Wandertipp: Ein gemütlicher Weg durch die Stille der Natur

Sanfte, grüne Hügellandschaften mit grasenden Kühen wohin das Auge blickt. Zwischendurch entdeckt man sogar Libellen, die so selten sind, dass sie auf der roten Liste geführt werden.

Valentina Thurnherr
Drucken
Teilen
24 Bilder
Hier trifft man sogar auf besonders seltene Insekten - eine Blauflügel-Prachtlibelle.
Ein paar Spaziergänger wollten wohl etwas mehr Liebe in die Welt bringen.
In den Wiesen im Naturschutzgebiet wachsen wunderschöne Schwertlilien.
Eine kleine Holzfamilie begrüsst Wanderer und Spaziergänger auf ihrem Weg.
Bei dieser Grillstelle braucht's nur noch die Würste, alles andere ist schon parat.
Hahn und Katze machen zusammen ein kleines Mittagsschläfchen.
Beim Bahnübergang Hebrig wechseln wir die Seiten.
Kühe sind wohl auch nicht immer höflich.
Der Weg führt schliesslich wieder direkt zurück zur Haltestelle Rietli.

Infobox

Start: Haltestelle Rietli, Gais
Ziel: Haltestelle Rietli, Gais
Strecke:  5 km
Wanderzeit: 1 h 55 min
Aufstieg:  117 m
Abstieg:  117 m
Ausrüstung: Bequeme Wander- oder Turnschuhe. Die Strecke ist nicht für Kinderwagen geeignet.
Gaststätten: Sturmbeiz, Öffnungszeiten im Sommer 2020: Mo, Di, Mi, Fr ab 16 Uhr, So ab 11 Uhr, Do und Sa Ruhetag.
Parkplätze: bei der Sturmbeiz mit zentraler Parkuhr
Öffentlicher Verkehr: mit der Appenzeller Bahn bis zur Haltestelle Rietli in Gais
Kartenmaterial: Landkarte: 1:25000, Blatt: 1095 Gais.

1 Haltestelle Rietli Unsere Wanderung beginnt beim grossen Parkplatz direkt gegenüber der Haltestelle Rietli. Wer also möchte, kann auch bequem mit dem Appenzeller Bähnli anreisen. Von hier aus geht's unter dem grossen Holzschild durch, das den Beginn der Langlaufloipe markiert. Direkt nach der kleinen Holzbrücke biegen wir rechts ab, wo ein kleiner Weg entlang eines Bächleins mitten durch die Wiese führt. Wer sich hier aufmerksam umsieht, der trifft vielleicht sogar auf die seltene Blauflügel-Prachtlibelle, die in der Schweiz, Deutschland und Österreich auf der roten Liste der gefährdeten Arten aufgeführt wird. Wir setzen unseren Weg fort und folgen den Wegweisern, die uns Richtung Gais schicken.

Durch das nahe gelegene Naturschutzgebiet zieht sich eine wilde Moorlandschaft. Fast wie in Herr der Ringe fühlt man sich, wenn man unter den grossen Bäumen hindurchläuft und die satte, moosbewachsene Erde erblickt. An der Grillstelle begrüsst uns eine kleine, vierköpfige Familie aus Holz. Wer sich hier mit den Kindern verpflegen will, der braucht nur noch die Würste, denn geschnitzte Äste lehnen unter dem Grillgitter am Baum.

2 Zwislenbach Auf unserem Weg Richtung Gais kreuzen wir den Zwislenbach, der sich leise plätschernd seinen Weg durch die grüne Landschaft sucht. Von weitem sieht man die Strasse auf der stecknadelgrosse, in der Sonne glitzernde Autos vorbeifahren. Doch der Lärm dringt nicht bis zu uns. Auf dem Kiesweg ist es still. Nur das Rauschen der Bäumen und der Wiese ist zu hören.

Wir folgen dem Weg weiter, vorbei an Holzbänken auf denen man sich zwischendurch ausruhen könnte, um die Ruhe und die frische Luft zu geniessen. Von weitem erblicken wir einen Imker bei der Arbeit. Und unter der Dachstütze eines kleinen Holzschuppens klemmt eine zusammengedrückte Dose Quöllfrisch.

3 Töbeli Trotz der Hügel, die Gais umgeben, wirkt die Landschaft weitläufig. Die träge vorbeiziehenden Wolken malen Schatten auf das satte Grün. Wir passieren den ersten Bauernhof. Wer Glück hat, trifft hier nicht nur Pferde, sondern auch einen entzückenden Esel. Heute blinzeln uns nur eine schläfrige, schwarze Katze und ein etwas zerzaust aussehender Hahn entgegen. Wir folgen dem Weg weiter in Richtung Gais und wechseln von Kies auf Asphalt. Auf der Wiese des nächsten Bauernhofs grasen Pferde. Wir gehen weiter, vorbei an der Nägeli AG, deren Aussenfassade komplett aus Holz besteht.

4 Hoheggstrasse Hier biegen wir nach rechts in die Hoheggstrasse ab und folgen dieser vorbei an zwei Blöcken auf einen riesigen Baum zu. Hier angekommen, geht es wieder nach rechts, an einer Hecke vorbei und dann etwas steiler aufwärts durch eine Wiese auf eine Aussichtsplattform. Hier befinden sich zwei halbrunde Bänke, die sich gegenüberstehen und so einen Kreis bilden. Rundherum hat man hier einen herrlichen Ausblick auf die hügelige Landschaft rund um Gais.

Noch ein Stück weiter oben treffen wir auf ein kleines Holzhäuschen in dem eine kleine Bildergeschichte von der Geiss Laura erzählt. Wir wollen aber weiter, denn hinter uns türmen sich bereits die Regenwolken. Durch eine grüne Wiese, vorbei an einer Katze, die sich beim Sonnen genüsslich reckt, erreichen wir die Haltestelle Hebrig.

5 Haltestelle Hebrig Wir sind nun gut eineinhalb Stunden unterwegs. Wer also lieber gemütlich zurückfahren will, kann hier auf das Appenzeller Bähnli warten und mit etwas Glück ist jetzt im Sommer ein offener Waggon angehängt. Wir aber setzen unseren Weg fort und wechseln nun die Seiten. Über eine kurze Treppe geht es rechts weiter nach oben, wo wir dem Weg zu einer Linkskurve folgen, von wo aus man weit hinten schon die Fahnen des Parkplatzes bei der Sturmbeiz ausmachen kann.

Von der Strasse her hört man die Töfffahrer, die in Horden die schnurgerade Strecke Richtung Appenzell befahren. Wir beeilen uns jetzt etwas, denn die dunklen Wolken sitzen uns bereits im Nacken. Wir kommen vorbei an Kühen, die uns neugierig hinterherblicken. Im Vorgarten eines Bauernhauses wachsen Kartoffeln, Salate und Rüebli.

6 Schachen Wir kommen vom schmalen Kiesweg auf eine betonierte Strasse. Folgen dieser ein paar Meter steil hinunter, um dann links, vor einem Bänkli, wieder auf ein Kieswegli abzubiegen. Diesem folgen wir, während immer mehr Schatten über die grünen Wiesen ziehen. Die Fahnen, welche die Langlaufloipe kennzeichnen, kommen immer mehr in Sicht. Unser Weg führt immer wieder über asphaltierte Wege bis wir schliesslich den letzten Abschnitt erreichen und geradeaus über die Strasse zur Haltestelle gelangen.

Keine Sekunde zu früh, denn schon spüren wir die ersten Regentropfen auf der Haut.

Mehr zum Thema

Wandertipp: Rundwanderung von Wildhaus über den Zwinglipass zum Mutschen und zurück

In steter Begleitung der hier hausenden Murmeltiere führt  diese abwechslungsreiche Wanderung im südlichen Alpstein bietet atemberaubende Ausblicke auf den Altmann, das Alpstein-Massiv und das gesamte Rheintal. Nicht zu hoch und nicht zu steil, ist sie ideal für eine erste Frühlingswanderung – ein bisschen Kondition ist allerdings vonnöten.
Enrico Kampmann