Wandertipp: Geniesser-Tour im Welterbe Sardona

Wildromantische Szenerie, geschütztes Arvenwaldreservat im Walenseegebiet: Die Wanderung zu den drei Murgseen bietet ein Naturspektakel.

Tim Frei
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41 Bilder

Die Wanderung im Überblick

Start: Parkplatz Mornen
Ziel: Parkplatz Mornen
Strecke: 10 Kilometer
Wanderzeit: 4 Stunden
Aufstieg: 570 Meter
Abstieg: 570 Meter
Ausrüstung: gutes Schuhwerk, für Kinderwagen nicht geeignet Gaststätte: Berggasthaus Murgsee, öffnet Ende Mai 2020 wieder, schliesst Mitte Oktober 2020
Parkplätze: Mornen, Merlen
Öffentlicher Verkehr: ab Bahnhof Murg mit Murgtalbus zum Parkplatz Mornen. Der Bus (Alpentaxi Walser) verkehrt ohne Fahrplan, zudem ist eine Voranmeldung unter +41 79 406 34 22 notwendig.
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000, Blatt 1154 Spitzmeilen (tm)

1 Parkplatz Mornen

Um den Startpunkt dieser Wanderung zu erreichen, folgt man vom Dorfzentrum Murg aus mit dem Auto oder dem Alpentaxi Walser dem Wegweiser Richtung Murgtal. Nach einer asphaltierten Strasse geht es weiter auf Schotterunterlage, auf der man zuerst den Parkplatz Merlen passiert, ehe man den Parkplatz Mornen erreicht, wo es mit der Wanderung losgehen kann. Der leicht ansteigende Kiesweg ist gesäumt von Wiesenflächen, ab und zu sind Bäume zu sehen oder Nebenflüsse des Murgbachs. Speziell ist etwa jener Baum, der auf einem grossen Felsbrocken steht. Da man sich im Tal befindet, eingekesselt durch steile Bergflanken, muss man sich bis kurz vor Mittag gedulden, bis die Sonne zu sehen ist. Nach wenigen Minuten erreicht man die Alp Mornen. Wer Proviant bei sich hat, was bei einer Wanderzeit von rund vier Stunden schon fast Pflicht ist, der sollte sich hier oder wenig später auf einem Plateau ein erstes Mal stärken – folgt doch der steilste Abschnitt.

2 Stoss

Sobald das Waldstück erreicht ist, steigt der Weg stetig. Zuerst noch gemächlich, dann bei Stoss immer heftiger, an gewissen Stellen mit einer Steigung von bis zu 30 Prozent. Ebenso eine Herausforderung ist die Unterlage, die konstant mit Steinen, so gross wie Bücher, durchsetzt ist – und damit einen treppenähnlichen Passweg bildet. In relativ kurzer Zeit gewinnt man markant an Höhe. Hier lohnt sich denn auch der Blick zurück ins Tal. Doch auch entlang des Wegs ist die Gebirgslandschaft eindrücklich. So sieht man etwa   einige durch Gletscher Feldflächen. Diese von der Natur veränderten Gesteine sind ein Merkmal des Gebiets, befindet man sich hier doch in der Tektonikarena Sardona, die sich über eine Fläche von rund 300 Quadratkilometern erstreckt und die zum Unesco-Welterbe gehört. Die Tektonikarena entstand vor zehn bis 20 Millionen Jahren, als sich 250 bis 300 Millionen Jahre alte auf viel jüngere, teilweise «nur» 35 bis 50 Millionen Jahre alte Gesteine schoben.

3 Guflen 

Nicht weniger eindrücklich ist die Vegetation, die sich nach der Steigung beim Grossplateau bei Guflen erstreckt. Hier beginnt das Waldreservat mit uraltem Arvenbestand, wo auf jegliche Holznutzung verzichtet wird. Sehenswert ist weiter der grosse Felsbrocken Hammer oberhalb der Alp Guflen.

4 Murgbachfall

Nach einem weiteren ansteigenden Abschnitt erblickt man endlich den ersten See, den Unteren Murgsee. Er ist umgeben von grossen Waldflächen. Ein weiterer Hingucker ist der Murgbachfall, der zum See hinabstürzt. Kurz vor Mittag ist das Licht immer noch nicht ideal, die Szenerie ist noch dunkel. Das ändert sich dann aber auf dem Rückweg, wo dieses Naturspektakel in seiner ganze Pracht zu beobachten ist.

5 Murgseehütte

Kaum hat man die Höhe des Murgbachfalls erreicht, sind auch die zwei weiteren Seen nicht mehr weit: der Mittlere und der Obere Murgsee, zwischen denen das Berggasthaus Murgsee, beziehungsweise die Murgseehütte liegt. Die drei Murgseen, teilweise gesäumt von Moorwiesen, liegen eingebettet in einem wildromantischen Bergkessel. Keine Frage: Die Szenerie hier oben auf über 1800 Meter über Meer erinnert stark an Kanada. Wenn man im Berggasthaus Murgsee eingekehrt und die atemberaubende Landschaft geniesst, wird schnell klar, weshalb die Wanderung als Murgsee-Geniessertour angepriesen wird.

6 Parkplatz Mornen

Nach einer Stärkung folgt der gleiche Weg zurück. Langweilig wird’s aber keineswegs. Wie schon angetönt, wird der Landschaft durch das Sonnenlicht Leben eingehaucht, was absolut sehenswert ist. Und natürlich: Der Weg hinab ist um einiges schneller und weniger anstrengend.

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