nicht nur Kühe gehalten werden. Auch Alpakas leben mittlerweile in der Region. Vor Spuckattacken muss man sich aber nicht fürchten, da die Weide der Vierbeiner mit südamerikanischer Herkunft nicht durchquert werden muss. Kurz nach der tierischen Begegnug blickt man auf das nächste Etappenziel hinunter: die Gemeinde Bühler.

3. Bühler Dorf: In Bühler angekommen, überquert man nur wenige Meter vom Gemeindehaus entfernt die Hauptstrasse und die Schienen der Appenzeller Bahnen, ehe man die Turnhalle und den Sportplatz der Gemeinde erreicht. Dabei passiert man auch den Rotbach, der für den Namen des Tals verantwortlich ist.

Kurz nachdem man am Bühlerer Kunstrasen vorbeigekommen ist, präsentiert sich einem der Hügel, den es als nächstes zu bewältigen gilt. Vorweg: Die Kuppe sieht zu Beginn deutlich bedrohlicher aus, als sie in Wahrheit ist. Während des Anstiegs stechen steinige Bänke, ein Brunnen sowie spezielle Kandelaber ins Auge. Würde es nicht permanent aufwärts gehen, könnte man sich in einem Stadtpark wähnen, und nicht auf der Strecke, die während der Wintermonate als Schlittelpiste genutzt wird. Während des Anstiegs passiert man mehr oder weniger unbemerkt die Kantonsgrenze und betritt Innerrhoder Boden.

4. Saul: Auf dem zweiten Hügel angekommen, trifft man rasch auf eine Sitzgelegenheit. Hier lohnt es sich, inne zu halten und den herrliche Ausblick auf den Alpstein zu geniessen. Akustisch umrahmt wird das Panorama – wie könnte es anders sein – von Kuhglockengebimmel.

Das Bänklein liegt direkt neben einer Kapelle, bei der man sich ebenfalls ausruhen kann. Das kleine Gotteshaus ist zwar auf der Karte eingezeichnet und hat gar eine Adresse (Weesenstrasse 83), der Name der Kapelle ist im Internet jedoch nicht auf die Schnelle herauszufinden. Die Bezeichnung «Strasse» trügt ohnehin. In Wahrheit handelt es sich um einen schmalen, ungeteerten Pfad.

Dieser führt direkt im Anschluss nur noch ganz leicht bergauf. Oben angekommen präsentiert sich den Wanderern das Dorf Appenzell. Darüber thront der Säntis und von der linken Seite begrüsst der Hohe Kasten die Wanderer auf dem Hügel. Mit dem Bergpanorama im Hintergrund geht's ab diesem Zeitpunkt den Hügel herunter in den Innerrhoder Hauptort.

5. Hauptgasse Appenzell: Während des Abstiegs nach Appenzell trifft man wiederum auf Kühe, aber nicht nur. War man zuvor noch meist alleine unterwegs, begegnet man nun vermehrt anderen Wanderern.

Auch am Ziel darf man sich nicht wundern, dass es plötzlich viel mehr Menschen hat. Die Hauptgasse in Appenzell ist nicht nur bei Einheimischen, sondern auch bei Touristen äusserst beliebt und Geschäfte und Gasthäuser laden auch an Sonntagen zum Verweilen ein. Besonders nach den zwei Auf- und Abstiegen hat man sich eine Rast in einem der Gasthäuser verdient, ehe man sich in Richtung des nahe gelegenen Bahnhofs macht. Wer ihn nicht auf Anhieb findet, der folgt – wie bereits in den Stunden davor – den Wegweisern mit der weissen Nummer drei auf hellgrünem Grund.

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