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Bachab durch die Höll

Wer von St.Georgen nach Haggen will, muss nicht den Bus nehmen. Dem Wattbach entlang führt ein paradiesischer Pfad.
Adrian Lemmenmeier
Wanderung 1.3.2018 (Bild: Adrian Lemmenmeier)
Wanderung 1.3.2018 (Bild: Adrian Lemmenmeier)
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Wanderung 1.3.2018 (Bild: Adrian Lemmenmeier)
Wanderung 1.3.2018 (Bild: Adrian Lemmenmeier)
Wanderung 1.3.2018 (Bild: Adrian Lemmenmeier)
Wanderung 1.3.2018 (Bild: Adrian Lemmenmeier)
Wanderung 1.3.2018 (Bild: Adrian Lemmenmeier)
Wanderung 1.3.2018 (Bild: Adrian Lemmenmeier)
Wanderung 1.3.2018 (Bild: Adrian Lemmenmeier)
21 Bilder

Wanderung 01-03-2018

Die Wanderung im Überblick

Start:Kirche St.Georgen
Ziel: Bahnhof Haggen
Wanderzeit:2 Stunden 20 Minuten
Aufstieg: 283 m
Abstieg: 372 m
Ausrüstung: gutes Schuhwerk schadet nicht
Gaststätten: Unterer Brand, St.Georgen, Donnerstag Ruhetag, 12. bis 29. März Betriebsferien; Schlössli, Haggen, Mi–So 11–23 Uhr.
Öffentlicher Verkehr: VBSG-Busse; Züge ab Bahnhof Haggen
Kartenmaterial: Landeskarte 1:25000 1095 Gais (al)

1 Brand Wir starten bei der Bushaltestelle Kirche St.Georgen. Neben dem Tor zum Friedhof führt die steile Brandstrasse rechts weg. Fünfzig Schritte, und auf der linken Seite sieht man den Brandweiher: ein kleiner Tümpel, in dem sich der mit Grünspan überzogene Kirchturm spiegelt. Weiter. Rechts die Felswand des alten Steinbruchs. Weiter, hoch auf die Ebene. In der Ferne wippen zwei Langläufer den Telemark wie Jackson einst den Moonwalk. Der Weg führt links in den Wald, man sieht runter auf die Loipe, auf die Kuppel der Sternwarte, auf das Restaurant Unterer Brand. Keinen Hunger. Ein Hündeler kommt entgegen. «Hallo.» – «Grüezi wohl.»

2 Riethüsli Vom «Unteren Brand» führt der Weg wieder in den Wald. Nach wenigen Metern macht er eine Spitzkehre und schmiegt sich an den Wattbach. Umgestürzte Bäume liegen am Hang, als hätte Obelix seinen Frust abgelassen. Ins Rauschen des Baches mischt sich das matte Surren dicker Velopneus. Zwei Mountainbiker überholen. Nach gut zwanzig Minuten kreuzt die Teufener Strasse den Kiesweg. Wir sind im Riethüsli.

3 In die Höll Schokolade kaufen an der Tankstelle. Dann geht es weiter, vorbei an einigen Mehrfamilienhäusern, zurück an den Bach. Ein Schild steht am Wanderweg: «Wattbachtobel (Höll)». Darunter: «Charakteristisches, asymmetrisches Tal.» Soso... Wie bitte? Höll? Wieso denn bloss? Das Tobel erscheint einem auf den ersten Blick eher wie das Paradies: Schnee rieselt in türkisblaues Wasser, das sich zwischen den steinernen Schwellen des Wattbachs sammelt. Die jungen Tannenbäume verschränken ihr Geäst dahinter zu einer lieblich-hellgrünen Wand. Wieso in Gottes Namen heisst dieser Ort Höll?

4 Schlund «Kai Ahnig», antwortet ein älterer Wanderer auf diese Frage. «Ghört hanis aber au scho.» Weiter geht’s durch das schneeverzierte Tobel. Man hört nur den Bach und die Kieselsteine, die monoton unter den Gummisohlen knirschen. Nach einem Kilometer dann dieses Bild: Ein riesiger Fels liegt quer im bewaldeten Hang. Schroff, schräg, schwarz. Er ist geformt wie ein Mund, als grinste die Natur dem Wanderer entgegen. Ist es nur nasser Nagelfluh? Oder ist da wirklich eine Öffnung? Ein Spalt in eine andere Welt? Würde ich an den Teufel glauben, würde ich jetzt wohl spüren, dass er in der Nähe ist.

5 Irrweg Vorbei. Weiter. Der Weg führt hoch, weg vom Wattbach in den Wald. Nach einigen hundert Metern geht aber eine kleine Schneise links wieder runter zum Bach. Tipp: Bleiben Sie auf dem Wanderweg. Wenn nicht, stapfen Sie bald durch unebenes Gelände, aus dessen Boden die giftgrünen Blätter ananasähnlicher Sumpfpflanzen ragen. Ranken hängen von den Bäumen, und nach etwa zweihundert Metern ist der Pfad zu Ende, auf einem kleinen Plateau, gut hundert Meter über dem Wattbach. Hierher kommen höchstens zehnjährige Dorfbuben, um ihre Nielen zu rauchen. Die Schuhe versinken im Schlamm. Eine Cola-Flasche und braun verschmierte Taschentücher neben einem stolzen Haufen menschlichen Kots sind die einzigen Hinweise, dass überhaupt mal jemand hier gewesen ist. Verfluchtes asymmetrisches Höllentobel.

6 Licht Eine halbe Stunde später, zurück auf dem Wanderweg. Endlich Licht. Die Schlucht wird breiter. Da unten fliesst der Wattbach in die Sitter. Die Sonne wärmt die Spaziergänger, die über die Gangellibrugg ins Ausserrhodische schlendern. Darunter wallen Hochspannungsleitungen wie die Wäscheleinen auf dem Balkon meiner sizilianischen Schwiegertante. Zivilisation. Von Zweibrücken führt der Pfad hoch auf die Haggenbrücke. Dann ins Restaurant Schlössli. En guete.

WP-Karte_01_03_18

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