Wandertipp
Garmil-Höhenweg am Pizol: Eine lohnenswerte Alternative zur Fünf-Seen-Wanderung

Im Pizolgebiet gibt es auch weniger überlaufene Pfade als die Fünf-Seen-Wanderung. Zum Beispiel den Garmil-Höhenweg. Auf dieser Route gibt es zwar keine Seen, dafür ein ebenso schönes Panorama, zwei Beizen und eine «Outdoor-Bar».

Claudio Weder
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Gipfelkreuz auf dem Garmil (2003 m)
18 Bilder
Der Weg zum Garmil ist gut ausgeschildert; man kann ihn kaum verfehlen.
Blick zur Talstation der Sesselbahn Furt-Gaffia; dahinter kommt das Rheintal zum Vorschein.
Felstürme unterhalb des Gamidaurspitzes.
Blick vom Garmil-Höhenweg zurück zur Bergstation Furt (Bildmitte), rechts daneben ist die Alte Alp Gaffia erkennbar.
Der Bergweg ist an manchen Stellen schmal, aber gut begehbar.
Der Weg ist durchgehend weiss-rot-weiss markiert.
Der Panoramaweg macht seinem Namen alle Ehre.
Eine der wenigen steileren Passagen.
Der Weg führt immer wieder an Felsen vorbei.
Nicht mehr weit ist es bis zum Gipfel des Garmil.
500 Meter weiter unten liegt Furt.
Tiefblick ins Rheintal.
Beim Fürggli warten gekühlte Getränke im Brunnen.
Blick vom Fürggli nach Furt.

Gipfelkreuz auf dem Garmil (2003 m)

Bild: Claudio Weder (28.August 2022)

Infos zur Wanderung

Start: Gaffia Bergstation
Ziel: Station Furt
Strecke: 6,6 km
Wanderzeit: 2 h 30 min.
Aufstieg: 305 m
Abstieg: 653 m
Ausrüstung: Gutes Schuhwerk, Wanderung nicht für Kinderwagen geeignet.
Gaststätten: Alte Alp Gaffia (geöffnet 2.7. bis 24.10.; Tel. 081 534 99 34), Berghotel Furt (bis 23.10.; Tel. 081 723 21 66)
Öffentlicher Verkehr: Bus 429 und 430 von Sargans bis Wangs (Pizolbahn)
Parkplätze: gibt es bei der Talstation der Pizolbahn in Wangs.
Kartenmaterial: Landkarte: 1:25000, Blatt: 1155 Sargans.

1 Gaffia Bergstation

Die ersten 1300 Höhenmeter legt man gemütlich mit den Pizolbergbahnen zurück. Von Wangs fährt eine Achter-Gondel bis nach Furt, von dort geht es per Sessellift nach Gaffia, dem Ausgangspunkt der Wanderung. Es empfiehlt sich jedoch, nicht zur Mittagszeit anzureisen. Denn zwischen 12.20 und 13.20 Uhr macht die Sesselbahn Pause. Im Falle eines Falles kann man die Strecke nach Gaffia aber auch gut zu Fuss zurücklegen (verlängert die Wanderung um zirka eine Stunde). Oder man gönnt sich zur Überbrückung der Wartezeit im Berghotel Furt eine Johannisbeerschorle, trainiert beim Pizol-Memory die Hirnzellen oder besucht den Abenteuerspielplatz im nahe gelegenen Wald.

Man könnte diese Route eigentlich auch «Kulinarik-Weg» nennen. Denn hat man die Bergstation Gaffia endlich erreicht, wartet dort schon die nächste Beiz: Die Alte Alp Gaffia ist eine typische Berghütte, urchig und rustikal, aber doch so modern, dass sie einen Instagram-Account besitzt. Die Lage ist grossartig und die Versuchung, schon wieder einzukehren, gross. Doch die zwei Wegweiser, die aussen an der Hütte befestigt sind, ein kleiner und ein grosser, machen deutlich, dass der Garmil-Höhenweg hier noch nicht zu Ende ist, sondern gerade erst beginnt.

2 Garmil

Es geht rechts an der einladenden Sonnenterrasse der Alpbeiz vorbei. Der durchgehend markierte und gut begehbare Pfad führt zunächst leicht abwärts, steigt nach 200 Metern wieder sanft an und führt dann in einer guten Dreiviertelstunde hoch zu einem felsigen Plateau namens «Basürla». Von dort ist der grasige Gipfel des Garmils schon zum Greifen nah. Es lohnt sich, hier kurz innezuhalten und die Aussicht auf die Churfirsten und das Rheintal zu geniessen.

Einige Meter weiter wird das Gelände wieder grüner. Man erreicht einen kleinen Sattel, von dem aus es nur noch ein Katzensprung bis zum höchsten Punkt ist. Auf dem 2003 Meter hohen Gipfel thront ein majestätisches Kreuz und eine Sitzbank lädt zum Verweilen ein.

3 Furt

Der Abstieg geht in die Knie: Man verlässt den Gipfel in nordwestlicher Richtung und steigt auf dem breiten Rasenkamm mal im Zickzack, mal in direkter Linie zum Fürggli hinab. Dort befindet sich die nächste Verpflegungsstation. Dieses Mal ist es aber keine Bergbeiz, sondern ein Brunnen, in dem ein Harass mit Getränken bereitsteht. Für drei Franken kann man sich hier mit Bier, Shorley oder Cola bedienen.

Das letzte Stück ist wieder flacher. Es zieht sich aber in die Länge: Vom Fürggli aus wirkt das Ziel der Wanderung, die Station Furt, näher, als sie tatsächlich ist. Der Weg führt mal geradeaus, mal leicht absteigend über Alpwiesen, mal im Zickzack durch den Wald, bevor er im Gebiet Fälli wieder leicht ansteigt. An Bergbächen, Kuh- und Geissenherden vorbei gelangt man schliesslich wieder in jenen Wald bei der Talstation der Sesselbahn Furt-Gaffia, wo das Abenteuer rund zweieinhalb Stunden zuvor begonnen hat. Runter ins Tal geht es wieder gemütlich und gelenkschonend mit der Gondelbahn. (Letzte Talfahrt um 17.30 Uhr)