Vor erstem «Prix de Soleure»

An den 44. Solothurner Filmtagen vom 19. bis 25. Januar erstmals eigene Preise – für den Schweizer Filmpreis lediglich Nominationen.

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Zwei Filme, die in der Romandie zu Kassenschlagern geworden sind, Ursula Meiers «Home» und Fernand Melgars «La Forteresse», wetteifern an den 44. Solothurner Filmtagen um den neu geschaffenen, mit 60 000 Franken dotierten «Prix de Soleure». Die Auszeichnung soll einen Spiel- oder Dokumentarfilm ehren, der «durch ausgeprägten Humanismus überzeugt». In der Jury sitzen Ruth Dreifuss, die Regisseurin Stina Werenfels und der Schriftsteller Peter Weber.

Eine der zahlreichen Schweizer Premieren in Solothurn ist der Eröffnungsfilm «Du bruit dans la tête» von Vincent Pluss. Im Rennen um den «Prix du Public» läuft der neue Spielfilm von Sabine Boss, in dem Stephanie Glaser ihr «Fräuleinwunder» erlebt; Lea Montis «Räuberinnen» ist angekündigt als Schauermärchen «sehr sehr frei nach Schiller» – und mit Promis wie Viktor Giacobbo.

Insgesamt laufen in Solothurn rund 300 Beiträge – im Vergleich zum Vorjahr etwas mehr Spiel- und weniger Dokumentarfilme. Zu letzteren zählt «Pausenlos», in dem Dieter Gränicher das Phänomen der Zeitknappheit ergründet. Viele der Branchenvertreter dürften sich von dem Thema angesprochen fühlen, denn neben den Projektionen gibt es viel zu tun.

Das Bundesamt für Kultur und die Filmakademie wollen darüber informieren, nach welchem Prozedere der Schweizer Filmpreis verliehen werden soll. Dieses Jahr können die Mitglieder der Akademie zwar ihre Favoriten bestimmen, jedoch nur als Empfehlung zuhanden einer Kommission. Die Nominationen werden am 23. Januar in Solothurn bekanntgegeben; verliehen – mit etlichem Brimborium – werden die Preise dann im März in Luzern.

Zum Rahmenprogramm der Filmtage gehört eine von BAK-Filmchef Nicolas Bideau geleitete Debatte zum Thema «Digital Cinema». Branchenvertreter befürchten, dass ohne Förderung in der Schweiz bis zu 30 Prozent der Kinosäle schliessen müssen, weil sich deren Betreiber die Umrüstung auf die neue Technologie nicht leisten können. (sda)

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