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Wahlwiener I

HÖRBAR JAZZ Oslo, Berlin und Wien dürften zurzeit die aufregendsten Jazzstädte Europas sein.

HÖRBAR JAZZ

Oslo, Berlin und Wien dürften zurzeit die aufregendsten Jazzstädte Europas sein. Doch während der moderne Fjord-Jazz und die Neue Berliner Schule bei uns bereits recht bekannt sind, wird die Werbetrommel für Wien erst zaghaft gerührt – eine löbliche Ausnahme ist die Jazzwerkstatt Bern, die in enger Verbindung mit der Jazzwerkstatt Wien (JWW) steht. Die Gruppe Studio Dan entstand vor acht Jahren als Bigband-Projekt der ersten JWW, um sich unter der Leitung von Daniel Riegler zu einem der unkonventionellsten Klangkörper weit und breit zu entwickeln: Klassiker, Jazzer und ein durchgeknallter Elektronik-Autodidakt bewegen sich bestechend zwischen Präzision und Chaos, Schönberg und Zappa. Zum dritten Streich davon gibt's übrigens eine Webpage, die das postmoderne Zitierwesen lustvoll-überkandidelt auf die Spitze treibt.

Studio Dan, «Dekadenz», Jazzwerkstatt Records 03/12

Wahlwiener II

Mit mehr Schmäh und nostalgischem Charme kommen die Stücke daher, die der Saxophonist Max Nagl für ein Nonett geschrieben hat, das aus sechs Jazzmusikern, zwei Geigerinnen und Pamella Kurstin besteht. Letztere spielt Theremin: ein 1919 erfundenes elektronisches Instrument, dessen mysteriöse Glissando-Jaulklänge an alte Horrorfilme erinnern. Wie fast immer bei Nagl, so entzieht sich auch diese Aufnahme stilistischen Schubladisierungsversuchen hartnäckig – man denkt zum Beispiel gleichzeitig an Wiener Schrammeln und an Charles Mingus. Bei Nagl sitzt eben viel Schalk im Nacken.

Max Nagl Ensemble, «Live at Porgy & Bess Vienna», Rude Noises 020

Wahlwiener III

Wie Nagl und Riegler ist auch der Trompeter Martin Eberle nicht in Wien auf die Welt gekommen, aber ein fester Bestandteil der dortigen Szene. Der tollkühne Virtuose Eberle ist Mitglied von Studio Dan und treibt viel Schabernack mit dem Trio Rom-Schaerer-Eberle. Vollgas gibt er mit dem Quartett Kompost 3, das nach eigener Aussage «alles verwurstet, was Spass macht». Supergroove-Power à la Medeski, Martin & Wood trifft auf schräge Klänge.

Kompost 3, «Epigenesis», Laub Records 0512

Tom Gsteiger

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