Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Wandertipp: Auf und ab entlang der Glatt

Zwischen Herisau und Flawil verläuft die Glatt in einem tiefen Flusstal. Wanderer treffen auf Höhlen, Burgruinen und Explosives.
Text und Bilder: Sandro Büchler
Der Weiler Marstal hat eine explosive Vergangenheit. (Bilder: Sandro Büchler)Der Weiler Marstal hat eine explosive Vergangenheit. (Bilder: Sandro Büchler)
Rechts abbiegen und oberhalb des Weilers in den Wald hinein.Rechts abbiegen und oberhalb des Weilers in den Wald hinein.
Ein ursprünglicher Wald, ohne Menschenhand natürlich.Ein ursprünglicher Wald, ohne Menschenhand natürlich.
Die Tobelmühle. Der Feldweg verläuft zwar im Zickzack, Wanderer nehmen aber die direkte Abkürzung rechts der Lichtung.Die Tobelmühle. Der Feldweg verläuft zwar im Zickzack, Wanderer nehmen aber die direkte Abkürzung rechts der Lichtung.
Auf gehts, ins Gehölz.Auf gehts, ins Gehölz.
Die Glatt fliesst lieblich.Die Glatt fliesst lieblich.
Das Betreten der Salpeterhöhle ist seit einem Deckeneinsturz verboten.Das Betreten der Salpeterhöhle ist seit einem Deckeneinsturz verboten.
Doch die Umgebung rund um die Höhle bietet genug Abenteuer. Doch die Umgebung rund um die Höhle bietet genug Abenteuer.
Schilfwedel, eine Flussschlaufe, schräge Bäume.Schilfwedel, eine Flussschlaufe, schräge Bäume.
Die Burgruine Helfenberg.Die Burgruine Helfenberg.
Am Fusse der Ruine findet sich die schönste Feuerstelle der Wanderung.Am Fusse der Ruine findet sich die schönste Feuerstelle der Wanderung.
Weiter geht es Richtung Burgau...Weiter geht es Richtung Burgau...
...und weiter hoch zum Ausblick über das Girenmoos....und weiter hoch zum Ausblick über das Girenmoos.
Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde hier Torf abgebaut.Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde hier Torf abgebaut.
Heute ist das Flachmoor Heimat für zahlreiche vom aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten.Heute ist das Flachmoor Heimat für zahlreiche vom aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten.
Ein Milan zieht seine Runden über dem Moor und hält Ausschau nach Beute.Ein Milan zieht seine Runden über dem Moor und hält Ausschau nach Beute.
Kurze Pause gefällig?Kurze Pause gefällig?
Hinter dem Schiessstand ist das Moorgebiet noch nicht fertig.Hinter dem Schiessstand ist das Moorgebiet noch nicht fertig.
Den Wegweisern «Untere Buechholzstrasse» und «Wissholzweg» folgen.Den Wegweisern «Untere Buechholzstrasse» und «Wissholzweg» folgen.
Vorsicht: Der Abgrund ist löchrig.Vorsicht: Der Abgrund ist löchrig.
Nun gelangt man von der anderen Seite hinunter zur Tobelmühle.Nun gelangt man von der anderen Seite hinunter zur Tobelmühle.
Horseshoe Bend?Horseshoe Bend?
Letzter Aufstieg der Wanderung zum Weiler Schwänberg.Letzter Aufstieg der Wanderung zum Weiler Schwänberg.
Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein.Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein.
Prunkstück des Weilers ist das «alte Rathaus».Prunkstück des Weilers ist das «alte Rathaus».
Das Schild lockt Wanderer an, führt sie aber an der Nase herum. Denn das Restaurant am Wegrand ist geschlossen.Das Schild lockt Wanderer an, führt sie aber an der Nase herum. Denn das Restaurant am Wegrand ist geschlossen.
EintopfEintopf
28 Bilder

Wandertipp: Entlang der Glatt

Die Wanderung im Überblick

Start: Gossau, Fennhof
Ziel: Gossau, Fennhof
Strecke: 13,4 Kilometer
Wanderzeit: 3 Stunden 45 Minuten
Aufstieg: 416 Meter
Abstieg: 416 Meter
Ausrüstung: gutes Schuhwerk, nicht für Kinderwagen geeignet.
Gaststätten: «Wirtschaft zur Toggenburg», Burgau, Di–Sa 10.30–14 Uhr und 17–22.30 Uhr, So 10.30–21.30 Uhr, Montag Ruhetag.
Parkplätze: Gossau, Espel
Öffentlicher Verkehr: Haltestelle Gossau Fennberg
Kartenmaterial: 1:25000, Blatt 1094 Degersheim.

1 Fennhof Gleich zu Beginn trifft man auf einen explosiven Ort der Region. Denn im Marstal, einem Talkessel hinter dem Fennhof, wurde ab 1850 Schwarzpulver hergestellt. Die Arbeit war nicht ungefährlich. Insgesamt siebenmal kam es zu schweren Explosionen, mehrere Personen wurden getötet. Im Jahr 1844 flog die ganze Pulvermühle in die Luft, wie die «Appenzeller Zeitung» damals berichtete. 1872 wurde die Produktion eingestellt, noch bis 1955 wurde Karton fabriziert. Oben an der Mühle geht es in den Wald. Die Bäume am Eingang sind zerfetzt – offenbar aber eher durch Sturmwinde. Flott geht es durch den Wald, der hier grösstenteils noch sich selbst überlassen wird. Über eine Lichtung erreicht man die nördliche Talseite der Tobelmühle, wo der Feldweg im Zickzack nach unten verläuft. Der Wanderweg zur Salpeterhöhle zweigt jedoch vorher ab und führt entlang des Flusslaufs weiter ins Gehölz.

2 Salpeterhöhle Die Natur in den Flussschlaufen der Glatt ist wild und ursprünglich. Umgeknickte Bäume liegen kreuz und quer herum. Der Fluss gurgelt lieblich zwischen Schilfwedeln hindurch. Ein Reh stiebt den Abhang empor. Durch das viele Laub entsteht der Eindruck, es könnte noch Herbst sein. Das Betreten der Salpeterhöhle ist seit einem Deckeneinsturz vor 20 Jahren verboten. Zum Erforschen lädt aber auch die Umgebung ein. Auf einem umgestürzten Baum über dem Wasser sitzen Kinder, an der lauschigen Feuerstelle wird grilliert.

3 Burgruine Helfenberg Kraxeln heisst es nun. Denn der Weg verläuft auf dem Fels über der Höhle weiter. Bei der Feuerstelle windet sich der Pfad steil nach oben und führt zur Ruine Helfenberg. Die Burg wurde im Jahr 1401 durch aufständische Bauern belagert. Daraufhin entbrannt der Appenzeller Krieg. 1407 zerstörten die Appenzeller die Burg. Sie zerfiel und stürzte teils ins Glatttobel. In der Burgruine und unten im Tal hat es weitere Grillstellen. Nun öffnet sich das Gelände, man tritt aus dem Tobel hinaus. Unter der Eisenbahnbrücke überquert man die Glatt. Für Autofahrer bietet sich der Parkplatz beim Naturschutzgebiet Espel an. Auch von hier kann man zur Rundwanderung aufbrechen.

4 Girenmoos Weiter geht es Richtung Burgau. Dort befindet sich die einzige Einkehrmöglichkeit. Westlichster Punkt der Wanderung ist das Girenmoos, wo bis zum Zweiten Weltkrieg Torf abgebaut wurde. Im Flachmoor brüten oft Graureiher. Greifvögel kreisen und halten Ausschau nach Beute. Hinter dem Schiessstand führt ein Trampelpfad zurück zum Glatttobel. Den Wegweisern «Untere Buechholzstrasse» und «Wissholzweg» folgen. Auf einer Anhöhe blickt man erneut zur Salpeterhöhle – allerdings von der anderen Talseite. Vorsicht ist aber geboten, der Abgrund ist löchrig.

5 Tobelmühle Noch einmal geht es hinab in die Talsohle, wo man rechts abbiegt. Nach rund 200 Metern passiert man eine Art Korridor. Links fliesst die Glatt, rechts der Wissbach. Die Flüsse erinnern im Ansatz an die Schlaufen des Grand Canyon.

6 Schwänberg Der letzte Anstieg führt zum Weiler Schwänberg. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Es ist die älteste urkundlich bezeugte Siedlung im Appenzellerland. Prunkstück im Ortskern ist das «Alte Rathaus», ein herrschaftlicher Riegelbau, der 1630 gebaut wurde. Im Innern ist ein Museum eingerichtet, dessen älteste Exponate aus dem Spätmittelalter stammen. Geöffnet ist das Museum jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 16 Uhr. Leider aber ist das Restaurant vis-à-vis des Rathauses geschlossen, das goldene Schild «Speisewirtschaft» führt den Wanderer an der Nase herum. Etwas ausserhalb hat jedoch ein kleiner Hofladen Most im Angebot. Die letzten zwei Kilometer sind eben und führen vorbei an der Zellersmüli zum Ausgangspunkt zurück.

Hier gibt's das PDF zum Herunterladen

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.