Wandertipp: Schaukelstühle, Hangsofas und eine grüne Oase – Kuriositäten auf dem «Seeblick Bänkliweg» in Rorschacherberg

An verschiedenen Plätzen entlang diesem erst kürzlich eingeweihten Wanderweg finden sich spezielle Sitzgelegenheiten, die zum Auszuruhen, Geniessen und Entschleunigen einladen.

Miguel Lo Bartolo
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Die Wanderung im Überblick

Start: Rorschacherberg, Rosenegg
Ziel: Rorschacherberg, Linkolnsberg
Strecke: 6,2 Kilometer
Wanderzeit: 2:20 Stunden
Aufstieg: 334 Meter
Abstieg: 341 Meter
Ausrüstung: Gutes Schuhwerk erforderlich, für Kinderwagen nur bestimmte Etappen geeignet
Gaststätten: keine unterwegs
Parkplätze: Beim Bahnhof Rorschach Stadt
Öffentlicher Verkehr: Rorschach erreicht man gut mit Bus oder Bahn.
Kartenmaterial: 1:25000, Blatt 1075 Rorschach

Der Bänkliweg wurde erst September dieses Jahres eingeweiht. Trotzdem ist die Route in Rorschacherberg schon gut besucht. Besonders an Wochenenden treibt es Wanderlustige ins Hochland nah dem Bodensee. Auf der rund zweieinhalbstündigen Wanderung trifft man alle paar hundert Meter auf originelle Sitzgelegenheiten. Einige davon sind aber ziemlich gut versteckt. So fügt sich beispielsweise die «Grüne Oase» fast nahtlos ins Landschaftsbild ein und dürfte wohl nur von den aufmerksamsten Wanderern als Sitzbank wahrgenommen werden:

1. Rorschacherberg, Rosenengg

Startpunkt, bei der Bushaltestelle Rosenegg, Rorschacherberg.

Startpunkt, bei der Bushaltestelle Rosenegg, Rorschacherberg.

Unsere Wanderung beginnt bei einem Kreisel in Rorschacherberg, bei der Bushaltestelle Rosenegg. Wir sehen die Metzgerei Breitenmoser und ein Busdepot für Seebusse. Rorschach ist sehr gut mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen. Um zum Startpunkt der Wanderung zu gelangen, kann man also mit Bus oder Bahn zum Stadtbahnhof fahren und dann den Seebus 253 Richtung Goldach nehmen.

Der Weg führt nun unter der Autobahnbrücke durch und für zirka drei Kilometer fast ausschliesslich bergauf. Die Hauptattraktion – die ungewöhnlichen Sitzgelegenheiten – ist glücklicherweise zum Nutzen da. Eine Erste finden wir kurz vor Frommenwilen.

2. Frommenwilen

Der Seeblick Bänkliweg ist gut beschildert. Man braucht immer nur dem grünen Logo auf weissem Grund zu folgen. Über die St.-Anna-Schloss-Strasse gelangen wir auf einen Feldweg, bei dem wir rechts einbiegen. Folgen wir diesem, gelangen wir zum ersten Aussichtspunkt:

Nach über 100 zurückgelegten Höhenmetern nehmen wir das erste Mal auf einer «Hängeliege» Platz.

Nach über 100 zurückgelegten Höhenmetern nehmen wir das erste Mal auf einer «Hängeliege» Platz.

Nach einer kurzen Verschnaufpause laufen wir weiter Richtung Eschlen, an Frommenwilen und Büel vorbei. Die Weiler bei Rorschacherberg zeichnet sich durch seine hügelige Landschaft aus. Frommenwilen und Büel liegen auf rund 600 Meter über Meer und bestehen jeweils aus einer Handvoll Wohnbauten. Wir marschieren im Eiltempo daran vorbei und sehen währenddessen zu unserer Rechten, zahlreiche Rinder grasen.

3. Weid

Das ist der streckenmässig längste Abschnitt der Wanderung. Um von Büel nach Weid zu gelangen, müssen wir der Eschlenstrasse bis zur Verzweigung folgen und dann für zirka 100 Meter der Hasenhusstrasse entlang laufen. Wir stehen an einer Kreuzung und sehen links auf den Hof bei Büel, rechts in ein kleines Waldstück hinein. Letzteres peilen wir an. Über Stock und Stein und durch eine Menge Matsch kämpfen wir uns durch Feldwege, die uns einiges an Ausdauer abverlangen.

An der Lehstrasse angekommen, laufen wir (endlich) wieder auf gepflastertem Boden. Bei der Verzweigung Alpenaustrasse/ Hasenhusstrasse erblicken wir die eingangs erwähnte «Grüne Oase». Der Hasenhusstrasse folgen wir nun für einige hundert Meter. Hier ist Vorsicht geboten, denn die kurvige Strasse ist für den motorisierten Verkehr äusserst unübersichtlich. Wir bleiben bis zur Verzweigung Hasenhus auf der Hauptstrasse, gehen durch das Waldstück und vorbei an einer Weide, auf der besondere Rinder weiden:

4. Hohriet

Am Weiler Hohriet streifen wir nur vorbei. Wir peilen den Wald im Osten an und laufen zirka 500 Meter des laubbesetzten Waldwegs ab. Zu unserer Rechten sehen wir eine grössere Grillstelle. Wir nutzen die Gelegenheit für eine Pause. Weit ist es ohnehin nicht mehr, und von nun an geht es nur noch abwärts.

«Achtung, Schikanen!», heisst es auf einem Schild. Den Begriff kennt man vom Autorennen. Betrifft uns also nicht, wir sind ja zu Fuss unterwegs ... Spass bei Seite: Der steile Abstieg kann schon tückisch sein; besonders im Herbst, wenn nasses Laub die Rutschgefahr erhöht. Deshalb ist auch hier wieder Vorsicht geboten.

Der Abstieg führt aus dem Wald heraus, an die Heidenerstrasse. Auf der anderen Seite der Strasse verläuft ein Richtung Hof. Diesem folgen wir. Und von dort aus gehen wir weiter der Hofhaldenstrasse nach. Auf dieser Strecke spriessen die Bänkli wie Pilze aus dem Boden.

Da wäre beispielsweise die Spielbank, auf der sich eine Partie Mühle spielen liesse – vorausgesetzt man nimmt die Spielsteine selbst mit. Oder die «Federwippen» bei Guggenbüel. Der Name sollte die Funktion der Sitzbank vorweggenommen haben. Spass macht's allemal.

5. Linkolnsberg

Auf der rechten Seite der Hofhaldenstrasse sehen wir einen Schaukelstuhl, der dem amerikanischen Stil nachempfunden scheint. Doch die Lage dieses Schaukelstuhls ist alles andere als idyllisch. Man blickt direkt auf die Autobahn:

Die Stiftung, die diesen finanziert hat, namentlich die Albin-Pedrotti-Stiftung, beschreibt die Lage in einer erfrischenden Selbstironie als (be)rauschend.

Die Unterführung führt uns wieder auf die andere Seite der Autobahn und zum Ziel der Wanderung. Von dort aus kann man das Heidenerbähnli oder den Seebus zum Hauptbahnhof Rorschach nehmen. Wer den Seebus nehmen möchte, folgt der Thalerstrasse Richtung Westen.