Vielseitiger Familienspass

Luzerner Hinterland Für Familien bietet die reizvolle Gegend um den Baldegger- und Sempachersee alles, was es für unterhaltsame Ferientage braucht – und das ohne lange Anfahrtszeit, Akklimatisierung und grosse Vorbereitungen. Ein Ausflugstip für wärmere Tage. Claudia Schneider

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Schloss Heidegg mit seinem Rosengarten: Von hier aus hat man einen reizvollen Blick auf den Baldeggersee. (Bild: Claudia Schneider)

Schloss Heidegg mit seinem Rosengarten: Von hier aus hat man einen reizvollen Blick auf den Baldeggersee. (Bild: Claudia Schneider)

Im Schongi-Land lockt die erste Herausforderung gleich hinter dem Eingang in der alten Mühle. Eine Treppe führt ins obere Stockwerk, wo sich Klein und Gross in einen Bob setzen. Schon geht's ab durch den Bobbahntunnel und scharfe Kurven den Hügel hinunter. Unten angekommen, hängt sich der Bob in einen Mechanismus ein, der ihn mit den Passagieren wieder hochzieht zur Ausgangsposition. Nachdem die anfängliche Unsicherheit verflogen ist, riskiert man süchtig zu werden nach den schnellen Fahrten.

Dreispurige Rutschbahn

Doch Schongi-Land, der Familien-Erlebnispark oberhalb des Hallwilersees, bietet noch weitere Attraktionen. Ein Maulesel beobachtet, wie kleine und grosse Kinder in Tret-Karts ihre Bahnen ziehen. Auf kleinen Teppichen huscht man rasant eine dreispurige Rutschbahn hinunter. Auf der Weide grasen Zwergziegen, die sich streicheln lassen. Natürlich bewähren sich auch der grosse Sandkasten und Spielplatz. Am einen und anderen Grillplatz an den Ufern von zwei Weihern brutzeln Würste. Auf dem ausgedehnten Gelände gibt es auch ein Restaurant, das die üblichen, bei Kindern beliebten Imbisse anbietet.

Schnell verbrannt sind die Kalorien, wenn sich die Jungmannschaft mit Mountainbikes auf den parkinternen Parcours begibt. Jüngere Kinder probieren den Trettraktor aus oder fahren mit dem Minizug. In einer grossen Halle gibt es elektrische Chilbifahrzeuge und sogenannte Fun-Shooter, das sind mit Luft betriebene Kanonen, mit denen weiche Bälle geschossen werden.

Hoch zum Schloss Heidegg

Familien können locker einen Tag im Schongi-Land verweilen, andererseits bietet das Luzerner Seetal noch zahlreiche weitere Attraktionen. Zum Beispiel Schloss Heidegg, das sich auf dem lieblichen Hügelzug des Lindenbergs oberhalb des Baldeggersees erhebt. Kurz nach Hitzkirch mit seiner prächtigen Barockkirche führt die Strasse zwischen den Rebhängen hinauf zum Schloss. Bevor es hinein geht, muss der originelle Spielplatz auf der Hügelkuppe ausgekostet werden; auch der Rosengarten ist einen Spaziergang wert.

Drinnen kann man über Kopfhörer Geschichten aus der Vergangenheit lauschen. Einige Räumlichkeiten sind eingerichtet, als würden die Schlossherren noch hier wohnen. Eine Botschaftertochter aus Amerika und ihr Luzerner Gemahl, Caroline und Louis Pfyffer, waren die letzten Schlossbewohner und liessen die Räumlichkeiten dem Geschmack der Belle Epoque anpassen. Das kinderlose Paar vermachte das Schloss 1950 dem Kanton Luzern.

Im riesigen Estrich erfordert das «Traumschiff» etwas Mut, an Bord zu gehen. Durch eine enge Öffnung und Kriechgänge gelangen Kinder ins Zentrum der dreistöckigen Konstruktion, wo hinter Glas eine ausgeklügelte Kugelbahn geheimnisvoll leuchtet. Auf jedem Stock des «Schiffs» gibt es ein Steuerrad, das zu drehen ist, um die Kugeln Etage um Etage bis ganz nach oben zu befördern; von dort rollen die Kugeln dann klangvoll wieder hinunter in den Schiffsbauch. Ebenfalls auf dem Estrich ist eine Matratzenlandschaft mit vielen weichen Kissen eingerichtet: Die Schlacht ist eröffnet…

Die Welt der Ritter

Wieder am Fuss des Lindenbergs, in der grosszügig angelegten Badi Baldegg, kann man sich im Sommer erfrischen und heisse Tage genüsslich dahinziehen lassen. Vom Südufer des Baldeggersees geht's über Land weiter zum Sempachersee, wo bei Hildisrieden die Schlacht von Sempach das Interesse weckt. Vor allem die Buben, die zu Hause mit Ritterburgen spielen, sind beeindruckt, wenn sie auf Boden stehen, auf dem sich vor über 600 Jahren Arnold von Winkelried auf das Heer der Habsburger und Österreicher stürzte, um die Schlacht zu gewinnen. An der Stelle, wo Herzog Leopold von Österreich gefallen war, erinnert eine Gedenkkapelle und ein grosses Gemälde an die Schlacht. Im Garten der «Wirtschaft zur Schlacht» wird das historische Wissen der Eltern gefordert, bevor sich die Kinder auf dem Spielplatz vergnügen.

Heute ist das schöne Städtchen Sempach vor allem bekannt durch die Schweizerische Vogelwarte. Seit gut achtzig Jahren engagiert sich das Feldforschungsinstitut für unsere heimische Vogelwelt. Im Garten gibt es eine Voliere mit Vögeln, die gefunden und abgegeben wurden.

Welcher Vogel ist das?

Im Hauptgebäude beeindruckt die grosse Sammlung präparierter Vögel hinter Glas. Die Kinder begeistern sich für die Knöpfe, die man drücken kann, worauf die unterschiedlichen Vogelstimmen ertönen; es zwitschert, trällert, gurrt. Stop! Wir legen die Reihenfolge fest, in der die Kinder nacheinander die Knöpfe drücken dürfen, damit sie auch sehen, zu welchem Vogel der Gesang gehört.

Die Vogelwarte ist eine private Institution am Seeufer, die einerseits in Gehdistanz zum Campingplatz mit Badi, Spielplatz und grossem Selbstbedienungsrestaurant liegt. Andererseits kann man dem Uferweg entlang ins historische Städtchen spazieren. Dort säumt ein ausgedehnter Park die pittoreske Altstadtkulisse. Im Zentrum entdecken die Kinder das Schaufenster des Teddybär-Museums. Weil die Jüngste der Kinderschar erst viereinhalb ist und die Museumsdame griesgrämig darauf hinweist, dass der Zutritt erst ab fünf Jahren gestattet ist, entscheiden die Kinder demokratisch, den Besuch bleiben zu lassen. Stattdessen entschliessen sie sich für ein Bad im See.

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