Analyse

Vier Herausforderer streiten um einen Sitz – So stehen die Chancen der vier neuen Kandidaten für den St.Galler Stadtrat

Zwei Frauen und zwei Männer wollen neu in den Stadtrat. Für drei von ihnen ist die Ausgangslage offen, einer ist der krasse Aussenseiter. Unsere Einschätzung.

Daniel Wirth, Reto Voneschen
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Wer zieht am 27. September ins St.Galler Rathaus ein?

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Michel Canonica

Vier der fünf amtierenden Stadträte treten wieder an. Sie dürften die Wiederwahl wohl schaffen («Tagblatt» von gestern). Dann bliebe ein Sitz frei. Darum streiten sich Trudy Cozzio (CVP), Karin Winter-Dubs (SVP), Markus Müller (parteilos) und Mathias Gabathuler (FDP), der auch fürs Präsidium antritt. Ihre Chancen, im ersten Wahlgang den Sprung in die Stadtregierung zu schaffen, sind gering; sie werden einen zweiten Wahlgang bestreiten müssen.

Aussenseiter Markus Müller hat das kleinste Wahlkampfbudget und auch keine Partei, die ihn unterstützt. Seine Wahlchancen sind minimal. Bei den anderen drei neu Kandidierenden zeichnet sich hingegen ein offenes Rennen ab; eine klare Favoritin oder ein klarer Favorit ist nicht auszumachen. Alle haben sie intakte Wahlchancen.

Trudy Cozzio hat grosse Bekanntheit in der Stadt. Und sie hat politische Erfahrung. Sie will den CVP-Sitz in der Stadtregierung zurückerobern, den ihre Partei 2017 verlor. Ihr muss es gelingen, nicht nur Mitte-Wähler, sondern auch solche vom Rand des politischen Spektrums hinter sich zu scharen. Das könnte gelingen, Cozzio ist gut vernetzt.

Ähnliches gilt für Karin Winter-Dubs. Auch ihr Bekanntheitsgrad ist hoch, und auch sie ist in vielen Gesellschaftsschichten unterwegs. Die SVP-Wählerschaft allein reicht ihr aber bei weitem nicht, um den Sprung in den Stadtrat zu schaffen. Winter-Dubs muss im ganzen bürgerlichen Lager punkten und sogar darüber hinaus, um zu reüssieren.

Dass Mathias Gabathuler auf Anhieb ins Stadtpräsidium gewählt wird, scheint im Moment unwahrscheinlich. Die Wahl in den Stadtrat könnte der führungserprobte Umweltfreisinnige aber schaffen. Er führt einen engagierten Wahlkampf und hat sich in relativ kurzer Zeit bekannt gemacht. Reüssiert er nicht, fliegt die FDP aus der Stadtregierung.

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