Wandertipp: Mitten durchs Herz von «Mostindien»

Egnach gilt nicht nur als Zentrum der Thurgauer Obst- und Beerenkultur, sondern hat auch die meisten Weiler im Kanton.

Text und Bilder: Natascha Arsic
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21 Bilder

Die Wanderung im Überblick

Start: Bahnhof Häggenschwil- Winden
Ziel: Bahnhof Steinebrunn
Strecke: 7,3 Kilometer
Wanderzeit: 1 Stunde 50 Minuten
Aufstieg: 95 Meter
Abstieg: 160 Meter
Ausrüstung: gutes Schuhwerk, nicht für Kinderwagen geeignet
Gaststätten: Restaurant Landbau, Ballen, Mi-So 8-23 Uhr, Mo-Di Ruhetag, Mausacker Biohof und Beiz, Steinebrunn, saisonale Öffnungszeiten: Tel. 071 477 11 37
Parkplätze: beim Bahnhof
Öffentlicher Verkehr: Bahnhof Häggenschwil-Winden
Kartenmaterial: 1:25000 Blatt 1055 Romanshorn und 1075 Rorschach. (nat)

1 Bahnhof Häggenschwil-Winden

Die gemütliche Wanderung beginnt am Bahnhof Häggenschwil- Winden. Vorbei am Parkplatz folgt man den weissen Schildern mit einer Erdbeere, die den Egnacher «Beeri- Weg» kennzeichnen. Der Wanderer läuft an zahlreichen Obstanlagen, Wiesen und Bauernhöfen vorbei. Da die Route querfeldein über eine der Wiesen führt, ist sie nicht für Kinderwagen geeignet.

2 Breitenmooswald

Nach rund 15 Minuten erreicht man bereits den ersten Bauernhof mit einer kleinen Apfelplantage. Von da aus bietet sich bei schönem Wetter ein wunderbarer Ausblick auf den Bodensee. Anschliessend führt ein Kiesweg vorbei an weiteren Bauernhöfen zum Breitenmooswald. Die Farben der Blätter erinnern derzeit an den Herbst.

Bei einer Wanderung im Sommer bieten die grossen Bäume reichlich Schatten. Im Wald gibt es auch eine Feuerstelle. Weiter dem «Beeri-Weg» entlang überquert man eine Wiese und gelangt schliesslich nach Ballen. Im Restaurant Landbau kann, wenn nötig, eine erste Pause eingelegt werden. Danach führt der Weg wieder an zahlreichen Apfelplantagen vorbei.

Nicht umsonst trägt der Kanton Thurgau den Spitznamen Mostindien. Deshalb empfiehlt es sich, die Wanderung während der Blütezeit im Sommer zu machen. Nach knapp einer halben Stunde erreicht man eine Kreuzung hinter einem Einfamilienhaus.

Für die nächsten 500 Meter folgt man den Schildern mit einer Erdbeere und einem Apfel darauf. Danach trennen sich die Wege der Früchte. Die Erdbeer- Route führt zum Bahnhof Egnach. Diese Wanderroute folgt jedoch dem «Öpfel-Weg» ins Mausacker.

3 Mausacker

Spätestens hier darf eine wohlverdiente Pause eingelegt werden. Das Mausacker ist Biohof und Beiz zugleich. Im Restaurant wird Süssmost aus der hauseigenen Mosterei serviert. Je nach Saison werden verschiedene Gerichte angeboten.

Eine bekannte Spezialität ist der Stockfisch. Dieser wird nach traditionellem Rezept zubereitet und lockt jährlich mutige neue Gäste sowie treue Fans. Die Stockfisch-Saison dauert jeweils von Ende Januar bis Karfreitag, was für eine Wanderung im Winter spricht.

Im Sommer hingegen wird die französische Fischsuppe Bouillabaisse angeboten. Nach der Stärkung läuft man für zirka 200 Meter weiter auf dem Asphalt, bis man bei Waldershaus links auf einen Kiesweg abbiegt. Der Pfad führt erneut vorbei an Obstplantagen und durch einen Wald mit einer Feuerstelle.

4 Olmishausen

Schliesslich kommt man nach 20 Minuten in Olmishausen an. Um zum Hofladen der Öpfelfarm zu gelangen, muss man die erste Strasse rechts abbiegen. Bereits nach kurzer Zeit sieht man dann das Holzgebäude auf der rechten Seite. Drinnen scheint die Zeit stehen geblieben. Das Lädeli erinnert an früher, als es noch keine grossen Supermärkte gab.

Verkauft werden nicht nur die klassischen Öpfelringli, sondern auch andere getrocknete Früchte sowie Honig, Konfitüre, Saucen, Liköre und vieles mehr. Da die Route beinah geschafft ist, bietet es sich an, frische Produkte wie Milch, Eier oder Fleisch zu kaufen.

Auf Wunsch kann die Wanderung mit einer Besichtigung der Produktionsstätte kombiniert werden. Die Führung dauert etwa zwei Stunden und kann von Montag bis Freitag, 8 Uhr bis 15 Uhr, organisiert werden. Eine Voranmeldung ist nötig.

5 Bahnhof Steinebrunn

Im Anschluss an den Besuch im Hofladen kehrt man wieder zurück auf die Olmishauserstrasse und läuft weiter geradeaus nach Steinebrunn unter der Brücke durch. Nach hundert Metern biegt man rechts ab und ist zwei Minuten später am Ziel Bahnhof Steinebrunn angelangt. Von hier aus verkehrt im Halbstundentakt die S8 Richtung St. Gallen oder Schaffhausen sowie die Buslinie 941 nach Arbon oder Amriswil.

Karte und Profil: sbu

Karte und Profil: sbu

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