Wandertipp: Im Hochsommer auf die Ebenalp

Eine Wanderung zur Ebenalp lohnt sich immer. In der Hitze des ersten Augustwochenendes fällt sie allerdings kurz aus.

Text und Bilder: Laura Widmer
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17 Bilder

Die Wanderung im Überblick

Start: Erstböhl
Ziel: Ebenalp
Strecke: 5,8 km
Wanderzeit: gesamt rund ­ 2 Stunden und 50 Minuten
Aufstieg: 632 Meter
Abstieg: 632 Meter
Ausrüstung: Wanderschuhe. Die Strecke kann nicht mit dem Kinderwagen zurückgelegt werden
Gaststätten: Berggasthaus Äscher, Mai bis 1. November, Mo–So 7.30–23 Uhr, Berggasthaus Ebenalp: 071 799 11 94
Parkplätze: Beim Startpunkt sind genügend Parkplätze vorhanden
Öffentlicher Verkehr: Startpunkt ist nicht mit dem öV erreichbar Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000, Blatt 1115 Säntis 

1 Erstböhl Der Sommer in diesem Jahr war heiss. Dürreperioden, Feuerverbote und sinkende Wasserpegel in den Gewässern laden nicht dazu ein, Wandern zu gehen. Bereits frühmorgens zeigt das Thermometer über 20 Grad an. Nur die Hoffnung auf kühleren Wind in höheren Lagen und die gute Aussicht machen die Vorstellung etwas erträglicher. Kurz soll die Wanderung trotzdem werden. Bei Erstböhl gibt es einen Parkplatz, von dem aus es direkt ziemlich steil hinaufgeht. Gute Wanderschuhe sind Pflicht, Teile der Strecke sind von ­losem Kies bedeckt, der schnell abrutscht. Die Luft ist frisch und die von den Bäumen geworfenen Schatten zum Glück noch lang.

2 Bommen Kühe und Rinder spazieren frei auf den Wiesen herum, lassen sich aber von den Wanderern nicht stören. Wer in etwas flacherem Gelände weiterlaufen möchte, biegt beim Wegweiser ab. Stattdessen folgen wir an dieser Stelle dem Schild in Richtung Äscher und Wildkirchli. Danach wird es wieder steiler, und die Aussicht mit jedem zurückgelegten Höhenmeter besser. Die Felsenmassive ragen neben uns in die Höhe, und wir sind froh um das kühle Mineralwasser aus dem Rucksack.

3 Berggasthaus Äscher Das Berggasthaus Äscher schmiegt sich direkt an den Felsen und hat es sogar auf die Titelseite des «National Geographic» geschafft. Darin wird die Gegend als eine der Traumdestinationen der Welt bezeichnet. Im Innern des Hauses ist die Seite direkt am Stein. Lebensmittel und Getränke für das Restaurant werden mit der Seilbahn zum Gasthaus gebracht. Obwohl die Tische fast alle besetzt sind, lohnt sich das Warten. Für einen Teller der berühmten Rösti mit Spiegelei oder eine Glace ist es auch um 10 Uhr nicht zu früh.

4 Wildkirchli Der Weg vom Gasthaus bis zum Wildkirchli führt auf etwas schmalerem Weg nahe am Fels vorbei. Das Wildkirchli mit seinem verzierten Altar und den Holzbänken ist eine Miniaturkapelle im Berg. Noch heute finden dort regelmässig Gottesdienste statt. Bereits wieder ins Schwitzen gekommen, empfängt uns die Höhle mit erfrischender Kühle. Die fünf Minuten sind leider schnell vorbei, und es geht in der prallen Sonne weiter bis zur Ebenalp.

5 Ebenalp Bei der Bergstation angekommen, lohnt sich eine erneute Verschnaufpause, ebenso wie die Rundumsicht auf den Alpstein. Im Berggasthaus Ebenalp lässt sich essen oder auch übernachten. Wäre man ­etwas ehrgeiziger, könnte man mit der Seilbahn zur Talstation fahren und von dort aus den Weg zurück zum Auto auf sich nehmen. Das dauert jedoch etwas länger. Stattdessen entscheiden wir uns für den gleichen Weg zurück und verweilen noch etwas in der kühlen Höhle.

6 Wildkirchli In der kleinen Holzhütte vor dem Höhleneingang ist eine Art Museum untergebracht, das auch für Kinder interessant ist. Auf Anfrage sind auch Führungen möglich. Zu bestaunen sind Bärenknochen und -zähne, die Anfang des vergangenen Jahrhunderts entdeckt wurden. Wahrscheinlich hielten sich die Bären in den Wintermonaten in der Höhle auf. Auch menschliche Werkzeuge wurden gefunden. Die Wildkirchlihöhle diente den Jägern und Sammlern im Sommer vermutlich als Jagdstation.

7-9   Berggasthaus Äscher, Bommen und Erstböhl Hinunter läuft es sich leichter, auch wenn die Sonne bereits hoch am Himmel steht. Auch das Wasser im Proviant reicht noch für den Abstieg. Noch kurz vor Mittag keuchen mehrere Wandergruppen den Berg hinauf. Das Wandergebiet ist beliebt, auch an einem Tag wie heute. Nach dreistündiger Wanderung können wir sagen: absolut zu Recht.

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