Wandertipp: Mit Anlauf um den Eselschwanz

Die gemütliche Abwärtswanderung durch die ländliche Zivilisation findet ihr Ende im dschungelartigen Eselschwanz.

Miguel Lo Bartolo
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22 Bilder

Die Wanderung im Überblick

Start: Lutzenberg, Hellbüchel
Ziel: St. Margrethen, Eselschwanz
Strecke: 11,4 Kilometer
Wanderzeit: 2h 30min
Aufstieg: 42 Meter
Abstieg: 204 Meter
Ausrüstung: Gutes Schuhwerk, für Kinderwagen ungeeignet
Gaststätten: Restaurant Löwen, Thal, Mo-Do 9-20.30 Uhr,
Fr 9-20.30 Uhr, Samstag Ruhetag, So 14.30-§8.30 Uhr
Restaurant Caprese, Rheineck, Mo-So 10.30-14 und 17-23.30 Uhr
Parkplätze: Oberer Werdbüchel, Heiden
Öffentlicher Verkehr: Postauto oder Appenzeller Bahnen
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25'000, Blatt 1076 St. Margrethen (mlb)

Bushof Heiden

Wir starten am Busbahnhof Heiden und nehmen den 222er Richtung Rheineck. Bei der Haltestelle Hellbüchel in Lutzenberg steigen wir aus. Hier beginnt unser Fussweg. Wir folgen also der Hellbüchelstrasse, die ein paar hundert Meter weiter in die Strasse Oberhaufen mündet. Wir erblicken aus der Ferne schon eine Gaststätte: das Drei-Sterne-Hotel Hohe Lust. Hier gehen wir dem schmalen Weg zu unserer Linken für etwa 500 Meter nach, bevor wir rechts in die Dorfhalde abbiegen.

Mitten in dieser ländlichen Siedlung befindet sich ein Einfamilienhaus, dessen Hintereingang mit «Bahnhof Buck» beschriftet und mit realitätsnahen Bahnhofsrequisiten bestückt ist. Das Abwärtslaufen fällt leicht, deshalb brauchen wir nicht auf den Zug zu warten. Tun wir es dennoch, dauert es nicht lange, bis uns ein Anwohner freundlich darauf hinweist, dass der Bahnhof Buck nur eine Erfindung des Hausbesitzers ist. «Sie glauben gar nicht, wie viele Wanderer hier schon vergeblich nach einem Gleis gesucht haben», sagte er. Genau genommen tun wir es doch.

Am Bahnhof Buck warten ratlose Wanderer vergeblich auf einen Zug.

Am Bahnhof Buck warten ratlose Wanderer vergeblich auf einen Zug.

Bilder: Miguel Lo Bartolo

In der Dorfhalde

Die Dorfhalde ist ein ein idyllisches Kleinviertel, in dem die Wohnblöcke wie kleine Schlösser aussehen. Wir befinden uns noch immer in Lutzenberg, gehen aber praktisch der Grenze zu Thal und damit auch zum Kanton St. Gallen entlang. Der wachsame Wanderer wird auf diesem Weg mit etwas Glück einen Fuchs erspähen. Wegen der sich am Kies reibenden Schuhsohlen hören wir das leise Rauschen der Quelle zu unserer Rechten leider kaum.

Unser Weg führt uns auch weiterhin abwärts bis nach Thal. Das Rauschen Quelle, das uns eben noch verwehrt wurde, gewährt uns diesmal der bedeutend grössere Freibach. An der Gabelung vor dem Kirchplatz angekommen, können wir das Bauwerk der Paritätischen Kirche Thal bewundern. Wir befinden uns nun im Herzen des Dorfes und kundschaften auf unserem Weg entlang der Dorfstrasse die Altbauten aus.

Über Thal nach Rheineck

Nach dem Dorflädeli an der Kreuzung Tobelmül-/Dorfstrasse biegen wir bei «Bässen» rechts ab. Auf dieser gut 200 Meter langen Strasse treffen wir unseren alten Bekannten, den Freibach, wieder. Er begleitet uns noch ein Stückchen entlang der Bach- und der Töberstrasse. Wer jetzt schon hungrig ist, der ist mit einem Abstecher ins Restaurant Löwen an der Rheineckerstrasse gut beraten.

Der schmale Kiesweg zwischen Thal und Rheineck führt vorbei an Scheunen und Landhäusern.

Der schmale Kiesweg zwischen Thal und Rheineck führt vorbei an Scheunen und Landhäusern.

Ansonsten folgt man 15 Gehminuten der Töberstrasse und überquert auf Höhe der Marienburg die kleine Brücke über dem Steinlibach. Weite Wiesen und Felder soweit das Auge reicht und hie und da eine kleine Scheune – wir befinden uns jetzt auf dem Weg nach Rheineck. Wir laufen entlang der Lindenstrasse an der Linden Lounge vorbei und gelangen nach gut 400 Metern auf die Rorschacherstrasse. Diese führt uns an der Kirche St. Theresia vorbei zum Bahnhof Rheineck.

Naturschutzgebiet Eselschwanz

Von hier an ist die Umrundung des Eselschwanzes nur noch eine Frage des Orientierungssinns.

Von hier an ist die Umrundung des Eselschwanzes nur noch eine Frage des Orientierungssinns.

Vom Bahnhof Rheineck aus laufen wir weiter der Hauptstrasse entlang, und biegen auf Höhe des Grenzübergangs rechts ein. Wir betreten gleich das Naturschutzgebiet Eselschwanz. Links neben uns verläuft der Alte Rhein. Bei gutem Wetter sind hier zahlreiche Velofahrer und Hundehalter unterwegs. Eine kalte Betonwand trennt die parallel zu unserem Gehweg laufende Autobahn vom Grün der Vegetation.

Das Waldstück hat fast schon etwas Dschungelartiges. Die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Man hört ununterbrochenes Vogelgezwitscher. Und mitten im Waldweg ragenden willkürlich Bäume empor. Aber Achtung: Die Waldwege im Eselschwanz gleichen einem Labyrinth. Vorsicht auch vor Mücken und Zecken. Schafft man es zu dieser Jahreszeit ungestochen und ungebissen durch die Eselschwanz- Wildnis, braucht man beim Lösen des Rückfahrtbillets am Rheinecker Bushof immerhin kein falsches Lächeln aufzusetzen.

Hier gibt's das PDF zum Herunterladen.

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