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«Der Listenplatz ist bei weitem nicht der wichtigste Faktor»

Der Stellenwert von Listenplätzen bei National- und Ständeratswahlen ist in den letzten Jahren gestiegen. Laut Politologe Claude Longchamp ist ein hinterer Platz aber kein Hindernis für eine erfolgreiche Wahl.
Marco Cappellari
Claude Longchamp, Politologe und Historiker. (Bild: KEY)

Claude Longchamp, Politologe und Historiker. (Bild: KEY)

Susanne Vincenz-Stauffacher kandidiert für die FDP gleich für beide Kammern. Auf der Liste für die Nationalratswahl steht die Abtwiler Rechtsanwältin aufgrund ihres Nachnamens allerdings auf dem zweitletzten Platz. Das sei kein Nachteil, sagt Christoph Graf («Tagblatt» vom 29. Januar 2019). «Der Listenplatz ist fürs Wahlergebnis nicht relevant», findet der Geschäftsführer der St. Galler FDP.

Claude Longchamp, ist der Listenplatz wirklich nicht relevant für die Wahl?

«Dies galt bis zu den Wahlen 2011. Seither kamen praktisch alle Untersuchungen zum Schluss: Doch, der Listenplatz ist relevant.

Er ist aber nicht der wichtigste Faktor?

Bei weitem nicht. Viel wichtiger sind die Bekanntheit eines Kandidaten, wer seine Unterstützer sind, allfällige Rücktritte. «Bisherige» haben mit einer Wiederwahlquote von 84 Prozent sehr gute Chancen. Auch die Parteikultur spielt eine Rolle. Gewisse Parteien, wie etwa die FDP Zürich, halten Vorwahlen ab, wo der Listenplatz durch Stimmabgabe bestimmt wird, oder verkaufen die Listenplätze.

Das bedeutet?

Dort nehmen die Chancen bei schlechteren Listenplätzen klar ab. In St. Gallen, wo hinter den Bisherigen die Neuen in alphabetischer Reihenfolge folgen, ist der Platz weniger relevant. Abgesehen davon, dass die hinteren Plätze eher dem Panaschieren zum Opfer fallen.

Vincenz’ zweitletzter Listenplatz ist also kein Hindernis für eine erfolgreiche Wahl?

Nein, ich denke nicht. Durch den Ständerats-Wahlkampf und der damit einhergehenden Bekanntheit hat sie gute Chancen auf einen Nationalratssitz.

Zur Person

Claude Longchamp ist Politikwissenschaftler, Historiker und Gründer des Forschungsinstituts gfs.bern. Bis 2017 war er Wahl- und Abstimmungsanalytiker beim Schweizer Fernsehen.

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